Dez 05

Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche erwartet die Deutschen Telekom in den nächsten drei Jahren einen dramatischen Umsatzeinbruch im klassischen Festnetzgeschäft. Das Magazin beruft sich dabei auf eine mittelfristige Hochrechnung, die der Konzern für die Prognosen zur Verschmelzung von T-Home und T-Mobile vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. November erstellte. Statt 9,3 Milliarden Euro wie im Geschäftsjahr 2007 spülen die Telefonkunden (klassische Anschlüsse und Telefonieumsatz) demnach im Jahr 2012 nur noch 3,6 Milliarden Euro in die Kasse.

Damit verliert das klassische leitungsvermittelnde Telefonnetz (PSTN) weiter an Bedeutung. Während die großen Wettbewerber einen erheblichen Teil Ihrer DSL Kunden bereits mit sogenannten ALL-IP-Anschlüssen versorgen, wird bei der Telekom Telefonie und DSL noch klassisch in zwei Netzen getrennt. Zwar legen inzwischen immer mehr Kunden speziell aus dem geschäftlichen Umfeld Wert auf diese Trennung und die damit einhergehende höhere Gesprächsqualität. Umgekehrt sind aber immer weniger Privatkunden bereit, für diesen “Luxus” einen Mehrpreis gegenüber den Wettbewerbern zu bezahlen. Die zweigleisige Technik erhöht natürlich die Betriebskosten des Netzes erheblich.  Dazu kommt noch, dass die Technik des Telefonienetzes im nächsten Jahrzehnt wieder erneuert werden müßte. Nach der großen Digitalisierungswelle der 90er Jahre findet sich in den Vermittlungsstellen immer mehr Technik, für die der Service vom Hersteller nach 15 oder 20 Jahren eingestellt wird.

Hinter vorgehaltener Hand ist immer wieder zu hören, das auch die Telekom plant, ab 2012 keine klassischen Analog- oder ISDN-Anschlüsse (PSTN) mehr zu schalten. Ein Migrationsszenario für Bestandskunden ist noch nirgends aufgetaucht. Denkbar ist aber auch, dass die nun offen liegenden wirtschaftlichen Zahlen dazu führen, dass der Weg zu ALL-IP oder NGN schneller eingeschlagen wird.

Einem Netztest der Zeitschrift Connect (Ausgabe 12/2009) zufolge haben ja mit O2 und Freenet ausgerechnet zwei Anbieter mit geringem Marktanteil die ALL-IP-Telefonie bereits gut im Griff. Die Marktführer haben hier noch Nachholbedarf.

Bei den Notrufen und Alarmanlagen besteht allerdings dringender Handlungsbedarf. Die Notrufleitung eines Fahrstuhles darf derzeit nicht in ALL-IP ausgeführt werden. Immerhin ist hier als Alternative zu PSTN noch GSM zulässig. Noch strenger die Vorgaben des VDS bei Alarmanlagen. Und nicht zu vergessen die vielen Notrufsysteme für alte, kranke und behinderte Menschen, die bislang auch nur in Ausnahmefällen über ALL-IP arbeiten.

Dazu kommen noch zigtausende von alten Kassensystemen und EC-Cashgeräten, die noch “echtes” ISDN benötigen. Natürlich gibt es für diese Geräte längst modernen Ersatz, aber viele Geschäftsleute möchten die zur Jahrtausendwende teuer neu angeschafften Geräte nicht schon wieder ersetzen, nur weil der Telefonanbieter sein Netz umbaut.

Hier besteht noch erheblicher Denk- und Handlungsbedarf, bevor ALL-IP oder gar NGN reibungslos das “alte” PSTN ablösen kann.

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Okt 14

Fast 10 Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Frequenzen im August 2000 plant die Bundesnetzagentur für das 2. Quartal 2010 die bislang größte Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Versteigert werden sollen unter anderem Frequenzen der sogenannten “digitalen Dividende”.

Die Versteigerung im Jahre 2000 brachte dem Bund unerwartete Rekordeinnehmen von mehr als 100 Milliarden DM. Den beteiligten Unternehmen hingegen brachte es in erster Linie hohe Schulden und so blieben zwei Bieter am Ende auf der Strecke und bauten kein UTMS-Netz auf.

