Dez 30

Ja, wieder ist ein Jahr vorrüber. Zeit, Bilanz zu ziehen. Auch Telkotalk wird das machen, verbunden mit einem Ausblick auf das kommende Jahr. Anfang des Jahres hier zu lesen…

An dieser Stelle heißt es aber erst einmal Danke zu sagen. Danke an alle treuen Leser. Euch Allen da draußen, wo immer ihr seid, wünscht Telkotalk einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr.

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Dez 18

Jeder, der in den vergangenen Wochen Nachrichten gehört, gesehen oder gelesen hat, hat auch von Wikileaks gehört. Die Seite wurde durch die Veröffentlichung von 250.000 angeblich geheimen US-Dokumenten bekannt. Bereits zuvor gab es Veröffentlichungen geheimer Papiere.

Ob Dokumente, zu denen angeblich mehr als 750.000 Personen Zugriff haben, noch als geheim gelten können, das sei dahingestellt. Fakt ist, die letzte Aktion hat die US-Regierung und US-Behörden offenbar sehr stark gereizt.

Rein zufällig und natürlich aus freien Stücken und nicht etwa auf Anregung oder gar Druck der US-Administration kündigt Amazon das Webhosting. Wikileaks biete Material an, an dem man nicht die Urheberberichte besitze – so die offizielle Begründung. Auch der Domaine-Service-Provider EveryDNS.net schaltete ab. Angeblich, weil die Domain das ständige Ziel von “Cyberangriffen” sei und diese Angriffe die anderen Kunden gefährde. Ähnliche Gründe müssen wohl auch die Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa Europe sowie PayPal zur Sperrung der Zahlungsabwicklungen bewegt haben. Alle drei sind US-Firmen und alle drei dementieren jeglichen politischen Einfluss auf diese Entscheidungen. Heute zog die Bank of America nach und begründete dies damit, “Man glaube, dass Wikileaks in Aktivitäten verwickelt sei, die sich nicht mit den internen Vorgaben zum Zahlungsverkehr vertrügen”.

Was macht eigentlich Wikileaks so Böses? Was ist daran neu?

Die Antwort ist simpel: Wikileaks veröffentlicht geheime Dokumente, die man der Webseite zuspielt. Sie hacken also nicht selber, sie veröffentlichen diese Dokumente nur. Ungefiltert, unkommentiert und unbewertet. Und nur letzteres ist neu. Denn seit es Zeitungen gibt, werden geheime Akten ganz oder auszugsweise veröffentlicht. Als Folge erscheinen Politiker im schlechten Licht oder müssen gar zurücktreten. Der weltweit bekannteste Fall dieser Art war die Watergate-Affäre in den USA, die mit Rücktritt von Präsident Nixon endete.

Und? Hat irgendeine Bank der Washington Post damals die Konten gekündigt? Nein. Hat gar eine Papierfabrik auf Druck der Nixon-Administration die Post nicht mehr mit Zeitungspapier beliefert? Ist zumindest nie bekannt geworden. Auf Julian Assange, den Gründer von Wikileaks, dagegen findet eine Hetzjagd statt, die nun damit gipfelt, dass die USA Anklage gegen ihn erheben wollen. Er habe den Hauptgefreiten, der vor ca einem halben Jahr 250.000 Dokumente entwendet und Wikileaks zuspielte, zum Diebstahl der Dokumente angestiftet.

Wie schon erwähnt, sind in meinen Augen Dokumente, die der US-Staat einer so unglaublich großen Zahl (ca 750.000) Angestellter und Soldaten  zugänglich macht, alles andere als geheim. Von Geheimnisverrat kann daher gar keine Rede mehr sein. Allenfalls von Weitergabe vertraulicher Informationen. Und die Verantwortlichen, die evtl. Dokumente, de wirklich geheim bleiben sollten, diesem großen Nutzerkreis zugänglich machten, die werden mit Sicherheit niemals zur Verantwortung gezogen. Obwohl man sie gewiss bei jedem einzelnen der 250.000 Dokumente ermitteln könnte.

