Feb 15

Fast ein Dreiviertel Jahr nach den ersten Enthüllungen von Edward Snowden kommen noch immer neue Details an das Tageslicht, aber richtig schocken kann uns kaum noch was. Und es sind ja auch nicht immer nur die Geheimdienste, die uns auspionieren. 30 Jahre nach 1984 haben wir zwar keinen „großen Bruder“, aber die über uns gesammelte Datenfülle ist beängstigend hoch und alle Daten, die es irgendwo gibt, wecken Begehrlichkeiten. Grund genug, mal eine kleine und alles andere als vollständige Bestandsaufnahme zu machen.

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Okt 01

Am vergangenen Wochenende wurde eine Sicherheitslücke bekannt, die fast alle Android-Smartphones betrifft und die sehr unangenehme Folgen haben kann. Und zwar ist es, wie heise-online berichtet, eine Steuercode-Schwachstelle. Diese ermöglicht es, GSM-Steuercodes nicht nur über die Tastatur, sondern auch entsprechende Links in Webseiten oder Mails auszuführen. Neben den bekannten und harmlosen Steuercodes wie z.B. *#06# (gibt die IMEI-Nummer des Gerätes aus) gibt es Codes, mit denen man die SIM-Karten sperren kann oder bei einigen Herstellern auch Codes, die ohne weitere Rückfrage das Gerät auf Werkseinstellung zurücksetzen und alle dabei Benutzerdaten unwiederbringlich löschen.

Das Problem betrifft fast alle Android-Geräte mit Versionen vor Android 4.1 Jelly Bean. Es ist ein Fehler im Wählprogramm, das nur sehr wenige Hersteller modifiziert oder durch ein eigenes ersetzt haben. Google hat diesen Fehler in der aktuellen Android-Version behoben – bei der bisheringen Update-Politik dermeisten Hersteller wird es aber vermutlich keine Updates für ältere Smartphones geben.

Zusammen mit anderen bekannten Sicherheitslücken in älteren Android-Versionen wäre ein Erpresser-Trojaner vorstellbar, der bei Nichtzahlung innerhalb von X Stunden damit droht, die Karte endgültig unbrauchbar zu machen oder das Telefon zu resetten.  Einen evtl. fälligen Kartenwechsel lassen sich die Netzbetreiber meist mit Beträgen zwischen 15 und 30 Euro bezahlen, eine Datensicherung von einem bereits infizierten Telefon ist fast unmöglich, da man das Telefon ja nicht mit Rettungs-CD oder ähnlichem starten kann.

Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Kriminellen das „ErfolgsmodellUkash-Trojaner in die Mobilwelt portieren werden. Die Updatepolitik von Google und den Telefonherstellern macht es Ihnen viel zu einfach. Einen Windows-PC kann man mit geringem Aufwand aktuell halten. Microsoft und andere Softwarehersteller bringen bei gefundenen Sicherheitslücken inzwischen innerhalb weniger Stunden passende Updates heraus. Dennoch ist durchschnittliche jeder Zehnte PC aufgrund von nicht aktueller Software verwundbar – da hilft auch kein aktueller Virenschutz. In Spitzenzeiten kurz nach Bekanntwerden einer Sicherheitslücke) ist der Prozentsatz infizierbarer Rechner sehr viel höher! Kriminelle nutzen solche Lücken innerhalb weniger Stunden aus. Bei den Smartphones wurden bislang Sicherheitlücken erst nach Monaten oder oft auch gar nicht beseitigt, weil der Hersteller die neuere Software nicht mehr für ältere Geräte bereitstellt. Also viel Zeit für die Internet-Unterwelt.

