Apr 25
Ortsschild Vehrte

Vehrte, Gemeinde Belm, Landkreis Osnabrück

Endlich DSL in Vehrte!

Vehrte? Kennen Sie nicht? Ok, der Ortsteil Vehrte der Gemeinde Belm ist nicht der Nabel der Welt.  Zwar hat Vehrte einen Bahnhof, aber planmäßige Züge halten hier schon länger nicht mehr. Und da ein Großteil der Ortes auch vom DSL abgeschnitten war, ging es in Vehrte auch ganz beschaulich zu. Noch fataler im Belmer Ortsteil Icker. Denn in Icker gab es aufgrund der Kabellänge gar kein DSL. Nur im Ortsteil Belm war DSL flächendeckend verfügbar.

Seit dem 26.2.2010 wird das geändert. An diesem Tag war Spatenstich zur Aufrüstung des Ortsnetzes. Stolz nahm der Bürgermeister Wellmann mit zahlreichen Vertretern der Telekom den Spaten in die Hand. Die Gemeinde Belm sichert der Telekom eine gewisse Kundenzahl und gibt einen Zuschuss zum Ausbau, wenn die tatsächlichen Kundenzahlen unter den projektierten Zahlen liegen. Derartige Absprachen sind nicht unüblich und sorgen für eine attraktive Gemeinde.

Und die Kunden freuts. Ab Juni können sie DSL von der Telekom bekommen. Allerdings können viele Kunden seit 1.4. auch Internet über den Kabel Deutschland Anschluss bekommen. Der Kabelnetzbetreiber wurde von der Gemeinde Belm offenbar völlig übersehen. Seit Anfang 2010 im nahen Osnabrück die Exklusivrechte der Primacom ausliefen, hat der Kabelnetzbetreiber begonnen, das Osnabrücker Kabelnetz rückkanaltauglich auszubauen und für High Speed Internet und Phone vorzubereiten. Mit in die Ausbauarbeiten einbezogen wurden die Kabelnetze der umliegenden Gemeinden Belm und Hasbergen, die von Osnabrück aus versorgt wurden. Auch hier verzögerte der lange Winter die Bauarbeiten, so dass man erst zum 1.4. den Ausbau beenden konnte.

Und während die Telekom noch fleißig Glasfaser verlegt und baut, sind die ersten Kunden von Kabel Deutschland schon online. Das hat sich Bürgermeister Wellmann sicherlich anders vorgestellt – droht doch nun der DSL-Ausbau das Gemeindesäckel stärker zu belasten als gedacht.

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

Unterdessen baut die Telekom fleißig auf. Dieses Bild entstand am 22.4. an der Lechtiger Straße auf der Höhe des Parkplatzes vom Landgasthaus Kortlüke. Telefonkabel und Glasfaser kommen vom Gattberg rüber. In diesen Scränken werden in den nächsten Tagen ein neuer Kreuzverteiler sowie die Outdoor-DSLAMs installiert. Die Größe der Installation lassen die Vermutung zu, dass hier auch ein Übergabekreuzverteiler installiert sind. Der Wettbewerber Vodafone könnte z.B. diesen KVZ kostengünstig per Glasfaser von der nahen Bahnstrecke Osnabrück-Bremen erreichen.

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Apr 24

Nein, auch Telkotalk hat keine Insiderinformationen aus den Chefetagen. Der Amerikaner Brian Sullivan leitet ja erst seit Anfang April 2010 den Bezahlsender Sky – Deutschlands unterhaltsamstes Millionengrab. Man muss jedoch kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch er am Ende scheitern wird.

Aber vorher versucht uns Herr Sullivan mit markigen Sprüchen in einem Interview mit der FAZ uns Konsumenten zu erklären, wie billig Sky doch eigentlich sei und das wir Konsumenten bislang nur zu doof waren, das zu kapieren.

Und er erklärt uns das ganz anschaulich: „Der Einstiegspreis für Sky von 16,90 Euro im Monat ist umgerechnet billiger als eine Tasse Kaffee am Tag„. Das mag stimmen, wenn man die teuerste Sorte Edelpads konsumiert. 30 Tassen Filterkaffee sind in Deutschland deutlich günstiger als 16,90€ – auch wenn man hochpreisige Premiummarken bevorzugt.

Weiter poltert er „…dennoch kommt der wahre Fußballfan an Sky nicht vorbei, wenn er alle Spiele live, in voller Länge, und viele sogar in bester HD-Qualität sehen will.“ Wollen wir Fußballfans das wirklich? Natürlich ist die Qualität der Liveberichterstattungen gestiegen und man sieht schon lange im TV mehr und besser als im Stadion. Aber der „wahre Fußballfan“ ist mindestens alle 14 Tage im Stadion, weil er eine Dauerkarte seines Lieblingsvereins hat. Was nützt ihm das teure Sky-Abo und die Möglichkeit, alle Spiele in HD zu sehen, wenn er im Stadion steht? Richtig, nichts! In der Fankurve steht allenfalls die Live-Berichterstattung auf dem Handy hoch im Kurs, damit man jederzeit weiß, was in den anderen Stadien gerade los ist. Und wer verkauft sowas? Die Telekom.