Wie schön, dass sich Wikileaks nicht mehr abschalten lässt. Dem Aufruf, Mirror-Server bereitzustellen, die von Wikileaks per FTP aktualisiert werden können, wurde zahlreich gefolgt. Bei Wikileaks hoffte man auf 50 Server – es sind  inzwischen fast 2200 Mirror-Sites aus aller Herren Länder. Und inzwischen bekunden sogar einzelne Staaten offen ihre Sympathie für Wikileaks. Was auch immer man davon halten mag, der US-Regierung sollte klar sein, dass man das Recht auf freie Meinungsäußerung und freien Informationszugang niemals dauerhaft stoppen kann. Manchmal hilft der Blick in die eigene Verfassung. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in den USA eines der Heiligtümer der Verfassung und auch bei uns ist dieses Recht im Artikel 5 des Grundgesetz verankert, wenngleich auch durch zahlreiche andere Gesetze (=Ausnahmen) ausgehöhlt. So sehr ausgehöhlt, dass Herr Dr. Patrick Mayer diesem Artikel vor ca 10 Jahren eine Webseite widmete. Die Seite www.Artikel5.de wird leider nach seinem Tod 2001 nicht mehr so itensiv gepflegt, wie es das wichtige Thema verdient hätte.

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Nov 25

Kaum konnte Sky durch etwas bessere Quartalszahlen etwas Ruhe in das Geschäft und den Aktienkurs bringen, da droht neuer Ärger und Ungewissheit:  Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat die Geschäftsberichte des Senders aus den Jahren 2007 und 2008 intensiv geprüft und gleich mehrere fehlerhafte Angaben entdeckt. Der Aktienkurs von Sky setzte daraufhin zu einer neuen Talfahrt an.

Konkret wirft die BaFin nicht nur die bereits bekanntgewordene Falschangabe der Kundenzahlen vor.  Die BaFin kam nun zu dem Ergebnis, dass der Konzernbericht (damals noch Premiere)  zum Geschäftsjahr 2007 eine um 623.000 Kunden geschönte Abonnementenzahl auswies. Auch nach Abschluss des zweiten Quartals 2008 soll Premiere laut BaFin 611.000 Kunden mehr ausgewiesen haben als tatsächlich unter Vertrag standen.

Dies sind aber nicht die einzigen Kritikpunkte der BaFin. Dem damaligen Vorstand von Premiere wird vorgeworfen, im Jahresbericht 2007 nicht ausreichend über den Umfang der zu entrichtenden Gegenleistung für den Erwerb der Bundesliga-Sublizenz von arena informiert zu haben.  Weiter seien die Risiken in Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb der Bundesligarechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 im Jahr 2008 nicht ausreichend beurteilt und erläutert worden. Der Vorstand wäre in der in der Pflicht gewesen, im Detail über die Folgen zu informieren, die ein Nichterwerb der Live-Rechte der Fußball Bundesliga gehabt hätte.

Auch über den Unternehmenswert gibt es nach Ansicht der BaFin Diskrepanzen. Sky hält die Feststellungen der BaFin für unzutreffend und will diese gerichtlich überprüfen lassen. Sollten sich die Angaben der BaFin bestätigen, käme für  Sky eine Korrektur der Geschäftsberichte in Frage. In diesem Falle könnten jedoch Schadensersatzansprüche von Anlegern auf den Konzern zukommen. Der Aktienkurs von Sky reagierte auf diese Nachrichten entsprechend negativ.

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Nov 21

Dem Stammleser ist es sicherlich sofort aufgefallen: Telkotalk hat ein neues Design. Das neue, vom Hintergrundbild etwas an OS X von Apple angelehnte Template ist insgesamt frischer und lebendiger. So wie die Branche, um die es hier geht.

Neu ist auch ein klein wenig Werbung von Congstar. Die Tochter der Telekom gefällt durch ihr frisches, jugendliches Image und durch unkomplizierte Produkte zu sehr fairen Preisen. Wer da noch seine Telekommunikationsbedürfnisse beim Kaffeeröster oder Drogeriemarkt deckt, ist echt selbst schuld.

