Okt 30

Wie wirbt Apple so zutreffend beim Iphone 4: „Das ändert alles. Wieder einmal.

Und das stimmt sogar. Seit vergangenem Donnerstag ist das Iphone-Monopol der Telekom gefallen und seit sinken auch die Preise für die Geräte. War das Iphone als EU-Import bis vor wenigen Tagen kaum unter 800 Euro bei den diversen Import-Shop zu beschaffen, verkündigte O2 Ende letzter Woche den Preis 649,- Euro für die 16GB-Version. Zahlbar wahlweise sofort oder ohne Aufpreis in 24 Monaten. Im Apple-Shop wird dieser Preis seit Donnerstag sogar noch einmal unterboten – dort sind nur 629 Euro zu berappen.

Zum Gerät selbst ist nicht viel zu sagen: Es ist ein Iphone und technisch gibt es mindestens ein halbes Dutzend Android-Geräte, die dem neuen Iphone 4 in praktisch allen Belangen überlegen sind. Der ärgste Wettstreiter um die Gunst der Käufer dürfte im Moment Samsungs Galaxy S I9000 mit seinem 4″ Display sein. Das Display des Samsung ist ein organisches LED-Display der 4. Generation aus eigener Fertigung und derzeit das beste Display am Markt. Bei dieser Art von Displays herrscht im Moment große Knappheit und Samsung verfügt derzeit über die einzige Fertigungsstätte mit nennenswertem Ausstoß. Die produzierten Displays reichen aber nicht einmal für Samsungs Eigenbedarf – was zu Lieferengpässen bei den Telefonen führt.

Interessanter sind schon die Tarife, die von den Telekom-Wettbewerbern für das Iphone geschnürt wurden. Bei Vodafone gibts keine Überraschungen – es sind die altbekannten „Superflat“-Tarife. Mehr Abwechslung dagegen bei O2. Neben dem O2 o mit Datenflat gibt es neue Tarife mit und ohne Laufzeit.

Auffallende Zurückhaltung bei eplus: Hier scheint nach einem Vorstoß mit dem „alten“ 3GS im Sommer keine neue Iphone-Vermarktung geplant zu sein. Die Netzbetreiberhomepage verweist zum Bezug der Telefone noch auf den myistore-Shop, der für das Iphone 4 16GB heute (30.10.2010) stolze 899 Euro verlangt. Wir erinnern uns, der Apple Webstore verlangt 629 Euro…

Und was hat sich nun geändert: Unterm Strich gar nicht so viel, wie viele gehofft haben. Das Iphone  4 ist nun offiziell und frei in Deutschland erhältlich, was den Preis auf das Niveau anderer europäischer Nachbarn gedrückt hat. Apple verkauft seine Geräte aber weltweit zu recht stolzen Preisen und die Apple Fans zahlen diese Preise, so wie viele Fans die (zu) teuren Trikots Ihrer Lieblingsfußballstars bezahlen. An dem Tarifgefüge hat sich zumindest bei den D-Netzen wenig geändert. Neu ist eben die Möglichkeit, ein Iphone in den günstigeren E-Netzen zu nutzen, wo eben O2 (E2-Lizenz) mit einem ordentlichen Netzausbau lockt. Der Iphone-Käufer darf ja nicht vergessen, dass er ein Telefon mit insgesamt eher mäßigem Empfang nutzt. Insbesondere beim Iphone 4 ist bekanntermaßen auf das richtige Halten des Gerätes zu achten, damit nicht zu Gesprächsabbrüchen kommt.

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Okt 12

Anfang 2009 vereinbarte die Telekom neben einer Kooperation mit Arcor in zwei Städten auch eine Kooperation mit der Oldenburger EWE Tel. Gegenstand dieser Vereinbarung war der gegenseitige Zugang zu den Netzen und der Ausbau der Infrastruktur in 9 norddeutschen Städten mit einer einheitlichen Technik. Während die Telekom in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Stade VDSL bereitstellen wollte, sollte die Telekommunikationstochter des Energieversorgers EWE die Städte Leer, Vechta, Cloppenburg, Aurich und Delmenhorst ausbauen. Nun wurde das offenbar nie vertraglich fixierte Vorhaben zu Grabe getragen. Besonders überraschend sind die vom Delmenhorster Kreisblatt recherchierten Gründe:

Neben den nach wie vor unsicheren regulatorischen Vorgaben durch die Bundesnetzagentur wird von der EWE der zeitraubende Abstimmungsprozess als großes Hindernis benannt. Der dritte Grund sei die Konzentration des Regionalcarriers auf die Fläche im ländlichen Raum. Die EWE Tel hat sich in der Vergangenheit mehrfach um den Ausbau mit schnellen Verbindungen beworben und den Zuschlag erhalten. So wurde im Landkreis Oldenburg die Anbindung von 12.000 Haushalten mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket realisiert oder z.B. in den Gemeinden Stuhr und Weyhe, die zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Mehr Breitband fürs Land“ gehören.  Angesichts dieser reichlich geförderten Projekte erscheine nun der ungeförderte Ausbau einer Stadt wie Delmenhorst unattraktiv. „. „Geschwindigkeit und Umfang des Netzausbaus in Delmenhorst müssen neu besprochen werden.“ wird EWE Tel-Sprecher Christian Bartsch zitiert.