In der Fankurve weiß man aber auch, wem man die Abendspiele in der Liga verdankt. Die späten Spiele sind bei den Fans nicht wirklich beliebt – Samstag abends kommt man mit der Bahn kaum noch vom Auswärtspiel heim. Aber die Abendspiele müssen ja sein, damit der Sky-Kunde mehr Fußball gucken kann. Herr Sullivan, wundern Sie sich daher nicht, wenn man in den Fankurven der Liga gar nicht gut auf Sky zu sprechen ist.  Mit platten Rechnungen wie „Alle Fußballspiele kosten dann weniger als der einmalige Stadionbesuch“ gewinnt man in deutschen Stadien keine Freunde…

Wir Fans mochten Arena und Arenas bodenständige Preise. Der eine oder andere Fan freundet sich mit Liga Total! an. Manche sind auch noch Premiere-Kunde. Sky? Nein, Sky ist in den Köpfen noch nicht angekommen. Die Telekom hat das auch gelernt. Nach der Umstellung von der Post auf Telekom wurden viele Kunden von den weiteren Firmierungen wie T-Online, T-Com und T-Home verwirrt und haben lieber bei Arcor oder 1&1 unterschrieben. Jetzt gibts nur noch die Telekom Deutschland und jetzt kommen die Kunden vielleicht wieder. Denn bei Telekom gibts Liga Total! Unter dem Namen kann sich auch Opa Gehrke was vorstellen. Sky? Achja, so heißen doch ca 200 Supermärkte der Coop. Fernsehen? Klar, Fernseher verkaufen die bei Sky auch.

Also Herr Sullivan, wie wäre es mit einem Besuch im Stadion? Nicht abgeschottet in einer VIP-Kabine, sondern richtig mitten unter den Fans. Mit Bier und der obligatorischen Stadioncurrywurst. Wenn Sie danach zu Hause ankommen, dann werden Sie wissen, wieviel Sky der Fan braucht. Die anderen Spiele laufen dann schon in der Sportschau. Oder man ruft sie aus der Bibliothek bei Liga Total ab. Jederzeit, das ist Vorsprung durch Technik. Technik, von der Sky sich selbst durch den Bruch mit der Telekom abgekoppelt hat.

Es gab Anfang der 90er Jahre eine Umfrage, nach der ein Duchrschnittsbürger bereit sei, insgesamt ca 60 DM im Monat für Fernsehen auszugeben. Von diesen 60DM gingen seinerzeit fast die Hälfte schon an die GEZ. Ein evtl. vorhandener Kabelanschluss schlug mit weiteren 16 bis 20 DM zu Buche. Der Rest wurde in Videotheken getragen. Die Summen, die deutsche Konsumenten für Bezahlfernsehen auszugeben bereit sind, mögen sich im Laufe der Zeit geändert haben. Aber sie waren nie besonders hoch. Daher hat Premiere zu keinem Zeitpunkt Geld verdienen können. Und inzwischen gibt es für Premiere/Sky auch noch Wettbewerb durch IPTV-Anbieter und HD+. Wie Herr Sullivan da Geld verdienen will, wird er selber noch nicht wissen.

Wie wirbt Sky gerade? „Es ist Zeit für besonderes Fernsehen„. Stimmt – die WM steht vor der Tür und die gibt es erstmals in HD. Im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Ohne Aufpreis.

Und irgendwann im Frühjahr nächsten Jahres ist es Zeit für einen Flieger der Herrn Sullivan zurück in seine Heimat bringt. Wenn nicht wieder Aschealarm ist. Und vielleicht hat er dann kapiert, dass Fernsehen in Deutschland anders funktioniert als in anderen Ländern. Und Fußball im Stadion immer noch am schönsten ist. In meinem Lieblingsstadion singt übrigens Lotto King Karl vor dem Spiel ein Lied, in dem es u.a. heißt „… schießt Geld dir keine Tore“

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Apr 04

Jeder kennt ihn inzwischen: Den Leiter der Kunden(un)zufriedenheit bei einem Internetanbieter aus Montabaur.

Unbestätigt ist allerdings, wie es dazu gekommen soll:

Dunkel beleuchteter Raum, ernst blickende Gestalten sitzen an einem langen Konferenztisch. Am Ende blickt ein älterer Mann mit ernster Mine in die Runde und die Kamera.

Uns laufen die Kunden davon! Wir müssen was tun. Vorschläge? Lohmann!

Die Kamera schwenkt nach rechts auf einen Mann, der wir auf Kommando ein blaues Fähnchen schwenkt.

Wir könnten bunte Fähnchen verteilen.

Oder wir machen es wie die Telekom“ entgegnet eine junge Frau, die einige Tage später in der Arbeitsagentur gesehen worden sein soll. „Stabiles eigenes Glasfasernetz, eigene Shops, gut erreichbare Hotline und kurze Entstörzeiten.

„Was brauchen Sie dazu?“

eigene DSLAMs in 8000 HVTs, 85000 Kollegen,…“ weiter kam sie nicht.

Ich glaube, wir machen das mit den Fähnchen“ würgt sie der Mann am Ende des Tisches ab. Er schaut noch einmal in die Runde, da wagt es ein anderer, das Wort zu ergreifen

Wir könnten auch einen Leiter Kundenzufriedenheit beim nächsten Werbespot vor die Kamera stellen. Das ist billiger als die Fähnchen und vielleicht glaubt der eine oder andere Kunde ja, dass wir wirklich einen Kundenservice haben.

Gute Idee. Haben Sie einen Freiwilligen?

An dieser Stelle brach die Aufzeichnung wegen einer DSL-Störung leider ab, aber der geneigte Leser ahnt, wie es ausging…

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