Schreibt einfach mal, wie Euch dieses Design gefällt. Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Gruß Holger

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Okt 01

Fast 21 Jahre nach den Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR sind es die Ereignisse um das Projekt Stuttgart21, die dazu geeignet sind, politische Geschichte zu schreiben. Längst geht es um mehr als nur die Verlegung eines Bahnhofs in den Untergrund die damit verbundene Versenkung vieler Steuermilliarden. Es geht um mehr als eine verkehrspolitische Entscheidung.

Es geht um das demokratische Wesen in Deutschland. Um das Prinzip der repräsentativen Demokratie in Deutschland. Und die Frage, wie es möglich ist, dass die vom Volk gewählten Repräsentanten bei diesem Projekt seit Jahren die Meinung der Mehrheit der Bürger (dem Volk) ignorieren.  Die große Mehrheit aller Politiker war immer dafür, genauso wie die Mehrheit der Bürger Stuttgarts und Baden Württembergs dagegen ist. Eine der aktuellsten Umfragen ist die des SWR. Die Politiker ignorieren diesen Bürgerwillen noch immer, so wie sie es bislang auch getan haben.

Noch geht es in Stuttgart nur um den Bahnhof und die Bahntrasse. Noch ertönen keine “Wir sind das Volk” Rufe. Wie lange noch? Erst am vergangenen Donnerstag lieferte sich die Polizei eine Schlacht mit “gefährlichen” Schulkindern. Die haben ihrem Unmut mit einigen Kastanien freien Lauf gelassen und wurden mit Wasserwerfern vertrieben. Bald geht es um mehr. Um das System der repräsentativen Demokratie. Und um den Volksentscheid. Die Lage um Stuttgart21 wird ohne einen Volksentscheid kaum noch in den Griff zu bekommen sein. Den einseitigen Baustopp kann niemand ohne Volksentscheid dauerhaft verantworten. Aber den Volksentscheid fürchten Politiker wie der Teufel das Weihwasser…

Liebe Politiker: Der Bürger hat zwar keine Wasserwerfer, um Euch aus Euren Ämtern zu vertrieben. Aber er hat den Wahlzettel. Papier ist bekanntlich eine scharfe Waffe.

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Jul 25

Ein schöner Sonntag vormittag und eigentlich wollte der Blogger mal seinen Senf zum Thema Netzneutralität kund geben. Aber die schrecklichen Bilder der Massenpanik der gestrigen Loveparade in Duisburg wollen ihm nicht aus dem Kopf. Auch wenn es schon einige Jahre her ist, hat er ja selbst die Loveparade besucht.  Und so gibt es den ersten Telkotalk-Beitrag, der so gar nicht mit Telekommunikation zu hat. Auf dem ersten Blick.

Mittlerweile sind 19 Todesfälle zu beklagen und mehr als 340 Verletzte – darunter noch einige in Lebensgefahr. Was letztendlich der genaue Auslöser für diese Massenpanik war, ist noch unklar. Zu widersprüchlich sind die Aussagen, was sich an und in der Unterführung abgespielt hat. Völlig unklar ist, ob die Besucher, die von Zäunen auf andere Besucher fielen, auf das Gelände wollten oder es aus Platzangst schon wieder verlassen wollten.

Klar ist lediglich: Das Gelände war für die 1,4 Millionen erwarteten Besucher viel zu klein.  Der einzige Zugang durch diese Unterführung hat dazu geführt, dass zum Zeitpunkt des Unglückes nur ca 500.000 Menschen auf dem Gelände waren und noch sehr viele Besucher nicht auf das Gelände gelangten. Der einzige Zugang hat auch dazu geführt, dass sich die Besucher nicht auf das ganze Gelände gleichmäßig verteilten, sondern in der Nähe der Unterführung blieben, wo es gefährlich eng wurde. Noch bevor das Unglück geschah, wollten daher viele Tausend Menschen das Gelände wieder verlassen. Was aber nur durch diese eine Unterführung ging, denn es gab auch keinen weiteren Ausgang.