Gegen den Fehler im Android-Dialer gibt es inzwischen einige Apps, die das ungefragte Ausführen von „tel:“-Urls verhindern.  Aktuelle sind die kostenlosen Apps „Telstop„, „NoTelUrl“ und „USSD Filter„. Besitzer von iphones sollten nicht zu laut vor Schadenfreude jubeln, denn auch IOS hat in allen Versionen Probleme mit manipulierten Tel:-Urls. Bei zu großen Urls stürzt es durch einen Überlauf einfach ab.

 

Es gilt für alle Beteiligten zu lernen, dass moderne Smartphones mindestens genauso verwundbar für Angriffe krimineller Banden sind wie gewöhnliche Computer. Vorbei die Zeiten, das arbeitslose Heranwachsende aus Langeweile Würmer auf die Menschheit losließen. Heute sind es straff orgarnisierte Banden, die mit geklauten EC- und Kreditkartendaten, SPAM-Netzwerken, Erpressungstrojanern und anderem hunderte Millionen Euro erbeuten. Und denen wird es oftmals erschreckend einfach gemacht. Es wird Zeit, das sich was ändert und ein Umdenken stattfindet.

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Aug 29

Die Patentschlacht zwischen Apple und Samsung trieb in den letzten Jahren seltsame Blüten und fand am vergangenen Sonntag einen vorläufigen Höhepunkt. Eine Jury entschied gegen Samsung. Nicht überraschend, fand das Verfahren doch nur wenige Kilometer von der Apple-Zentrle entfernt statt.  Wie würden wohl deutsche Laien in Stuttgart entscheiden, wenn ein koreanischer Autobauer gegen Porsche oder Merzedes prozessieren würde?

Wer nun juristisch wie weit Recht hat, soll hier nicht interessieren. Sicherlich sahen einige Geräte von Samsung denen von Apple etwas sehr ähnlich. Umso mehr muss es die Apple Chefs in Cupertino ärgern, dass ausgerechnet der aktuelle Bestseller von Samsung, das Galaxy S3, gar keinem Apple-Produkt ähnelt. Es hat ein recht eigenständiges Design und das kommt bei den Kunden so gut an wie kein Smartphone von Samsung jemals zuvor. Und warum? Weil es technisch besser ist, ein größeres Display hat, Android statt IOS und weil es nicht von Apple ist.

Apple hat im „Atomkrieg“, wie ihn Steve Jobs seinerzeit Google androhte, ein wichtiges Detail übersehen. Das Internet. Vor 10 Jahren hätten juristische Feldzüge auf dem halben Globus kaum jemanden interessiert, hätten neben kurzen Meldungen in der Wirtschaftspresse hauptsächlich in juristischen Portalen Interesse gefunden. Aufgrund des Hypes um Apple wurde aber beinahe jeden Tag auf zahlreichen Newsportalen ausführlich berichtet und diskutiert. Und das hat Folgen und die Schäden sind für Apple weitaus schlimmer als für Samsung. Weil viele User die zahlreichen Urteile gegen Samsung nicht nachvollziehen können, ist Apple in ihren Augen der Bösewicht, der Goliath, der den armen David gerade vermöbelt. Samsung kann dagegen außerhalb der USA einen enormen Sympathiegewinn verbuchen.

In den zahlreichen Verfahren schwingt nämlich noch eine Botschaft mit, die für Apple fatal ist: Wir (Apple) brauchen die juristische Hilfe in Form von Verkaufsverboten, weil wir sonst unsere Produkte nicht verkauft bekommen.

Der Name Apple ist seit Jahrzehnten bekannt. Apple Corps hieß die Firma, die von den Beatles 1968 gegründet wurde und deren Geschäftszweig Apple Records war sicherlich in den 70ern eines der bekanntesten Musik-Labels weltweit. Und als 1976 in Cupertino die Firma Apple Inc. gegründet wurde und man den Namen auswählte, um noch vor Atari im Telefonbuch zu stehen, da wird man möglicherweise beim Namen Apple nicht nur an das Obst, sondern auch an die Beatles gedacht haben. Zahlreiche Prozesse zwischen beiden Firmen folgten später.