Ab 21. Oktober können sich potentielle Bieter bewerben. Und wir Zaungäste können uns schon mal auf den nächsten Frequenzpoker freuen. Hoffentlich wird es spannend und unterhaltsam, denn die Zeche zahlen garantiert wir als Verbraucher und Steuerzahler.

Noch nicht ganz klar ist es, was mit den neuen Frequenzen alles erlaubt sein wird. Die Frequenzen im Bereich um 8000 MHz haben eine recht hohe Reichweite und gelten als der Schlüssel zur drahtlosen Breitbandversorgung in Orten, die bislang als Weiße Flecken auf der DSL-Landkarte liegen. Zum Einsatz könnte hier der neue Standard LTE kommen. Denn das bislang in Deutschland genutzte UMTS funkt auf 2,1GHz und hat eine recht geringe Reichweite. LTE wird bereits im Testbetrieb genutzt, allerdings fehlt noch eine Standardisierung der Telefonie (Sprachübertragung) in diesem Standard.

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Okt 07

Die Telekom hat am gestrigen Tage stolz Massnahmen gegen “vertragsbrüchige” Vertriebspartner verkündet. Die Pressemitteilung ist in vielen Medien veröffentlicht worden.,

Angeprangert wird das Verhalten von Vertriebspartnern, die Ihrerseits Call Center als Subpartner eingesetzt hätten. Das ist natürlich nicht ok, nur warum ausgerechnet jetzt diese Jagd? Neu ist die Call Center-Problematik keineswegs! Es ist kein Geheimnis, das es bislang üblich war, die von der Telekom angelieferten Daten an andere Call Center als Subunternehmer weiterzugeben. Der regelmäßige ct-Magazin-Zuschauer wird sich an einen Beitrag von 2007 erinnern, in dem berichtet wurde, wie Call Center-Mitarbeiter in den Ferien die Kinder von Telekom-Kunden am Telefon baten, doch mal die Bankverbindung von der Rechnung vorzulesen. Im gleichen Beitrag erklärte eine Mitarbeiterin der Telekom, dass solche Dinge nur dadurch zu erklären seien, dass ein Call Center die Daten an ein andere Call Center weitergegeben hätte. Was 2007 vor laufender Kamera erklärt wird, soll nun 2009 ganz entsetzlich und vor allen Dingen neu sein?

Wirklichen Schaden richten die Call Center an, die offenbar im Auftrag oder mit Duldung der Telekom arglose Telekom-Kunden terrorisieren. Und die im Regelfall relativ aktuelle Daten der Telekom nutzen. Die im Gespräch den Eindruck erwecken, es sei die Telekom, die dort anrufe. Ruft man bei einem dieser Callcenter zurück, meldet man sich zwar zunächst korrekt mit “XY, Vertriebspartner der deutschen Telekom”, um Sekunden später Sätze wie “Sie haben ja einen Anschluss bei uns” zu hören. Nein, ich hatte noch nie einen Anschluss bei Arvato Direct Services, auch wenn mir dies Mitarbeiterinnen dieser Firma bereits mehrmals erzählt haben.

Liebe Telekom: Laßt die Fachhändler in Ruhe ihre Arbeit machen. Die leiden unter dem Generalverdacht, unter den der ganze indirekte Vertriebsweg gestellt wird. Und die versuchen an Euren Hotlines das auszubügeln, was die Call Center angerichtet haben. Den großen Schaden richten die Call Center an, die ihr selber mit Daten beliefert. Warum muss ein Kunde mit Call Plus alle 3 oder 4 Monate angerufen werden, um ihm einen Call Basic aufzuschwatzen? Mindestens ein Viertel aller Kunden, die nun mehr oder weniger glückliche Kunden eurer Marktbegleiter sind, waren mal zufriedene Telekom-Kunden. Bis diese nervenden Anrufe kamen. Immer wieder. Und wer nicht laut genug NEIN gesagt hat, bekam eine Auftragsbestätigung über etwas, was er nicht wollte.

Liebe Telekom, ihr glaubt das nicht? Ich kenne solche Leute persönlich. Ganz viele! Bin mal gespannt, wann Alice oder Vodafone damit werben “Und keine Telekom-Werbeanrufe mehr!”. Bei mir hat das prima funktioniert. 4 Wochen nach dem Wechsel rief Arvato das letzte Mal im Namen der Telekom, um mir zu sagen, ich hätte einen Anschluss bei denen.  Seit dem fragt niemand mehr, ob ich nicht beim Telefonieren Geld sparen möchte.

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