Was genau geschah, werden Polizei und Staatsanwaltschaft sicherlich akribisch ermitteln. Jeder, der schon mal in einem Bundesligastadion war oder an Open Air Konzerten teilnahm, kann sich aber vorstellen, das nur ein Zugang schon bei nur 100.000 Besuchern ein gefährliches Nadelöhr ist. Erwartet wurden hier aber 1,4 Millionen Besucher. Und so hat es Warnungen im Vorfeld nicht gemangelt. Sicherlich wird man Ende einen Schuldigen ermitteln und evtl. sogar rechtlich belangen.

Der eigentlich Schuldige ist aber der Senat in Berlin. Durch seine völlig überzogenen finanziellen Forderungen (Kosten der Stadtreinung) und Auflagen mußte die Loveparade ja die Hauptstadt verlassen und ins Ruhrgebiet ausweichen. Die vom Senat geforderten Millionenbeträge für die Kosten der Stadtreinigung kann ein Veranstalter, der keine Eintrittsgelder kassiert, nicht aufbringen.

Den Angehörigen gilt heute das ganze Mitgefühl. Und so zündet der Blogger traurig ein Teelicht an und pfeift leise “Somewhere over the rainbow”. Er stellt sich die fetten Beats von Marushas Version dieses Kinderliedes vor und wünscht sich, dass die Opfer ihren Platz am anderen Ende des Regenbogens finden.

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Mai 24

Petition gegen Software Patente

Wie am 19. Mai bekannt wurde, hat der BGH am 22. April diesen Jahres ein Urteil gefällt, dass nach Ansicht vieler Rechtsexperten den Weg für Software-Patente in Deutschland ebnet. Stellvertretend für viele Artikel zu diesem Thema seien hier die Artikel auf heise Online vom 19. Mai und eine Zusammenfassung der öffentlichen Reaktionen vom 20. Mai erwähnt.

Nun hat das erstmal wenig mit Telekommunikation zu tun. Warum dann dieser Beitrag? Weil es viele Webseiten wie diese hier betreffen wird. War es bislang kaum möglich, in Europa Patente auf weltweit übliche Dinge wie Online-Shops, Warenkörbe oder auch Thumbnail-Vorschauen zu bekommen, so könnte sich das nun ändern. Weil irgendwo auf der Welt für fast alles, was im Web so üblich ist, ein Patent existiert. Und wenn es irgendwelchen Verwertungsfirmen gelingt, diese auch als EU-Patent einzutragen, dann hat es eine Menge mit unseren Webseiten zu tun.

Bevor also nun Scharlatanen das Feld überlassen wird und so (oft banale) US-Patente zu EU-Patenten werden, die dann von skrupellosen Anwälten zu Abmahnwellen missbraucht werden können, ist es Zeit, eine europäische gesetzliche Regelung zu bekommen. Mitglieder des Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) haben eine Online-Petition gegen Software-Patente in der EU organisiert. Auf der Webseite der Petition sind auch zahlreiche Beispiele von US-Patenten , die uns in Europa sonst “blühen” und gerade uns Nutzern freier Software wie joomla, wordpress usw. das Leben sehr schwer machen könnte. Eine erste Schätzung hat ergeben, dass z.B. eine Seite wie diese hier gegen rund ein halbes Dutzend von umstrittenen US-Patenten verstoßen dürfte. Wer sich nun fragt, warum es in den USA keine Abmahnwelle aufgrund dieser Patente gibt, dem sei kurz erklärt, dass die kostenpflichtige Abmahnung eine Spezialität des deutschen Rechtssystems ist.

Patentschutz hat übrigens nichts mit dem Urheberrecht zu tun. Es geht nicht darum, dem Urheber eines tollen Programmes die Rechte daran zu vermiesen und ihn um die Früchte seiner Arbeit zu bringen. Es geht darum, die zumeist sehr trivialen Patente im Bereich Software zu unterbinden. Auf der Webseite des FFII gibt es ein Webshopbeispiel mit der Erläuterung der bereits existierenden EU-Patente.