Von der Gründung an ließ man sich bei Apple von den Ideen Anderer „inspirieren“, verbesserte sie und machte daraus oft erfolgreiche Produkte. Eigentlich gar nicht so unüblich. Nur wehe, jemand läßt sich von Apple „inspirieren“ – das ist dann böses Abkupfern und gehört gerichtlich verboten. Dank einer tüchtigen Patentabteilung läßt man sich in Cupterino vieles per Patent und Geschmacksmuster schützen und da sind evtl. auch mal Sachen dabei, bei denen man sich selbst hat „inspirieren“ lassen oder die eigentlich schon selbstverständlich sind. In den USA werden Patente anders als in Europa nicht besonders streng geprüft.

Das Vorgehen von Apple mag in den USA nach Recht und Gesetz in Ordnung sein, es hat aber in den Augen vieler Leute ein Geschmäckle und das kommt bei immer mehr  Kunden nicht gut an. War ein Apple II seinerzeit so erfolgreich, weil er ein offenes System war und man ihn herrlich mit Fremdhardware aufmotzen konnte/mußte, so hat sich das seit Einführung des Macintosh immer mehr geändert. Aktuelle Geräte sind ohne sehr spezielles Werkzeug nicht zu öffnen und selbst Verschleißartikel wie Akkus sind in aktuellen Notebooks fest verlötet und verklebt. Apple entscheidet, wer den Apple Kunden seine Software im App-Store verkaufen oder verschenken darf und wirft unliebsame Apps wie z.B. Clueful von Antiviren-Spezialisten Bitdefender einfach raus. Die Clueful App hat dem Iphone Besitzer gezeigt, welche seiner installierten Apps persönliche Daten von ihm verwendet und evtl. an andere Server weiterleitet.

Das Prinzips Apple, zu den eigenen Geräten geschlossene Ökosysteme wie itunes, App Store usw. zu schaffen, hat in den letzten Jahren bestens funktioniert, die Firma ist auf dem Höhepunkt des Erfolgs. Andererseits überrollt Android den Smartphone-Markt mit einer solchen Wucht, das man sich in Cupertino schon fragt, warum das so ist. Sicherlich nicht, weil es einige optische Ähnlichkeiten geben mag oder bei der einen oder anderen App eine Geste „geklaut“ wurde. Es gibt zwei wesentliche Gründe und beide müssen Apple Angst machen:

  1. Die Leute vertrauen Google mehr als Apple. Die Kunden wollen Android, weil es von Google ist. Das geht aus einer Apple internen Studie hervor, die im Rahmen eines Prozesses offengelegt wurde.
  2. Die Kunden wollen Vielfalt und Freiheit. Beinahe jedes Android Gerät kann so konfiguriert werden, dass Apps aus anderen Quellen als Google Play installiert werden können. Freaks können ihre Geräte gefahrlos rooten und sogar Android modifizieren. Die „hackbare“ Firmware ist ein Prinzip, das z.B. Panasonics Kamera GH2 trotz eines recht hohen Preises zu einem ungeahnten Erfolg verhalf.

So kommt es, das Apple Inc. immer mehr polarisiert. Die Jünger würden selbst Besen mit Apfellogo kaufen, während die Anderen Produkte mit angebissenem Apfel nicht einmal geschenkt nutzen würden. Kunden wollen nicht nur das das beste Produkt – sie wollen auch ein gutes Gefühl kaufen. Apple sollte die Millionen, die sie den Anwälten in den Rachen werfen, besser in die Entwicklung und Kooperation stecken. Google und Facebookt dominieren im Moment das mobile Internet und wer bei seinem nächsten Smartphone die bei den Kunden beliebten Google-Dienste rauswirft, braucht sich nicht wundern wenn die Kunden dann das Produkt „rauswerfen“ bzw. nicht kaufen. Da hilft auch keine Jury und kein Gericht.

