Nov 28

Der DSL-Markt ist heiß umkämpft, wie jeder unschwer erkennen kann, der abends einen der Privatsender schaut. Die großen Anbieter kämpfen nach wie vor über den Preis um die Kunden.

Der Marktanteil von DSL schrumpft indes. Zwar steigen die absoluten Anschlusszahlen noch leicht, aber immer mehr Neukunden entscheiden sich für Internet via TV-Kabel. Das wird billiger und schneller angeboten.  Und die Kunden schauen zunehmend nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern bestellen auch die teureren, superschnellen Angebote mit 60 oder gar 100 Mbit/s.

Konkret konnte Kabel Deutschland nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn 180.000 neue Internet-Kunden gewinnen und dürfte am Jahresende über 1,1 Millionen Internet-Kunden haben. Unitymedia steht dem kaum nach und vermeldet 150.000 Neukunden seit Jahresanfang. Auch bei Kabel-BW gibt es reichlich Zulauf – stolze 90.000 Neukunden seit Jahresanfang.

Zum Vergleich: Bei den klassischen DSL-Anietern konnten nur die Telekom (plus 340.000) , Alice/o2 (plus 30.000 in Q3, kein Wert seit Jahresanfang verfügbar) und Vodafone (plus 80.000) Zuwächse bei den DSL-Kunden verbuchen. Bei 1&1 sank die Zahl der Kunden trotz aufwendiger vertrauensbildender Maßnahmen leicht um 30.000 alleine im letzten Quartal. Bei Versatel hingegen nimmt der Kundenschwund schon bedrohliche Formen an – seit Mitte 2009 verlor man ca 80.000 Kunden und zählt nur noch 630.000 Privatkunden im Bestand.

Offenbar können die Kabelanbieter mit ihrer Kombination aus höheren Geschwindigkeiten und attraktiven Preisen bei vielen Privatkunden punkten. Zwar sind Geschwindigkeiten jenseits von VDSL 50.000 auch immer Kabel noch die Ausnahme und nicht die Regel, aber schon die eigentlich immer verfügbaren 20.000 bis 30.000 liegen deutlich über dem, was der Durchschnittskunde mit DSL bekommen kann. Den Kabelanbietern gehört die Zukunft – das ist nicht nur eine Einschätzung von Fachleuten, sondern eine Erkenntnis, die offenbar schon im Markt angekommen ist. Speziell die Wettbewerber der Telekom müssen sich dringend überlegen, wie und womit sie in 10 Jahren Geld verdienen wollen. Sonst werden die beiden Branchenverbände BREKO und VATM noch zu Clubs der Toten Telefonfirmen.

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Nov 25

Kaum konnte Sky durch etwas bessere Quartalszahlen etwas Ruhe in das Geschäft und den Aktienkurs bringen, da droht neuer Ärger und Ungewissheit:  Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat die Geschäftsberichte des Senders aus den Jahren 2007 und 2008 intensiv geprüft und gleich mehrere fehlerhafte Angaben entdeckt. Der Aktienkurs von Sky setzte daraufhin zu einer neuen Talfahrt an.

Konkret wirft die BaFin nicht nur die bereits bekanntgewordene Falschangabe der Kundenzahlen vor.  Die BaFin kam nun zu dem Ergebnis, dass der Konzernbericht (damals noch Premiere)  zum Geschäftsjahr 2007 eine um 623.000 Kunden geschönte Abonnementenzahl auswies. Auch nach Abschluss des zweiten Quartals 2008 soll Premiere laut BaFin 611.000 Kunden mehr ausgewiesen haben als tatsächlich unter Vertrag standen.

Dies sind aber nicht die einzigen Kritikpunkte der BaFin. Dem damaligen Vorstand von Premiere wird vorgeworfen, im Jahresbericht 2007 nicht ausreichend über den Umfang der zu entrichtenden Gegenleistung für den Erwerb der Bundesliga-Sublizenz von arena informiert zu haben.  Weiter seien die Risiken in Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb der Bundesligarechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 im Jahr 2008 nicht ausreichend beurteilt und erläutert worden. Der Vorstand wäre in der in der Pflicht gewesen, im Detail über die Folgen zu informieren, die ein Nichterwerb der Live-Rechte der Fußball Bundesliga gehabt hätte.

Auch über den Unternehmenswert gibt es nach Ansicht der BaFin Diskrepanzen. Sky hält die Feststellungen der BaFin für unzutreffend und will diese gerichtlich überprüfen lassen. Sollten sich die Angaben der BaFin bestätigen, käme für  Sky eine Korrektur der Geschäftsberichte in Frage. In diesem Falle könnten jedoch Schadensersatzansprüche von Anlegern auf den Konzern zukommen. Der Aktienkurs von Sky reagierte auf diese Nachrichten entsprechend negativ.