Es geht auch nicht darum, jeden, der ein Software-Patent anstrebt, zu verteufeln. Häufig werden diese Patente nur angemeldet, um sich vor dreisten 1:1 Plagiaten zu schützen. Einmal existierende Patente gelangen jedoch mitunter z.B. nach Pleite eines Unternehmens in die Hände von Trollen, offiziell Verwertungsgesellschaft genannt. Und die terrorisieren dann andere Softwarefirmen und ihre Kunden. Und im Falle von freier Software gibt es ja keinen Hersteller, also terrorisieren gleich die Verwender der Software und wollen diese zu teuren Lizenzen zwingen.

Wir bitten also jeden Leser, diesem Anliegen ein paar Minuten Zeit zu widmen und die Webseite der Petition zu besuchen. Bitte nehmt an der Petition teil und zeigt den Politikern den Willen des Volkes. Wir brauchen keine amerikanischen Verhältnisse.

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Mai 13

PleitegeierNach einem Minus von 80 Millionen Euro im 1. Quartal 2009 meldet der Bezahlsender Sky nun einen Verlust von satten 97 Millionen Euro. Auch bei den Kundenzahlen herrscht Stillstand. Verglichen mit der Kundenzahl im Vorjahresquartal stieg die Zahl der Abo-Kunden um sagenhafte 1000 (in Worten: Eintausend) auf 2,47 Millionen Abo-Kunden im 1. Quartal 2010.  Angesichts dieser Zahlen ist unklar, wie der neue Chef Brian Sullivan das Ruder rumreißen möchte. Der Sender brennt aktuell zwar mit neuen Angeboten wie Sky+ (HD-Angebot) und einem IPAD-App ein Feuerwerk an Innovationen ab, aber der Erfolg scheint in weiter Ferne.  So empfängt Skys neuer HD-Receiver nicht die HD+ Programme der deutschen Privatsender und für die Kabelkunden gibt es noch gar kein passendes Gerät.  Eine “Aktivierungsgebühr” zwischen 250 und 350 Euro machen das Leihgerät deutlich teurer als HD+ taugliche Sat-Receiver, die mit Preisen um die 200 Euro bislang auch kein Kassenschlager im Fachhandel waren.

Das zweite Quartal wird für Sky kaum besser werden. Die aktuelle TV-Werbekampagne kostet viel Geld und der nahende Sommer mit der WM als sportliches Großereignis liefert keine Kaufanreize zugunsten von Sky.  Telektalk bleibt bei der Einschätung, dass der aktuelle Chef Brian Sullivan kein Jahr an der Spitze von Sky bleibt.

Und Sky? Der Pleitegeier hat sich schon mal sein Besteck geholt…

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Apr 25
Ortsschild Vehrte

Vehrte, Gemeinde Belm, Landkreis Osnabrück

Endlich DSL in Vehrte!

Vehrte? Kennen Sie nicht? Ok, der Ortsteil Vehrte der Gemeinde Belm ist nicht der Nabel der Welt.  Zwar hat Vehrte einen Bahnhof, aber planmäßige Züge halten hier schon länger nicht mehr. Und da ein Großteil der Ortes auch vom DSL abgeschnitten war, ging es in Vehrte auch ganz beschaulich zu. Noch fataler im Belmer Ortsteil Icker. Denn in Icker gab es aufgrund der Kabellänge gar kein DSL. Nur im Ortsteil Belm war DSL flächendeckend verfügbar.

Seit dem 26.2.2010 wird das geändert. An diesem Tag war Spatenstich zur Aufrüstung des Ortsnetzes. Stolz nahm der Bürgermeister Wellmann mit zahlreichen Vertretern der Telekom den Spaten in die Hand. Die Gemeinde Belm sichert der Telekom eine gewisse Kundenzahl und gibt einen Zuschuss zum Ausbau, wenn die tatsächlichen Kundenzahlen unter den projektierten Zahlen liegen. Derartige Absprachen sind nicht unüblich und sorgen für eine attraktive Gemeinde.