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Jul 19

Wie heute wieder durch alle gängigen Newsdienste gemeldet wurde, hat Nokia im 2. Quartal seinen Niedergang kaum stoppen können. Zwar sei der Umsatz um 3% im Vergleich zum 1. Quartal gestiegen, aber das 1. Quartal ist bekanntermaßen das schwächste Quartal in unserer Branche.

Weitaus vernichtender als die Gesamtzahlen sind die Absatzzahlen im wichtigen Segment der Smartphones. Denn bei diesen hochpreisigen Geräten wird üblicherweise das Geld verdient. Und da bleibt Nokias neue Lumia-Reihe in den Regalen liegen wie Blei. Telefone mit Windows Phone sind weltweit so beliebt wie Pest und Cholera – trotz intensiver Werbemaßnahmen liegt der Gesamtmarktanteil (aller Hersteller) unter 4%. Die beiden dominierenden Systeme Android und Apples IOS lassen kaum  noch Platz für ein drittes oder viertes System. Das merkt auch RIM, die nach langen Erfolgen mit Blackberry nun wirtschaftlich ebenfalls in eine Schieflage geraten sind, weil der Absatz der ehemals so beliebten Geräte einbrach.

Diverse Analysten haben in den letzten Monaten mittelfristig gute Absätze für Smartphones mit Windows Phone vorhergesagt. Bislang haben die Käufer allerdings anders reagiert und um Windows-Geräte einen Bogen gemacht. Mag sein, dass sich das mit Windows 8 noch ändert. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Windows 8 die PC-Branche in eine ähnliche Situatiuon bringt wie seinerzeit das ungebliebte Vista. Alle bisherigen Vorabversionen zeigen ein speziell auf dem Desktop unschlüssiges Bedienkonzept, das den Anwender zum Umlernen zwingt. Microsoft geht selbstbewußt davon aus, das die Nutzer schnell die neuen Bedienung lernen werden – das sehen viele Redaktionen von Computerzeitschriften allerdings anders und dort sitzen im Gegensatz zu den normalen Kunden durchaus experimentierfreudige Menschen. Mit dem Misserfolg bei den PCs wird dem neuen Windows aber vermutlich auch der Erfolg im mobilen Bereich versagt bleiben. Der Kunde wird hier zum ihm bekannten Android oder IOS greifen. Nun, Microsoft wird diesen Mißerfolg verschmerzen können, nach einem gepflopten Windows Vista kam das sehr erfolgreiche Windows 7 und nach Windows 8 wird ein Windows 9 eben wieder Geld in die Kasse spülen. Aber Nokia? Nach dem engen Schulterschluss mit Microsoft scheint man auf Modelle mit Android verzichten zu wollen und setzt alle Hoffnungen auf Windows Phone. Hat Nokia die Finanzkraft, um einen Flop von Windows 8 zu überleben? Oder geht es mit Windows 8 schnurstracks in die Pleite?

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Feb 28

Experten sind sich seit längerem einig, das auf dem Smartphone-Markt langfristig nur drei Systeme Bestand haben werden. Auch darüber, dass Android der Marktführer sein wird, herrscht Einigkeit. Schon dann aber differieren die Meinungen der Herren Analysten. Die einen sehen Apples IOS bei stabilen 20 bis 25%, die anderen sehen Windows Mobile langfristig in dieser Größenordnung und Apple nur bei 5%. Was aber, wenn der lachende Dritte ein Neuling aus bekanntem Hause ist?

Zwar schon im Sommer 2011 angekündigt, aber nun im Rahmen des MobileWordCongreess in Barcelona erstmals gezeigt: Die Mozilla Foundation wirft ihren Hut in den Ring. „Boot to Gecko“ heißt das System mit Linux-Unterbau und einem Browser als einziger Applikation im klassischen Sinne.  All das, was man derzeit als APP für sein Smartphone nachladen muss, wird hier über HTML5-Webseiten erledigt. Möglich macht das der Gecko, die Renderingmachine hinter Browsern wie Firefox, Netscape und einem Dutzend anderer Browser.

