Sep 27

Der eine oder kennt die Arcoreus Collection Services – das ist eine Inkassofirma, die sich in der Vergangenheit durch die Versuche, verjährte Forderungen uralter Telefonrechnungen einzutreiben, im Netz einen Namen gemacht hat. Eine andere Kanzlei war wegen der gleichen Masche erst am 7. 9. in „WISO ermittelt“ vorgestellt worden. Wer´s verpaßt hat, kann es sich in der ZDF-Mediathek noch einmal anschauen. Die Aussage vom Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen in diesem Beitrag zur rechtlichen Situation solcher Ansinnen war in dem Beitrag sehr eindeutig.

Acoreus Collection Serices (oder ACS-Inkasso, wie sich auch selbst nennen) gibt sich sehr verbraucherfreundlich und bietet ein Schuldnerportal an, in dem man elektronisch Mitteilungen zu seinem Fall hinterlassen kann. Das spart dann immerhin die Kosten für Fax oder gar Einschreiben/Rückschein, um denen mitzuteilen, was man vom Bettelbrief hält.

Auch der Autor hat Ende August einen solchen Bettelbrief erhalten – für angebliche MSN-Einwahlen im Jahre 2004, einem Zeitraum, zu dem längst DSL vorhanden war. Höchst fragwürdig und natürlich verjährt, was denen über ihr tolles Schuldnerprotal auch gleich mitgeteilt wurde. Natürlich ohne jede Antwort – bis gestern.

Heute kam vom Schuldnerportal eine kommentarlose Kopie der eigenen Mail zurück. Mit geändertem Betreff und einem unglaublichem Header:

Received: from acsweb01.ecofis.de (acsweb01.ecofis.de [127.0.0.1]) by acsweb01.ecofis.de (8.12.11.20060308/8.12.11/SuSE Linux 0.7) with ESMTP id n8Q3Q10i024395 for XXXXX

Received: (from wwwrun@localhost) by acsweb01.ecofis.de (8.12.11.20060308/8.12.11/Submit) id n7VJHERP026505; Mon, 31 Aug 2009 21:17:14 +0200

Message-Id: <200908311917.n7VJHERP026505@acsweb01.ecofis.de>

Anstelle der XXXXX stand dort natürlich eine Mailadresse. Dem Header nach lag die Mail 26 Tage auf deren Webserver acsweb01.ecofis.de rum. Stramme Leistung!

Liebe Mitarbeiter von ACS-Inkasso, ihr solltet Eure EDV mal echt prüfen. 26 Tage Maillaufzeit nimmt Euch kein Gericht als „üblich“ ab, wenn ihr wichtige Fristen durch Eure Helden-EDV versäumt. Und ihr werdet es wegen Fristablauf z.B. dem Oberlandesgericht Düsseldorf als Eurer Aufsichtsbehörde erklären müssen…

Natürlich wurde versucht, einen Mail-Admin über diese lange Laufzeit zu informieren – aber einen Mail-Admin unter den üblichen Adressen scheint es nicht zu geben. Die Presseabteilung wurde um Stellungnahme gebeten, hat aber bis jetzt nicht geantwortet.

geschrieben von Holger \\ tags: , , ,

Sep 23

Kaum meldet die Telekom, bezüglich der Breitbandversorgung nun verstärkt die Kooperation mit den Gemeinden suchen zu wollen (Siehe Weiße Flecken, 1.), da meldet sich auch Eutelsat wieder zu Wort. Eutelsat bietet über seinen Dienst Tooway flächendeckende Breitbanddienste an, die in Deutschland z.B. von den Vertriebspartnern SkyDSL und satspeed vertrieben werden. Laut einer Meldung des Portals Onlinekosten.de will Eutelsat noch im Jahr 2010 einen Satelliten ins All befördern, mit dem eine Bandbreite von 10MBit/s für bis zu 2 Millionen Teilnehmer realisierbar sei. Damit will man eine echte Alternative zur kabelgestützten Breitbandversorgung bieten.

Der bisherige Geschwindigkeitsrekord beim Satelliten-DSL wird von Astras Plattform Astra2Connect mit 4MBit/s gehalten. Die Ankündigung buchbarer 4MBit/s Produkte wird für Anfang Oktober erwartet. Astra2Connect wird in Deutschland u.a. von der Telekom und von StarDSL vertrieben.

Nachteil aller bisherigen Sat-DSL Lösungen sind die recht hohe Latenz von ca 600 bis 800 ms sowie meist nicht transparente Fair-Use-Regelungen, die eine Bandbreitenbeschränkungen bei Überschreiten gewisser Grenzwerte vorsehen. Gerade solche Regelungen machen diese Produkte derzeit für den professionellen Einsatz im geschäftlichen Umfeld unattraktiv.

geschrieben von Holger \\ tags: ,

Sep 23

Kaum hat die Telekom ihre generelle Bereitschaft, mit den unterversorgten Gemeinden kooperieren zu wollen, erneuert, kommt aus der Zielgruppe die erste lobende Reaktion. Konkret verkündet der Bayerische Gemeindetag: „Darauf haben Bayerns Gemeinden lange gewartet.“ (Pressemitteilung 32/2009)

Die Deals, die bei solchen Kooperationen im Regelfall rauskommen, sehen einen direkten Investitionszuschuss der Gemeinden vor und/oder eine Garantie für eine Anzahl X DSL-Kunden. Lassen sich dann weniger Kunden durch die Telekom versorgen, zahlt die Gemeinde pro fehlendem Kunden einen Ausgleichsbeitrag.