Und die Kunden freuts. Ab Juni können sie DSL von der Telekom bekommen. Allerdings können viele Kunden seit 1.4. auch Internet über den Kabel Deutschland Anschluss bekommen. Der Kabelnetzbetreiber wurde von der Gemeinde Belm offenbar völlig übersehen. Seit Anfang 2010 im nahen Osnabrück die Exklusivrechte der Primacom ausliefen, hat der Kabelnetzbetreiber begonnen, das Osnabrücker Kabelnetz rückkanaltauglich auszubauen und für High Speed Internet und Phone vorzubereiten. Mit in die Ausbauarbeiten einbezogen wurden die Kabelnetze der umliegenden Gemeinden Belm und Hasbergen, die von Osnabrück aus versorgt wurden. Auch hier verzögerte der lange Winter die Bauarbeiten, so dass man erst zum 1.4. den Ausbau beenden konnte.

Und während die Telekom noch fleißig Glasfaser verlegt und baut, sind die ersten Kunden von Kabel Deutschland schon online. Das hat sich Bürgermeister Wellmann sicherlich anders vorgestellt – droht doch nun der DSL-Ausbau das Gemeindesäckel stärker zu belasten als gedacht.

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

Unterdessen baut die Telekom fleißig auf. Dieses Bild entstand am 22.4. an der Lechtiger Straße auf der Höhe des Parkplatzes vom Landgasthaus Kortlüke. Telefonkabel und Glasfaser kommen vom Gattberg rüber. In diesen Scränken werden in den nächsten Tagen ein neuer Kreuzverteiler sowie die Outdoor-DSLAMs installiert. Die Größe der Installation lassen die Vermutung zu, dass hier auch ein Übergabekreuzverteiler installiert sind. Der Wettbewerber Vodafone könnte z.B. diesen KVZ kostengünstig per Glasfaser von der nahen Bahnstrecke Osnabrück-Bremen erreichen.

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Apr 24

Nein, auch Telkotalk hat keine Insiderinformationen aus den Chefetagen. Der Amerikaner Brian Sullivan leitet ja erst seit Anfang April 2010 den Bezahlsender Sky – Deutschlands unterhaltsamstes Millionengrab. Man muss jedoch kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch er am Ende scheitern wird.

Aber vorher versucht uns Herr Sullivan mit markigen Sprüchen in einem Interview mit der FAZ uns Konsumenten zu erklären, wie billig Sky doch eigentlich sei und das wir Konsumenten bislang nur zu doof waren, das zu kapieren.

Und er erklärt uns das ganz anschaulich: “Der Einstiegspreis für Sky von 16,90 Euro im Monat ist umgerechnet billiger als eine Tasse Kaffee am Tag“. Das mag stimmen, wenn man die teuerste Sorte Edelpads konsumiert. 30 Tassen Filterkaffee sind in Deutschland deutlich günstiger als 16,90€ – auch wenn man hochpreisige Premiummarken bevorzugt.

Weiter poltert er “…dennoch kommt der wahre Fußballfan an Sky nicht vorbei, wenn er alle Spiele live, in voller Länge, und viele sogar in bester HD-Qualität sehen will.” Wollen wir Fußballfans das wirklich? Natürlich ist die Qualität der Liveberichterstattungen gestiegen und man sieht schon lange im TV mehr und besser als im Stadion. Aber der “wahre Fußballfan” ist mindestens alle 14 Tage im Stadion, weil er eine Dauerkarte seines Lieblingsvereins hat. Was nützt ihm das teure Sky-Abo und die Möglichkeit, alle Spiele in HD zu sehen, wenn er im Stadion steht? Richtig, nichts! In der Fankurve steht allenfalls die Live-Berichterstattung auf dem Handy hoch im Kurs, damit man jederzeit weiß, was in den anderen Stadien gerade los ist. Und wer verkauft sowas? Die Telekom.