Ganz neu ist diese Idee nicht, letzten Endes steck auch hinter Googles Chrom (als Betriebssystem) genau dieser Ansatz. Google setzt aber im Telefonbereich auf sein äußerst erfolgreiches Android, das allerdings immer häufiger zum Streitpunkt unzähliger Patent- und Geschmacksmusterklagen wurde. Android wird durch immer mehr Lizenzgebühren für die Hersteller der Geräte immer teurer. Insbesondere die Netzbetreiber interessieren sich aber für günstige Geräte für ihre Kunden.

So auch bei Boot to Gecko, das nun offen von der Telefonica unterstützt wird. Neben Vodafone und Telekom gehört Telefonica zu den ganz großen Global Playern bei den Mobilfunknetzbetreibern. Weitere namhafte Unterstützer sind der Chiphersteller Qualcomm und Adobe.

Wann die ersten Geräte mit Boot to Gecko erhältlich sind, ist noch völlig offen. Sollte sich ein solches System aber am Markt etablieren, wird es für Windows Mobile bei dern derzeitigen Marktanteilen des Microsoft-Produktes zunehmend schwerer, sich am Markt zu behaupten.

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Jan 01

Wieder ist ein Jahr vorbei. Grund genug, kurz innezuhalten. Was war, was wir kommen?

Natürlich kann man nicht alle Ereignisse und Trends erahnen. Das ist auch besser so. Wer konnte sich auch nur im Traum eine Katastrophe wie in Japan vorstellen? Ein schweres Erdbeben, ein gigantischer Tsunami und die Kernschmelze in drei Reaktoren des Atomkraftwerks in Fukushima. Seit dem ist der Atom-Ausstieg Konsens und die Strompreise steigen wegen der Mehrkosten für regenerativ erzeugten Strom auch in den nächsten Jahren weiter an. Man braucht daher keine Kristallkugel, um zu erkennen, dass „Green IT“ oder wenigstens besonders sparsame IT auch 2012 ein Hauptthema sein wird. Selbst wenn man den Umweltaspekt außen vor läßt, bei den zu erwartenden Strompreisen lohnt der Invest in sparsamere Technik allemal.

Bei den Mobilfunkherstellern wird es spannend. Schafft der einstige Branchenprimus Nokia mit dem Fokus auf Windows Phone die Wende?  Viele Experten halten die Festlegung auf Windows Phone und die enge Bindung an Microsoft für einen schweren Fehler, der Nokia die Existenz kosten könnte. Außerdem bleiben die zahlreichen Patent- und Geschmacksmusterklagen, die man als Apple gegen den Rest der Mobile-Welt zusammenfassen könnte. Die Kunden haben längst entschieden und greifen immer mehr zu Android statt Apples IOS. Aber Apple wird mit einem guten zweiter Platz sicherlich auch leben können. Für RIMs Blackberry wird sicherlich auch in Zukunft die Business-Nische bleiben. Und für Windows Phone? Da ist es fraglich, ob für Microsoft noch Platz am Markt ist. Aktuell ist der Markanteil von Windows Phone geringer als der von Samsungs eigenem System BADA. Beide liegen abgeschlagen unter 2%.

Kommen wir zum Datenschutz. Im Jahr 2011 hatten wir diverse Skandale, die es bin in die Abendnachrichten der großen TV-Sender geschafft haben.  Da wurden Sony Millionen Datensätze aus mehreren Netzwerken gestohlen. Rewe wurden die Kundendaten einer Bildertauschbörse entwendet. Und erst vor wenigen Tagen wurden der US-Sicherheitsfirma Strafor Kreditkarten gestohlen. Dagegen ist die Erkenntnis, das facebook gelöschte Daten doch nicht löscht, fast schon harmlos. Ein Student aus Österreich hatte eine Datenauskunft angefordert und nach längerem Tauziehen bekommen. Ausgedruckt wären es mehr als 1500 Seiten Papier gewesen, was facebook nur über diese eine Person alles gespeichert hat.