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Nov 22

Nachdem Vodafone-Chef Vittorio Colao Anfang des Monates bei der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen andeutete, das Kunden für besonders schnelles mobiles Internet auch extra zahlen sollen, legt nun Telekom-Chef Rene Obermann nach. In einem Interview mit „Zeit online“ forderte er ein Ende der Scheindiskussion über die Netzneutralität. „Wer eine zusätzliche Leistung in Anspruch nimmt, also als Kunde bestmögliche Bandbreite garantiert haben will, zahlt dann auch ein bisschen mehr“ wird der Manager zitiert. Klingt harmlos und einleuchtend, ist aber der Ausstieg aus der Netzneutralität und der Einstieg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft beim mobilen Internet.

Und wer sich die Ergebnisse der LTE-Versteigerungen mal genau anguckt, der sieht hier den Schlüssel zu den Zwei-Klassen-Netzen. Aus dieser Option macht eine Telekom keinen Hehl. Die LTE-Frequenzen im Gigahertz-Bereich eröffnen in den Städten den Aufbau von Citynetzen für „Besserzahler“. Ganz ohne böse Verletzung der Netzneutralität oder Priorisierung bestimmter Inhalte oder Nutzer. Wer mehr zahlt und ein passendes Endgerät hat, kann dann eben die Turbofrequenz nutzen, alle anderen nutzen die anderen, überlasteten Frequenzen. Ich bin mir sicher, dass es so kommen wird und die beiden Marktführer in fünf Jahren „Premiumprodukte“ auf dieser technischen Basis anbieten werden. Mit dieser Lösung wird der Schein der Netzneutralität gewahrt und man hat dennoch das Produkt für die Besserzahler.

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Nov 21

Dem Stammleser ist es sicherlich sofort aufgefallen: Telkotalk hat ein neues Design. Das neue, vom Hintergrundbild etwas an OS X von Apple angelehnte Template ist insgesamt frischer und lebendiger. So wie die Branche, um die es hier geht.

Neu ist auch ein klein wenig Werbung von Congstar. Die Tochter der Telekom gefällt durch ihr frisches, jugendliches Image und durch unkomplizierte Produkte zu sehr fairen Preisen. Wer da noch seine Telekommunikationsbedürfnisse beim Kaffeeröster oder Drogeriemarkt deckt, ist echt selbst schuld.

Schreibt einfach mal, wie Euch dieses Design gefällt. Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Gruß Holger

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Nov 08

Gut 10 Tage nach Fall des iphone-Monopols poltert Herr Thorsten Dirks, Chef bei eplus, gegenüber dem Handelsblatt gegen das iphone. Zuvor hat auch eplus mit Apple verhandelt, sich aber wohl nicht zu Mindestabnahmemengen bereit erklären wollen. Und so wird er nun mit den Worten „Apple wird in zwei Jahren beim Marktanteil nicht mehr da sein, wo sie heute sind“ zitiert. Natürlich wächst der Marktanteil von Android schneller als der von Apple, die Absatzzahlen von Apple sind aber dennoch sehr beeindruckend. Der gleiche Thorsten Dirks hatte dem iphone ja schon bei Apples Markteintritt Bedeutungslosigkeit attestiert und lag damit unbestritten daneben.

Auch die Aussage Dirks zu LTE „Das ist doch nur etwas für die Egos der Manager“ darf man stark bezweifeln. LTE wird unzweifelhaft in der Fläche eine gegenüber UMTS deutlich verbesserte Versorgung ermöglichen. Allerdings könnte LTE in der Tat für eplus unwichtig sein – denn der grüne Mobilfunkanbieter hat aufgrund seines schlechten UMTS-Ausbaus kaum Vertragskunden im Datenbereich. Und deshalb wird auch die vor 14 Tagen aufgestellte Behauptung, eplus werde Ende 2012 das „beste Netz für den Massenmarkt“ sein, von vielen Marktkennern mit lauten Lachen quittiert. Das Wachstum der letzten Jahre konnte eplus nur mit einem enorm großen Anteil von Prepaid-Produkten über diverse Discountmarken realisieren. Damit lastet man sicherlich das vorhandene Sprachnetz ordentlich aus und sorgt für klingelnde Münze, zielt aber nicht auf die wichtigen Kunden, die an höherwertigen Datendiensten interessiert sind und dafür auch bereit sind, etwas auszugeben. Oder will man bei eplus am Ende lieber preisbewußte statt qualitätsbewußte Kunden haben? Kunden, die wegen 100 Euro Unterschied auf ein iphone verzichten und lieber ein Android-Handy kaufen?

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