In der Fankurve weiß man aber auch, wem man die Abendspiele in der Liga verdankt. Die späten Spiele sind bei den Fans nicht wirklich beliebt – Samstag abends kommt man mit der Bahn kaum noch vom Auswärtspiel heim. Aber die Abendspiele müssen ja sein, damit der Sky-Kunde mehr Fußball gucken kann. Herr Sullivan, wundern Sie sich daher nicht, wenn man in den Fankurven der Liga gar nicht gut auf Sky zu sprechen ist.  Mit platten Rechnungen wie “Alle Fußballspiele kosten dann weniger als der einmalige Stadionbesuch” gewinnt man in deutschen Stadien keine Freunde…

Wir Fans mochten Arena und Arenas bodenständige Preise. Der eine oder andere Fan freundet sich mit Liga Total! an. Manche sind auch noch Premiere-Kunde. Sky? Nein, Sky ist in den Köpfen noch nicht angekommen. Die Telekom hat das auch gelernt. Nach der Umstellung von der Post auf Telekom wurden viele Kunden von den weiteren Firmierungen wie T-Online, T-Com und T-Home verwirrt und haben lieber bei Arcor oder 1&1 unterschrieben. Jetzt gibts nur noch die Telekom Deutschland und jetzt kommen die Kunden vielleicht wieder. Denn bei Telekom gibts Liga Total! Unter dem Namen kann sich auch Opa Gehrke was vorstellen. Sky? Achja, so heißen doch ca 200 Supermärkte der Coop. Fernsehen? Klar, Fernseher verkaufen die bei Sky auch.

Also Herr Sullivan, wie wäre es mit einem Besuch im Stadion? Nicht abgeschottet in einer VIP-Kabine, sondern richtig mitten unter den Fans. Mit Bier und der obligatorischen Stadioncurrywurst. Wenn Sie danach zu Hause ankommen, dann werden Sie wissen, wieviel Sky der Fan braucht. Die anderen Spiele laufen dann schon in der Sportschau. Oder man ruft sie aus der Bibliothek bei Liga Total ab. Jederzeit, das ist Vorsprung durch Technik. Technik, von der Sky sich selbst durch den Bruch mit der Telekom abgekoppelt hat.

Es gab Anfang der 90er Jahre eine Umfrage, nach der ein Duchrschnittsbürger bereit sei, insgesamt ca 60 DM im Monat für Fernsehen auszugeben. Von diesen 60DM gingen seinerzeit fast die Hälfte schon an die GEZ. Ein evtl. vorhandener Kabelanschluss schlug mit weiteren 16 bis 20 DM zu Buche. Der Rest wurde in Videotheken getragen. Die Summen, die deutsche Konsumenten für Bezahlfernsehen auszugeben bereit sind, mögen sich im Laufe der Zeit geändert haben. Aber sie waren nie besonders hoch. Daher hat Premiere zu keinem Zeitpunkt Geld verdienen können. Und inzwischen gibt es für Premiere/Sky auch noch Wettbewerb durch IPTV-Anbieter und HD+. Wie Herr Sullivan da Geld verdienen will, wird er selber noch nicht wissen.

Wie wirbt Sky gerade? “Es ist Zeit für besonderes Fernsehen“. Stimmt – die WM steht vor der Tür und die gibt es erstmals in HD. Im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Ohne Aufpreis.

Und irgendwann im Frühjahr nächsten Jahres ist es Zeit für einen Flieger der Herrn Sullivan zurück in seine Heimat bringt. Wenn nicht wieder Aschealarm ist. Und vielleicht hat er dann kapiert, dass Fernsehen in Deutschland anders funktioniert als in anderen Ländern. Und Fußball im Stadion immer noch am schönsten ist. In meinem Lieblingsstadion singt übrigens Lotto King Karl vor dem Spiel ein Lied, in dem es u.a. heißt “… schießt Geld dir keine Tore”

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