Jan 11

Wer heute die Nachrichten hörte oder sah, staunte nicht schlecht: Ein Virus in den Nachrichten! Dazu noch ein „alter“ Schädling. Was steckt dahinter?

Der Virus, um den es geht, ist ein Trojaner. Er verbiegt im PC die Abfrage der Domainnamen. Der Rechner fragt nun nicht mehr bei den DNS-Servern des eigenen Providers, sondern auf Servern der Kriminellen nach den IP-Adressen. Einen DNS-Server braucht man, damit eine URL wie z.B. www.telkotalk.de in die richtige IP-Adresse (in diesem Beispiel 85.114.130.79) übersetzt wird. Ein solcher Server in der Hand von Kriminellen führt dazu, dass gezielt Seiten verbogen werden. Statt der gewünschten Webseite wird dem Surfer eine Fälschung untergeschoben, um seine Nutzerdaten für Webseiten wie facebook, ebay usw. abzugreifen. Oder Kreditkartendaten. Da nur wenige Seitenaufrufe umgebogen werden, der Rest normal funktioniert, bleibt es lange unentdeckt.

Im Falle des Trojaners „DNS-Changer“ wurden dieTäter  im vergangen Herbst gefaßt, die manipulierten Server vorrübergehend vom FBI durch normale DNS-Server ersetzt. Aber der Trojaner war erfolgreich und aktuell sind es laut FBI mehr als 35.000 deutsche Nutzer täglich, deren Rechner nicht die DNS-Server ihres Providers nutzen, sondern die vom Trojaner verbogenen. Auf mindestens 35.000 deutschen PCs ist der Trojaner also noch aktiv!

Da das FBI will nun diese Server Anfang März abschalten und daher ruft das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und der Telekom zum Test des eigenen Rechners auf Befall durch diesen Trojaner auf. Auf der Webseite www.dns-ok.de kann der Rechner einfach getestet werden. Dort findet man auch Tipps, um den Schädling bei Bedarf zu entfernen.

Noch einmal der dringende Rat: Schützen Sie Ihren Rechner durch einen wirksamen Virenschutz. Dazu kann man auch auf kostenlose Software zurückgreifen. Waren es vor Jahren Schüler, die aus Jux Viren schrieben und verbreiteten, so sind es heute fast ausschließlich gut organisierte kriminelle Banden, die mit Trojanern Daten ausspähen oder SPAM versenden wollen. Die Schädlinge schaffen es leider immer wieder, durch Lücken in veralteter Software auf die Rechner zu gelangen und Schutzsoftware zu umgehen.

Daher der dringende Rat:

1. Halten Sie das Betriebssystem und die verwendeten Programm immer auf dem aktuellen Stand.

2. Software, für die es keine Updates mehr gibt, sollte durch aktuelle Software eines anderen Herstellers ersetzt werden

3. Nutzen Sie Antivirensoftware. Diese muss nicht teuer sein – rudimentären Schutz gibt es sogar kostenlos. Kommerzielle Softwarelizenzen sind ab 20 Euro pro Jahr erhältlich.

 

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , , , , , ,

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