Nov 03

Gut fünf seit den ersten Enthüllungen um die Abhörpraktiken der NSA dachte man ja wirklich, nun kommt nichts Neues mehr. Falsch gedacht. Im Schlepptau um die Entrüstungen um das Kanzlerhandy platzte eine andere Bombe ungeahnten Ausmasses:

Die NSA hat nicht nur die großen US-Anbieter wie z.B. Apple, Facebook, Google, Microsoft oder Yahoo zur Mitarbeit gezwungen, sie hat deren internationale Leitungen auch noch heimlich angezapft. Doppelt ausspähen ist halt sicherer. Hierbei haben die Nachrichtendienste anderer Länder die NSA unterstützt, allen voran die Briten. Bei Google scheint man das geahnt oder befürchtet zu haben – der Konzern verschlüsselt seit 2012 teilweise auch den Datenverkehr zwischen seinen Rechenzentren und bietet den Kunden den sichereren Perfect Forward Security Schlüsselaustausch an.

Angesichts dieser Enthüllungen muss man den Eindruck gewinnen, dass die Geheimdienste der USA und einige Verbündeten wirklich alle Kommunikation ausspähen und teilweise aufzeichnen, derer sie habhaft werden und da scheinen die technischen Möglichkeiten sehr weitreichend zu sein. Und da muss sich jeder Internetnutzer die Fragen stellen:

Kann ich den US-Anbietern im Netz noch trauen?

Kann ich dem Internet noch trauen? Denn das wird ja von US-Firmen dominiert.

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Aug 29

Die Patentschlacht zwischen Apple und Samsung trieb in den letzten Jahren seltsame Blüten und fand am vergangenen Sonntag einen vorläufigen Höhepunkt. Eine Jury entschied gegen Samsung. Nicht überraschend, fand das Verfahren doch nur wenige Kilometer von der Apple-Zentrle entfernt statt.  Wie würden wohl deutsche Laien in Stuttgart entscheiden, wenn ein koreanischer Autobauer gegen Porsche oder Merzedes prozessieren würde?

Wer nun juristisch wie weit Recht hat, soll hier nicht interessieren. Sicherlich sahen einige Geräte von Samsung denen von Apple etwas sehr ähnlich. Umso mehr muss es die Apple Chefs in Cupertino ärgern, dass ausgerechnet der aktuelle Bestseller von Samsung, das Galaxy S3, gar keinem Apple-Produkt ähnelt. Es hat ein recht eigenständiges Design und das kommt bei den Kunden so gut an wie kein Smartphone von Samsung jemals zuvor. Und warum? Weil es technisch besser ist, ein größeres Display hat, Android statt IOS und weil es nicht von Apple ist.

Apple hat im „Atomkrieg“, wie ihn Steve Jobs seinerzeit Google androhte, ein wichtiges Detail übersehen. Das Internet. Vor 10 Jahren hätten juristische Feldzüge auf dem halben Globus kaum jemanden interessiert, hätten neben kurzen Meldungen in der Wirtschaftspresse hauptsächlich in juristischen Portalen Interesse gefunden. Aufgrund des Hypes um Apple wurde aber beinahe jeden Tag auf zahlreichen Newsportalen ausführlich berichtet und diskutiert. Und das hat Folgen und die Schäden sind für Apple weitaus schlimmer als für Samsung. Weil viele User die zahlreichen Urteile gegen Samsung nicht nachvollziehen können, ist Apple in ihren Augen der Bösewicht, der Goliath, der den armen David gerade vermöbelt. Samsung kann dagegen außerhalb der USA einen enormen Sympathiegewinn verbuchen.

In den zahlreichen Verfahren schwingt nämlich noch eine Botschaft mit, die für Apple fatal ist: Wir (Apple) brauchen die juristische Hilfe in Form von Verkaufsverboten, weil wir sonst unsere Produkte nicht verkauft bekommen.

Der Name Apple ist seit Jahrzehnten bekannt. Apple Corps hieß die Firma, die von den Beatles 1968 gegründet wurde und deren Geschäftszweig Apple Records war sicherlich in den 70ern eines der bekanntesten Musik-Labels weltweit. Und als 1976 in Cupertino die Firma Apple Inc. gegründet wurde und man den Namen auswählte, um noch vor Atari im Telefonbuch zu stehen, da wird man möglicherweise beim Namen Apple nicht nur an das Obst, sondern auch an die Beatles gedacht haben. Zahlreiche Prozesse zwischen beiden Firmen folgten später.

Von der Gründung an ließ man sich bei Apple von den Ideen Anderer „inspirieren“, verbesserte sie und machte daraus oft erfolgreiche Produkte. Eigentlich gar nicht so unüblich. Nur wehe, jemand läßt sich von Apple „inspirieren“ – das ist dann böses Abkupfern und gehört gerichtlich verboten. Dank einer tüchtigen Patentabteilung läßt man sich in Cupterino vieles per Patent und Geschmacksmuster schützen und da sind evtl. auch mal Sachen dabei, bei denen man sich selbst hat „inspirieren“ lassen oder die eigentlich schon selbstverständlich sind. In den USA werden Patente anders als in Europa nicht besonders streng geprüft.

