Okt 21

In dieser Woche erschien die 14. TK-Marktanalyse des VATM, die als PDF kostenlos verfügbar ist. Sie zeigt wie kaum eine andere Marktbeochbachtung auf, wie es um den Wettbewerb und die Marktanteile auf dem deutsche TK-Markt bestellt ist. Naturgemäß legt die Studie, die von Dialog Consult im AUftrag des VATM erstellt wurde, einen besonderes Fokus auf die Wettbewerber der Telekom – ein Teil davon ist schließlich im VATM organisiert, die kleineren ziehen den BREKO vor.

Betrachtet man das Festnetz, so gibt es drei wichtige und einigermaßen ernüchternde Erkenntnisse:

  1. Das Wachstum findet fast ausschließlich im Bereich TV-Kabel statt. Bei den klassischen Anschlüssen (ADSL) gibt es kaum Wachstum, eher Umverteilungen. Einer der Verlierer ist O2, die mit der übernommenen Marke Alice DSL in den letzten Monaten keinen klaren Kurs gefahren sind und daher Marktanteile abgaben.
  2. Glasfaserprodukte spielen noch immer keine Rolle. Zwar ist es in einigen Städten möglich, direkte Glasfaseranschlüsse zu erhalten, aber die Marktanteile sind noch verschwindend gering.
  3. Nach wie vor wird, vermutlich aus Kostengründen, das Produkt DSL 6000 am stärksten nachgefragt. Hier liegt die Preisuntergrenze bei 19,95 – ein Preis, bei dem praktisch nichts mehr zu verdienen ist, wie auch die Studie eindrucksvoll auf Seite 6 zeigt.

Wer sich die kurzweilige Lektüre der Studie sparen möchte, dem seien hier noch zwei ganz interessante Zahlen vermerkt, die uns „Powerusern“ von Internet und Handy immer sehr komisch vorkommen und die Sie gekonnt beim nächsten Stammtisch in die Runde werfen können:

  • Das pro Anschluss transportierte durchschnittliche Datenvolumen wird 2012 bei ca 12,5GB pro Monat liegen. Dabei hatte die Netzgemeinde doch schon vor Jahren gelacht, die United Internet es wagen könnte, Kunden mit mehr als 20GB monatlich die Kündigung anzubieten.
  • Trotz Facebook und Whatsapp: Die Zahl der versendeten SMS wird auch 2012 eine neue Rekordmark brechen. Geschätze 157,2 Millionen SMS pro Tag werden es 2012. Das entspricht einem Wachstum von 6,4% gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz mit den SMS wird allerdings geringfügig sinken – immer mehr Tarife haben SMS-Flatrates oder große SMS-Pakete.

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Okt 01

Am vergangenen Wochenende wurde eine Sicherheitslücke bekannt, die fast alle Android-Smartphones betrifft und die sehr unangenehme Folgen haben kann. Und zwar ist es, wie heise-online berichtet, eine Steuercode-Schwachstelle. Diese ermöglicht es, GSM-Steuercodes nicht nur über die Tastatur, sondern auch entsprechende Links in Webseiten oder Mails auszuführen. Neben den bekannten und harmlosen Steuercodes wie z.B. *#06# (gibt die IMEI-Nummer des Gerätes aus) gibt es Codes, mit denen man die SIM-Karten sperren kann oder bei einigen Herstellern auch Codes, die ohne weitere Rückfrage das Gerät auf Werkseinstellung zurücksetzen und alle dabei Benutzerdaten unwiederbringlich löschen.

Das Problem betrifft fast alle Android-Geräte mit Versionen vor Android 4.1 Jelly Bean. Es ist ein Fehler im Wählprogramm, das nur sehr wenige Hersteller modifiziert oder durch ein eigenes ersetzt haben. Google hat diesen Fehler in der aktuellen Android-Version behoben – bei der bisheringen Update-Politik dermeisten Hersteller wird es aber vermutlich keine Updates für ältere Smartphones geben.

Zusammen mit anderen bekannten Sicherheitslücken in älteren Android-Versionen wäre ein Erpresser-Trojaner vorstellbar, der bei Nichtzahlung innerhalb von X Stunden damit droht, die Karte endgültig unbrauchbar zu machen oder das Telefon zu resetten.  Einen evtl. fälligen Kartenwechsel lassen sich die Netzbetreiber meist mit Beträgen zwischen 15 und 30 Euro bezahlen, eine Datensicherung von einem bereits infizierten Telefon ist fast unmöglich, da man das Telefon ja nicht mit Rettungs-CD oder ähnlichem starten kann.

Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Kriminellen das „ErfolgsmodellUkash-Trojaner in die Mobilwelt portieren werden. Die Updatepolitik von Google und den Telefonherstellern macht es Ihnen viel zu einfach. Einen Windows-PC kann man mit geringem Aufwand aktuell halten. Microsoft und andere Softwarehersteller bringen bei gefundenen Sicherheitslücken inzwischen innerhalb weniger Stunden passende Updates heraus. Dennoch ist durchschnittliche jeder Zehnte PC aufgrund von nicht aktueller Software verwundbar – da hilft auch kein aktueller Virenschutz. In Spitzenzeiten kurz nach Bekanntwerden einer Sicherheitslücke) ist der Prozentsatz infizierbarer Rechner sehr viel höher! Kriminelle nutzen solche Lücken innerhalb weniger Stunden aus. Bei den Smartphones wurden bislang Sicherheitlücken erst nach Monaten oder oft auch gar nicht beseitigt, weil der Hersteller die neuere Software nicht mehr für ältere Geräte bereitstellt. Also viel Zeit für die Internet-Unterwelt.

Gegen den Fehler im Android-Dialer gibt es inzwischen einige Apps, die das ungefragte Ausführen von „tel:“-Urls verhindern.  Aktuelle sind die kostenlosen Apps „Telstop„, „NoTelUrl“ und „USSD Filter„. Besitzer von iphones sollten nicht zu laut vor Schadenfreude jubeln, denn auch IOS hat in allen Versionen Probleme mit manipulierten Tel:-Urls. Bei zu großen Urls stürzt es durch einen Überlauf einfach ab.

 

Es gilt für alle Beteiligten zu lernen, dass moderne Smartphones mindestens genauso verwundbar für Angriffe krimineller Banden sind wie gewöhnliche Computer. Vorbei die Zeiten, das arbeitslose Heranwachsende aus Langeweile Würmer auf die Menschheit losließen. Heute sind es straff orgarnisierte Banden, die mit geklauten EC- und Kreditkartendaten, SPAM-Netzwerken, Erpressungstrojanern und anderem hunderte Millionen Euro erbeuten. Und denen wird es oftmals erschreckend einfach gemacht. Es wird Zeit, das sich was ändert und ein Umdenken stattfindet.

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