Okt 04

Normalerweise berichte ich hier nicht über das, was mir als Kunden selbst widerfahren ist. Weil ja Einzelschicksale bekanntlich nicht zählen und das „über Tisch ziehen“ in dieser Branche nicht so unüblich ist. Heute mache ich mal eine Ausnahme, denn das was mir passierte, kann auch jedem anderen Verbraucher passieren. weiterlesen »

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Okt 21

In dieser Woche erschien die 14. TK-Marktanalyse des VATM, die als PDF kostenlos verfügbar ist. Sie zeigt wie kaum eine andere Marktbeochbachtung auf, wie es um den Wettbewerb und die Marktanteile auf dem deutsche TK-Markt bestellt ist. Naturgemäß legt die Studie, die von Dialog Consult im AUftrag des VATM erstellt wurde, einen besonderes Fokus auf die Wettbewerber der Telekom – ein Teil davon ist schließlich im VATM organisiert, die kleineren ziehen den BREKO vor.

Betrachtet man das Festnetz, so gibt es drei wichtige und einigermaßen ernüchternde Erkenntnisse:

  1. Das Wachstum findet fast ausschließlich im Bereich TV-Kabel statt. Bei den klassischen Anschlüssen (ADSL) gibt es kaum Wachstum, eher Umverteilungen. Einer der Verlierer ist O2, die mit der übernommenen Marke Alice DSL in den letzten Monaten keinen klaren Kurs gefahren sind und daher Marktanteile abgaben.
  2. Glasfaserprodukte spielen noch immer keine Rolle. Zwar ist es in einigen Städten möglich, direkte Glasfaseranschlüsse zu erhalten, aber die Marktanteile sind noch verschwindend gering.
  3. Nach wie vor wird, vermutlich aus Kostengründen, das Produkt DSL 6000 am stärksten nachgefragt. Hier liegt die Preisuntergrenze bei 19,95 – ein Preis, bei dem praktisch nichts mehr zu verdienen ist, wie auch die Studie eindrucksvoll auf Seite 6 zeigt.

Wer sich die kurzweilige Lektüre der Studie sparen möchte, dem seien hier noch zwei ganz interessante Zahlen vermerkt, die uns „Powerusern“ von Internet und Handy immer sehr komisch vorkommen und die Sie gekonnt beim nächsten Stammtisch in die Runde werfen können:

  • Das pro Anschluss transportierte durchschnittliche Datenvolumen wird 2012 bei ca 12,5GB pro Monat liegen. Dabei hatte die Netzgemeinde doch schon vor Jahren gelacht, die United Internet es wagen könnte, Kunden mit mehr als 20GB monatlich die Kündigung anzubieten.
  • Trotz Facebook und Whatsapp: Die Zahl der versendeten SMS wird auch 2012 eine neue Rekordmark brechen. Geschätze 157,2 Millionen SMS pro Tag werden es 2012. Das entspricht einem Wachstum von 6,4% gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz mit den SMS wird allerdings geringfügig sinken – immer mehr Tarife haben SMS-Flatrates oder große SMS-Pakete.

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Nov 08

Gut 10 Tage nach Fall des iphone-Monopols poltert Herr Thorsten Dirks, Chef bei eplus, gegenüber dem Handelsblatt gegen das iphone. Zuvor hat auch eplus mit Apple verhandelt, sich aber wohl nicht zu Mindestabnahmemengen bereit erklären wollen. Und so wird er nun mit den Worten „Apple wird in zwei Jahren beim Marktanteil nicht mehr da sein, wo sie heute sind“ zitiert. Natürlich wächst der Marktanteil von Android schneller als der von Apple, die Absatzzahlen von Apple sind aber dennoch sehr beeindruckend. Der gleiche Thorsten Dirks hatte dem iphone ja schon bei Apples Markteintritt Bedeutungslosigkeit attestiert und lag damit unbestritten daneben.

Auch die Aussage Dirks zu LTE „Das ist doch nur etwas für die Egos der Manager“ darf man stark bezweifeln. LTE wird unzweifelhaft in der Fläche eine gegenüber UMTS deutlich verbesserte Versorgung ermöglichen. Allerdings könnte LTE in der Tat für eplus unwichtig sein – denn der grüne Mobilfunkanbieter hat aufgrund seines schlechten UMTS-Ausbaus kaum Vertragskunden im Datenbereich. Und deshalb wird auch die vor 14 Tagen aufgestellte Behauptung, eplus werde Ende 2012 das „beste Netz für den Massenmarkt“ sein, von vielen Marktkennern mit lauten Lachen quittiert. Das Wachstum der letzten Jahre konnte eplus nur mit einem enorm großen Anteil von Prepaid-Produkten über diverse Discountmarken realisieren. Damit lastet man sicherlich das vorhandene Sprachnetz ordentlich aus und sorgt für klingelnde Münze, zielt aber nicht auf die wichtigen Kunden, die an höherwertigen Datendiensten interessiert sind und dafür auch bereit sind, etwas auszugeben. Oder will man bei eplus am Ende lieber preisbewußte statt qualitätsbewußte Kunden haben? Kunden, die wegen 100 Euro Unterschied auf ein iphone verzichten und lieber ein Android-Handy kaufen?

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Okt 30

Wie wirbt Apple so zutreffend beim Iphone 4: „Das ändert alles. Wieder einmal.

