Mai 23

In dieser Woche endete die Versteigerung von Frequenzen der Bundesnetzagentur für die 4. Mobilfunkgeneration, besser bekannt unter dem Namen LTE. Das Ergebnis überraschte eigentlich niemanden: Im reichweitenstarken 800MHz Band (digitale Dividende) gab E-Plus auf. Das 800MHz-Band ist der Freuenzbereich, mit dem man hofft, die zahlreichen weißen Flecken auf der Landkarte der Breitbandversorgung endlich tilgen zu können. Aus diesem Geschäft hat sich nun E-Plus zurückgezogen.

Schon beim UMTS-Standard hält sich E-Plus vornehm zurück und erfüllt gerade so die Auflagen der 3G-Lizenz. Dort wo man versorgt, stehen den Kunden lediglich 384KBit/s zur Verfügung. Die Datenturbos HSDPA und HSUPA werden nur einer Handvoll Städte angeboten.

Bei LTE ist E-Plus bei den Frequenzen hoher Reichweite eben nicht dabei. Die neue Strategier lautet also “Mut zur Lücke”. Man wird die Versorgung in den Städten zum Discounterpreis anbieten müssen, um sich vom Wettbewerb absetzen zu können. Doch an der Preisschraube hatte zuletzt schon O2 kräftig gedreht. Discountpreise bei einer Versorgung, die der Versorgung der beiden Big Player des deutschen Marktes nur unwesentlich nachsteht. Da bleibt für E-Plus wenig Platz. Schon in der Vergangenheit wurde das Netz zunehmend durch eigene und fremde Discountmarken wie Aldi-Talk, blau.de, Klarmobil oder Simyo ausgelastet. Und mit denen kann man nur Geld verdienen, wenn man wenig Geld in den Netzausbau investiert. So wie in den letzten beiden Jahren bei E-Plus geschehen. Aber das wird nicht mehr lange gut gehen. KPN wird sich in den nächsten 2 Jahren entscheiden müssen, ob sie E-Plus aufgeben (Insolvenz oder Verkauf zum Ramschpreis) oder sehr viel Geld für den Netz-Ausbau in die Hand nehmen wollen. Und selbst dann wäre E-Plus immer noch nur ein Stadtfunker…

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Okt 14

Fast 10 Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Frequenzen im August 2000 plant die Bundesnetzagentur für das 2. Quartal 2010 die bislang größte Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Versteigert werden sollen unter anderem Frequenzen der sogenannten “digitalen Dividende”.

Die Versteigerung im Jahre 2000 brachte dem Bund unerwartete Rekordeinnehmen von mehr als 100 Milliarden DM. Den beteiligten Unternehmen hingegen brachte es in erster Linie hohe Schulden und so blieben zwei Bieter am Ende auf der Strecke und bauten kein UTMS-Netz auf.

Ab 21. Oktober können sich potentielle Bieter bewerben. Und wir Zaungäste können uns schon mal auf den nächsten Frequenzpoker freuen. Hoffentlich wird es spannend und unterhaltsam, denn die Zeche zahlen garantiert wir als Verbraucher und Steuerzahler.

Noch nicht ganz klar ist es, was mit den neuen Frequenzen alles erlaubt sein wird. Die Frequenzen im Bereich um 8000 MHz haben eine recht hohe Reichweite und gelten als der Schlüssel zur drahtlosen Breitbandversorgung in Orten, die bislang als Weiße Flecken auf der DSL-Landkarte liegen. Zum Einsatz könnte hier der neue Standard LTE kommen. Denn das bislang in Deutschland genutzte UMTS funkt auf 2,1GHz und hat eine recht geringe Reichweite. LTE wird bereits im Testbetrieb genutzt, allerdings fehlt noch eine Standardisierung der Telefonie (Sprachübertragung) in diesem Standard.

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Okt 14

Sie sind in Deutschland beliebt wie in kaum einem anderen Land der Welt: Die Handies für einen Euro, dafür oft mit recht teuren Verträgen. Nach Meinung des neuen O2-Chefs Rene Schuster sei damit in absehbarer Zeit auch in Deutschland Schluss. In einem Interview der Tageszeitung Die Welt wird Schuster mit den Worten “Ich gehe davon aus, dass die Vertragsbindung und die Subventionierung der Handys vor dem Ende stehen” zitiert. O2 hatte im Sommer den neuen Tarif O2O eingeführt, dessen Besonderheit der Kostenairback und die fehlende Laufzeit ist. Und O2 ist mit diesem Tarif sehr erfolgreich. Schuster spricht von 30 bis 40% mehr Neukunden und geht davon aus, dass auch die Mitbewerber auf dieses Modell aufspringen werden. Und Schuster prophezeit das Ende von Vertragsbindung und Handysubventionierung.

Kommt das irgendwem bekannt vor? Richtig, das gabs schon mehrmals. Am Anfang des Prepaid-Booms und dann noch mal in der Boomphase der Discounter. Und?

Genau: Tausende rennen z.B. in die T-Shops oder Mobilfunkläden, um sich die I-Phones, Blackberries und Smartfones zu holen. Für einen Euro. Mit Laufzeit. Und Optionen im Vertrag, die man Prepaid oder beim Discounter noch nicht bekommen kann.

Dabei nimmt es in Deutschland schon skurrile Formen an, wenn Motorroller mit Neppverträgen diverser Provider gebundelt werden. Ratenzahlung mit der Grundgebühr und Gesprächsgebühren, bei denem man nur staunen kann. Statt Mindestumsätze werden da Mindestnutzungen erfunden, um zu verhindern, dass solche Verträge als Schubladenverträge für den Provider unrentabel werden.

Übrigens glaubt Herr Schuster sich selbst auch nicht so ganz und bietet Handies zum Ratenkauftarif an. Die Anzahlung für das neue exklsive Palm Pre beträgt genau 1 Euro. Die restlichen 480 Euro zahlt der Kunde in 24 bequemen Monatsraten. Also eigentlich wie bei anderen Verträgen auch. Mit dem Unterschied, dass O2 mit seinem Geschäftsmodell den klassischen Fachhandel umgehen möchte. Für den ist der O2O-Tarif nämlich höchst uninteressant. So kann Herr Schuster aber sein Ziel, irgendwann die Marktführerschaft zu erringen, kaum erreichen.

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