2012 muss das Jahr des Datenschutzes werden. Datenschutz hinsichtlich der Selbstbestimmung der Bürger, was mit ihren Daten passiert und wer eigentlich wieviel speichern darf. Der Blogger hat im vergangenen Jahr bei einigen SPAM-Mails mal eine Datenauskunft eingefordert und war sehr irritiert, zu welchen Nachtzeiten er an Gewinnspielen teilgenommen haben soll und diese sogar per Opt-IN betätigt habe. Besonders irritierte ihn die Tatsache, mit welchen Providern er das gemacht haben soll. Und dass am Ende immer wieder die gleichen Firmen diese Gewinnspiele technisch abgewickelt haben, macht die Sache nicht glaubwürdiger, sondern zu einem Fall für die Staatsanwaltschaft.

2012 muss das Jahr der Datensicherheit werden. Wenn ein Kunde einem renomierten Unternehmen wie z.B. Sony seine Kreditkartendaten anvertraut, um Spiele und andere Dienste zu bezahlen, dann muss er sicher sein dürfen, dass seine Daten gut geschützt sind. Bei Sony wird man dies sicherlich mit allen Kräften sicherstellen, aber wie sieht bei anderen Firmen aus? Auf zahlreichen Webseiten klaffen Sicherheitslücken. Es gibt Hunderte von Untergrundforen, in denen Exploits zu Software, die auf vielen Servern läuft, gehandelt oder offen gepostet werden. Bekannte Sicherheitslücken bei Standardpaketen wie joomla, typo3 oder WordPress werden oft nur wenige Stunden nach Bekanntwerden in großem Umfang genutzt. Nicht mit Dummenjungenstreichen, wie es z.B.  einmal dem FC Schalke 04 vor dem Revierderby passierte, sondern meist von Kriminellen, die diese Server hacken, um damit SPAM zu versenden, Phishing Attacken zu starten oder Besuchern Trojaner unterzuschieben. Da sind längst keine Einzelkämpfer mehr am Werk, die man leicht an der bleichen Haut erkennt, weil sie nie das Tageslicht sehen. Es sind gut organisierte Banden am Werk, die mit modernen Methoden und arbeitsteilig arbeiten und daher kaum zu fassen sind. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt werden kann, dann werden Cyberkriminelle bald mehr Geld machen als Drogenkartelle oder Waffenschieber.

Wie man sich schützen kann? 100% sicherlich nie, aber halten Sie ihre Software und natürlich ihren Virenscanner immer aktuell. Seien Sie sparsam mit dem „Verteilen“ von persönlichen Daten und ganz besonders bei Konto- oder Kreditkartennummern. Verwenden Sie Antivirensoftware, die auch die Mails und den Webdatenverkehr mit überwacht. Das kostet zwar Performance, bietet aber mehr Schutz, z.B. vor dreisten Erpressungstrojanern wie dem UKash/BKA-Trojaner.

Was sonst noch 2012 passieren wird? Der HSV wird wieder nicht Deutscher Meister, sondern die Bayern machen es wieder mal. Und im Sommer wird ein neuer Europameister ausgespielt und Deutschland hat gute Chancen auf das Endspiel. Und die Bundesnetzagentur will neue Verordnungen auf den Weg bringen und dafür sorgen, dass Kunden bei Rufnummernportierung wirklich nur wenige Stunden ohne Anschluss sind.