Sollten hier die Förderungen der öffentlichen Hand für ländliche Bereiche dazu führen, dass der Ausbau in anderen, weniger ländlichen Gebieten gestoppt oder verzögert wird? Die Äusserungen der EWE geben allen Grund zur Annahme, das in der Oldenburger Firmenzentrale Gedanken dieser Richtung nicht fremd sind.

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Okt 11

Das ist rekordverdächtig: Microsoft hat via Twitter nicht weniger als 49 Patches für den Oktober-Patchday am 12. angekündigt. Davon sollen 4 Patches Lücken stopfen, die als kritisch eingestuft werden. Die genaue Liste wird es natürlich erst am Dienstag geben, wenn Micrsoft gegen Abend deutscher Zeit die Patches freigibt.

Über eins täuscht die schiere Zahl der Patches hinweg: Microsoft hat den Spitzenplatz bei den zu stopfenden Sicherheitlücken schon vor vielen Jahren an Oracle (inklusive SUN) abgeben müssen. Und nach Angaben des letzten Secunia Halbjahresberichtes 2010 hat nun Apple hier die ungeliebte Marktführerschaft errungen. Das Glück vieler Apple Kunden ist es wohl nur, dass nach wie vor die Mehrzahl der Kriminellen Windows angreifen, weil etwa 10 mal so viele Rechner mit Windows laufen als mit Apples Systemen. Vielfach wird auch behauptet, die Lecks bei Apple seien weniger kritisch, allerdings bestehen hieran angesichts neuester Erkenntnisse über Lücken bei älteren Ipods/Iphones inzwischen Zweifel. Während Microsoft seit Jahren offen angibt, welche Lücken geschlossen werden, ist Apple bei diesen Angaben sehr viel zugeknöpfter. Noch schlimmer: Apple hat in der Vergangenheit einige sehr kritische Fehler viel zu spät gepatcht. So zum Beispiel beim DNS-Bug, von dem im Jahr 2008 praktisch alle DNS betroffen waren und der in einer konzertierten Aktion am 8.7.2008 nach einem Vierteljahr Vorbereitungszeit (der Fehler wurde im März erstmals entdeckt) von praktisch allen betroffenen Herstellern mit Ausnahme Apples gepatcht wurde.

Zum Microsoft Patchday: Microsoft patcht Windows (alle supporteten Versionen) und die gängigen Anwendungsprogramme typischerweise immer am zweiten Dienstag eines Monats. Aufgrund der Zeitverschiebung sind die Patches hier in Deutschland erst zum Abend hin verfügbar.  „Ausser der Reihe“ werden  sehr kritische Fehler „gepatcht“, deren Behebung keinen Aufschub mehr duldet, weil z.B. schon Angriffe im Umlauf, die diesen Fehler ausnutzen. Manchmal werden aber auch einige Tage vor dem Patchday vorbereitende Patches verteilt, z.B. ein neuer Update-Loader. Mit dem Patchday kommt Microsoft den Usern und insbesondere den Firmenkunden entgegen, die ihre Rechner nicht automatisch die Updates einspielen lassen möchten. Insbesondere bei privater Nutzung ist es jedoch sehr empfehlenswert, Windows automatisch die Updates einspielen zu lassen. Die Gefahr, durch versäumte Updates angreifbar zu werden, ist einfach zu groß.

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Okt 01

Fast 21 Jahre nach den Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR sind es die Ereignisse um das Projekt Stuttgart21, die dazu geeignet sind, politische Geschichte zu schreiben. Längst geht es um mehr als nur die Verlegung eines Bahnhofs in den Untergrund die damit verbundene Versenkung vieler Steuermilliarden. Es geht um mehr als eine verkehrspolitische Entscheidung.

Es geht um das demokratische Wesen in Deutschland. Um das Prinzip der repräsentativen Demokratie in Deutschland. Und die Frage, wie es möglich ist, dass die vom Volk gewählten Repräsentanten bei diesem Projekt seit Jahren die Meinung der Mehrheit der Bürger (dem Volk) ignorieren.  Die große Mehrheit aller Politiker war immer dafür, genauso wie die Mehrheit der Bürger Stuttgarts und Baden Württembergs dagegen ist. Eine der aktuellsten Umfragen ist die des SWR. Die Politiker ignorieren diesen Bürgerwillen noch immer, so wie sie es bislang auch getan haben.

Noch geht es in Stuttgart nur um den Bahnhof und die Bahntrasse. Noch ertönen keine „Wir sind das Volk“ Rufe. Wie lange noch? Erst am vergangenen Donnerstag lieferte sich die Polizei eine Schlacht mit „gefährlichen“ Schulkindern. Die haben ihrem Unmut mit einigen Kastanien freien Lauf gelassen und wurden mit Wasserwerfern vertrieben. Bald geht es um mehr. Um das System der repräsentativen Demokratie. Und um den Volksentscheid. Die Lage um Stuttgart21 wird ohne einen Volksentscheid kaum noch in den Griff zu bekommen sein. Den einseitigen Baustopp kann niemand ohne Volksentscheid dauerhaft verantworten. Aber den Volksentscheid fürchten Politiker wie der Teufel das Weihwasser…

Liebe Politiker: Der Bürger hat zwar keine Wasserwerfer, um Euch aus Euren Ämtern zu vertrieben. Aber er hat den Wahlzettel. Papier ist bekanntlich eine scharfe Waffe.

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