Was ein wenig nach Amigo-Machenschaften riecht, ist in vielen Fällen die einzige Chance für Gemeinden, Ihren Bürgern und Betrieben den Anschluss an das Internet zu ermöglichen. Eine fehlende Breitbandversorgung ist immer mehr ein ernster Standortnachteil – nicht nur, wenn es um die Ansiedlung neuer Betriebe geht. Und die Telekom ist nach wie vor der einzige Netzbetreiber, der hier den Netzausbau nennenswert vorantreibt. Ausgerechnet die größeren im VATM organisierten Wettbewerber halten sich bis auf Ausnahmen wie Ballstädt vornehm zurück. Die kleineren Regionalcarrier sind da deutlich aktiver bei den Infrastrukturinvestitionen.

Der Bayerische Gemeindetag schreibt von ca 500 Gemeinden allein in Bayern, die eine Kooperation bezüglich des Netzausbaus mit der Telekom anstreben. Bundesweit dürften sehr viel mehr Gemeinden weiße Flecken auf der Breitbandkarte Deutschlands haben. Wenn da nun, rein zufällig eine Woche vor der Bundestagswahl, etwas Bewegung in die Behebung der Misere kommt, ist das auf jedem Fall begrüßenswert.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , ,

Sep 22

Seit gestern geistert die Meldung durch die Medien:

Die Bundesnetzagentur sperrt 7 Call Centern die Rufnummern. U.a. bei der Telecom-Handel nachzulesen. Diese Callcenter haben ihre Predictive Dialer wohl sehr agressiv wählen lassen. Dabei sind diese Dialer seit Jahren Branchenstandard und werden selbst in sehr seriösen Häusern verwendet. Sollte den Mitarbeitern der Bundesnetzagentur das bislang entgangen sein?

Was nun als Etappensieg der Bundesnetzagentur verkündet wird, ist doch eigentlich die Anzeige der Kapitulation. Wenn man die schwarzen Schafe unter den Call Centern nur mit Sperrung der Rufnummern bedrohen kann, ist es klares Indiz dafür, dass man eigentlich keine Möglichkeiten hat. Ob einem Outbound-Unternehmen die Rufnummer gesperrt wird oder in China der berühmte Sack Reis umfällt, ist egal. Beides hat keine Auswirkungen. Denn ein unseriöses Call Center will ohnehin nicht zurückgerufen werden. Die schwarzen Schafe blenden ohnehin oft falsche Rufnummern ein.
Aber wie könnte man das Problem wirklich in den Griff bekommen? Eigentlich ganz einfach, denn die agressive Wahl eines größeren Predictive Dialers könnte vergleichbar mit einem SPAM-Filter bei Mail erkannt und geblockt werden. Technisch sollte das heutzutage für die großen Netzbetreiber kein Problem mehr sein. Die Tatsache, an den Millionen Werbeanrufen noch mitzuverdienen, ist da eher ein Hinderungsgrund. Und natürlich die rechtliche Grundlage, in solchen Fällen die Netzneutralität zu verletzen.

Das aktuelle Vorgehen der Bundesnetzagentur ist aber wirklich nur ein PR-Gag. Ob es dem Wahlkampf geschuldet ist?

Gruß Holger

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Sep 22

Es ist online! Mein erstes Blog. TelkoTalk.de

Stopp! TelkoTalk, das kommt dem Einem oder Anderem bekannt vor. Das gabs doch schon mal?

Stimmt. Unter der Domain TelkoTalk.de gab es ein Forum mit ähnlichem Themenschwerpunkten. Das Forum schlief aber leider ein und so wurde es eingestellt. Im Rahmen eines Domaintausches kam die Domain nun zu mir und nun gucken wir mal, was aus diesem Baby wird.

Was soll aus TelkoTalk werden? Klar, es ist ein Blog. Und hier geht es um die Trends und Entwicklungen der Telkobranche. Weniger um die News, denn dafür gibt es prima Branchendienste wie heise.de, Telecom-Handel oder Teltarif. Es geht mehr um die Meinung(en) zu den News. Oder die Erfahrungen, die man mit dem einem oder anderen Produkt sammelt. TelkoTalk macht also da weiter, wo der Infodienst klassischerweise aufhört.

Und ich bitte Sie/Dich um das Mitmachen. Sei es einfach durch das Schreiben eines Kommentares oder durch die Bewerbung als Autor, um eigene Beiträge zu schreiben.

Feedback? Einfach hier kommentieren oder Mail an holger@telkotalk.de

Gruß Holger

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