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

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Dez 31

Kurz nach Weihnachten meldeten sowohl Apple als auch Google Rekordzahlen an neu aktivierten iphone bzw. Android-Smartphones oder Tablet-PC mit IOS oder Android. Insgesamt 7,5 Millionen Geräte sind Heiligabend und am 1. Weihnachtstag aktiviert worden. Der Anteil der Android-Geräte fiel etwas höher als der Geräte mit IOS, aber dieser Trend ist ja nicht neu. Schließlich melden alle Marktanalysten seit einiger Zeit eine Marktführerschaft für Android.

Nun meldet jedoch crn unter Berufung auf Kantar Worldpanel ComTech, dass der Trend hier in Europa keineswegs einheitlich ist. In Deutschland und in Frankreich habe Apple inzwischen Absatzprobleme. Demnach sei der Marktanteil in Q4 in Deutschland von 27 auf 22% gefallen, in Frankreich auf 20%. In Großbritannien konnte Apple dagegen mit dem iphone 4s punkten und den Marktanteil von 21 auf 31% erhöhen. Mehr als 60% aller in Deutschland verkauften Smartphones ist ein Android-Gerät. Besonders beliebt war Samsungs Galaxy S2.

Die Analysten glauben, dass die zahlreichen preiswerteren Geräte und die Herstellervielfalt der Grund für den Erfolg von Android und den Mißerfolg von Apple seien. Aber diese Vielfalt gibt es in anderen Ländern Europas auch, kann also nicht der alleinige Grund für die Entwicklung sein.

Ich glaube eher, dass sich das Image von Apple gewandelt hat. Eine Erfahrung, die auch Nokia schmerzlich mache mußte, als in Bochum das Nokiawerk geschlossen wurde und die Belegschaft vor laufenden Kameras vergeblich um ihre Arbeitsplätze kämpfte. Damals brach der Absatz von Nokia-Telefonen in Deutschland dramatisch ein. Bei Apple ist es der Patent- und Geschmacksmusterkrieg, der das Unternehmen in ein schiefes Licht rückt. Besonders unverständlich das von Apple erwirkte Verkaufsverbot des Samsung Galaxy Tab 10.1 aufgrund einer Geschmacksmusteranmeldung, bei der sich jeder Nichtjurist fragt, wieso man so etwas anmelden konnte und Richter solche Urteile fällen. Samsung hat es gut verstanden, sich hier in der Opferrolle zu präsentieren. Die Hinweise auf ähnlich gestaltete Geräte in Sciencefiction-Filmen der 80er Jahre des letzten Jahrtausends haben zwar die Richter nicht überzeugt, aber viele User der Netzgemeinde schon. Und da dieser Rechtsstreit vor deutschen Gerichten es mehrfach in die deutschen TV-Nachrichten der Primetime schaffte, waren die juristischen Siege von Apple gleichzeitig fette Imageunfälle. Durch die Berichterstattung haben auch weniger Interessierte erfahren, dass es Geräte gibt, gegen die Apple nichts mehr tun kann als vor Gericht zu ziehen. Quasie verboten gute Geräte. Logisch, dass die dann jeder haben will.

Ein weiterer Aspekt ist die wichtigste Neuerung des iphone 4s, der Sprachassistent SIRI. SIRI soll wahre Wunder vollbringen, aber so richtig rund läuft er nur in englisch. In Deutschland und Frankreich sprechen die Kunden aber kein Englisch und die Sprachanpassung wurde nicht zu 100% vorgenommen, s0 dass der Funktonsumfang kleiner ist und viele Deutsche und Franzosen daher kein Interesse an SIRI haben.

Sollte Googles Majel gleich in allen wichtigen Sprachen funktionieren, dann wird es noch schwerer für Apple. Inbesondere auch, weil Samsung das neue Galaxy S3 im Aril 2012 vorstellen will, also vermutlich vor der Premiere eines neuen iphone5, aber genau in dem Zeitfenster, in dem die Verträge vieler iphone4-Kunden der ersten Monate verlängerbar sind. Ein klug gewählter Zeitpunkt. Tschüss iphone…

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