Und das stimmt sogar. Seit vergangenem Donnerstag ist das Iphone-Monopol der Telekom gefallen und seit sinken auch die Preise für die Geräte. War das Iphone als EU-Import bis vor wenigen Tagen kaum unter 800 Euro bei den diversen Import-Shop zu beschaffen, verkündigte O2 Ende letzter Woche den Preis 649,- Euro für die 16GB-Version. Zahlbar wahlweise sofort oder ohne Aufpreis in 24 Monaten. Im Apple-Shop wird dieser Preis seit Donnerstag sogar noch einmal unterboten – dort sind nur 629 Euro zu berappen.

Zum Gerät selbst ist nicht viel zu sagen: Es ist ein Iphone und technisch gibt es mindestens ein halbes Dutzend Android-Geräte, die dem neuen Iphone 4 in praktisch allen Belangen überlegen sind. Der ärgste Wettstreiter um die Gunst der Käufer dürfte im Moment Samsungs Galaxy S I9000 mit seinem 4″ Display sein. Das Display des Samsung ist ein organisches LED-Display der 4. Generation aus eigener Fertigung und derzeit das beste Display am Markt. Bei dieser Art von Displays herrscht im Moment große Knappheit und Samsung verfügt derzeit über die einzige Fertigungsstätte mit nennenswertem Ausstoß. Die produzierten Displays reichen aber nicht einmal für Samsungs Eigenbedarf – was zu Lieferengpässen bei den Telefonen führt.

Interessanter sind schon die Tarife, die von den Telekom-Wettbewerbern für das Iphone geschnürt wurden. Bei Vodafone gibts keine Überraschungen – es sind die altbekannten „Superflat“-Tarife. Mehr Abwechslung dagegen bei O2. Neben dem O2 o mit Datenflat gibt es neue Tarife mit und ohne Laufzeit.

Auffallende Zurückhaltung bei eplus: Hier scheint nach einem Vorstoß mit dem „alten“ 3GS im Sommer keine neue Iphone-Vermarktung geplant zu sein. Die Netzbetreiberhomepage verweist zum Bezug der Telefone noch auf den myistore-Shop, der für das Iphone 4 16GB heute (30.10.2010) stolze 899 Euro verlangt. Wir erinnern uns, der Apple Webstore verlangt 629 Euro…

Und was hat sich nun geändert: Unterm Strich gar nicht so viel, wie viele gehofft haben. Das Iphone  4 ist nun offiziell und frei in Deutschland erhältlich, was den Preis auf das Niveau anderer europäischer Nachbarn gedrückt hat. Apple verkauft seine Geräte aber weltweit zu recht stolzen Preisen und die Apple Fans zahlen diese Preise, so wie viele Fans die (zu) teuren Trikots Ihrer Lieblingsfußballstars bezahlen. An dem Tarifgefüge hat sich zumindest bei den D-Netzen wenig geändert. Neu ist eben die Möglichkeit, ein Iphone in den günstigeren E-Netzen zu nutzen, wo eben O2 (E2-Lizenz) mit einem ordentlichen Netzausbau lockt. Der Iphone-Käufer darf ja nicht vergessen, dass er ein Telefon mit insgesamt eher mäßigem Empfang nutzt. Insbesondere beim Iphone 4 ist bekanntermaßen auf das richtige Halten des Gerätes zu achten, damit nicht zu Gesprächsabbrüchen kommt.

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Jun 19

Das viele Telefongesellschaften beim Service sparen, ist ja seit langem kein Geheimnis mehr. Auch wenn Anbieter ohne eigenes Netz Anfang des Jahres publikumswirksam einen langjährigen Angestellten als Service-Retter ins Rampenlicht gerückt hat, änderte sich effektiv wenig am Markt. Kein Wunder, haben die meisten Anbieter doch z.B. ihre Hotline an externe Call Center vergeben, wo der Anrufer sehr oft auf schlecht bezahltes und unzureichend geschultes Personal trifft. Nun wollte es das ZDF mal genauer wissen und beauftragte die Forschungsgruppe Wahlen mit einer telefonischen Umfrage. Befragt wurden 1203 represetentativ ausgewählte Kunden und die Ergebnisse überraschen kaum:

Demnach hatten 33,7% der Befragten in den letzten drei Jahren Ärger mit Ihrer Telefongesellschaft. 72,5% waren unzufrieden mit der Problembeseitigung, etwas die Hälfte der Befragten gab an, dass ihr Problem gar nicht gelöst worden sei und nur 6,7% waren mit der Lösung zufrieden. Das läßt tief blicken, zu mal die Probleme der Kunden im Wesentlichen die „Klassiker“ sind, die wir schon seit einem Jahrzehnt kennen. Also Internetausfall, keine telefonische Erreichbarkeit (häufig nach Portierungen) und fehlerhafte Rechnungen. Einige Details veröffentlicht das ZDF auf der eigenen Webseite.

Die WISO-Redaktion hat eine Dokumentation produziert, die am Montag den 21.6.2010 um 19:40 (VPS 19:25) gesendet wurde. Man kann sie unter dem Link zum ZDF noch einmal ganz leider in Teilen anschauen. Leider wird diese Möglichkeit nur einige Wochen nach Ausstrahlung existieren.

Mir persönlich hat besonders die Aussage von Urs Mansmann (c´t) gefallen: „Also wenn man sich Ärger einhandeln will, ist es das Beste, den bisherigen Vertrag selber zu kündigen…“. Sehr zutreffend formuliert. Leider sind die meisten Endverbraucher, wie auch aus meiner eigenen beruflichen Tätigkeit weiß, genau in diesem Punkt beratungsresitent.

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