Das Vorgehen von Apple mag in den USA nach Recht und Gesetz in Ordnung sein, es hat aber in den Augen vieler Leute ein Geschmäckle und das kommt bei immer mehr  Kunden nicht gut an. War ein Apple II seinerzeit so erfolgreich, weil er ein offenes System war und man ihn herrlich mit Fremdhardware aufmotzen konnte/mußte, so hat sich das seit Einführung des Macintosh immer mehr geändert. Aktuelle Geräte sind ohne sehr spezielles Werkzeug nicht zu öffnen und selbst Verschleißartikel wie Akkus sind in aktuellen Notebooks fest verlötet und verklebt. Apple entscheidet, wer den Apple Kunden seine Software im App-Store verkaufen oder verschenken darf und wirft unliebsame Apps wie z.B. Clueful von Antiviren-Spezialisten Bitdefender einfach raus. Die Clueful App hat dem Iphone Besitzer gezeigt, welche seiner installierten Apps persönliche Daten von ihm verwendet und evtl. an andere Server weiterleitet.

Das Prinzips Apple, zu den eigenen Geräten geschlossene Ökosysteme wie itunes, App Store usw. zu schaffen, hat in den letzten Jahren bestens funktioniert, die Firma ist auf dem Höhepunkt des Erfolgs. Andererseits überrollt Android den Smartphone-Markt mit einer solchen Wucht, das man sich in Cupertino schon fragt, warum das so ist. Sicherlich nicht, weil es einige optische Ähnlichkeiten geben mag oder bei der einen oder anderen App eine Geste „geklaut“ wurde. Es gibt zwei wesentliche Gründe und beide müssen Apple Angst machen:

  1. Die Leute vertrauen Google mehr als Apple. Die Kunden wollen Android, weil es von Google ist. Das geht aus einer Apple internen Studie hervor, die im Rahmen eines Prozesses offengelegt wurde.
  2. Die Kunden wollen Vielfalt und Freiheit. Beinahe jedes Android Gerät kann so konfiguriert werden, dass Apps aus anderen Quellen als Google Play installiert werden können. Freaks können ihre Geräte gefahrlos rooten und sogar Android modifizieren. Die „hackbare“ Firmware ist ein Prinzip, das z.B. Panasonics Kamera GH2 trotz eines recht hohen Preises zu einem ungeahnten Erfolg verhalf.

So kommt es, das Apple Inc. immer mehr polarisiert. Die Jünger würden selbst Besen mit Apfellogo kaufen, während die Anderen Produkte mit angebissenem Apfel nicht einmal geschenkt nutzen würden. Kunden wollen nicht nur das das beste Produkt – sie wollen auch ein gutes Gefühl kaufen. Apple sollte die Millionen, die sie den Anwälten in den Rachen werfen, besser in die Entwicklung und Kooperation stecken. Google und Facebookt dominieren im Moment das mobile Internet und wer bei seinem nächsten Smartphone die bei den Kunden beliebten Google-Dienste rauswirft, braucht sich nicht wundern wenn die Kunden dann das Produkt „rauswerfen“ bzw. nicht kaufen. Da hilft auch keine Jury und kein Gericht.

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Jul 19

Wie heute wieder durch alle gängigen Newsdienste gemeldet wurde, hat Nokia im 2. Quartal seinen Niedergang kaum stoppen können. Zwar sei der Umsatz um 3% im Vergleich zum 1. Quartal gestiegen, aber das 1. Quartal ist bekanntermaßen das schwächste Quartal in unserer Branche.

Weitaus vernichtender als die Gesamtzahlen sind die Absatzzahlen im wichtigen Segment der Smartphones. Denn bei diesen hochpreisigen Geräten wird üblicherweise das Geld verdient. Und da bleibt Nokias neue Lumia-Reihe in den Regalen liegen wie Blei. Telefone mit Windows Phone sind weltweit so beliebt wie Pest und Cholera – trotz intensiver Werbemaßnahmen liegt der Gesamtmarktanteil (aller Hersteller) unter 4%. Die beiden dominierenden Systeme Android und Apples IOS lassen kaum  noch Platz für ein drittes oder viertes System. Das merkt auch RIM, die nach langen Erfolgen mit Blackberry nun wirtschaftlich ebenfalls in eine Schieflage geraten sind, weil der Absatz der ehemals so beliebten Geräte einbrach.

Diverse Analysten haben in den letzten Monaten mittelfristig gute Absätze für Smartphones mit Windows Phone vorhergesagt. Bislang haben die Käufer allerdings anders reagiert und um Windows-Geräte einen Bogen gemacht. Mag sein, dass sich das mit Windows 8 noch ändert. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Windows 8 die PC-Branche in eine ähnliche Situatiuon bringt wie seinerzeit das ungebliebte Vista. Alle bisherigen Vorabversionen zeigen ein speziell auf dem Desktop unschlüssiges Bedienkonzept, das den Anwender zum Umlernen zwingt. Microsoft geht selbstbewußt davon aus, das die Nutzer schnell die neuen Bedienung lernen werden – das sehen viele Redaktionen von Computerzeitschriften allerdings anders und dort sitzen im Gegensatz zu den normalen Kunden durchaus experimentierfreudige Menschen. Mit dem Misserfolg bei den PCs wird dem neuen Windows aber vermutlich auch der Erfolg im mobilen Bereich versagt bleiben. Der Kunde wird hier zum ihm bekannten Android oder IOS greifen. Nun, Microsoft wird diesen Mißerfolg verschmerzen können, nach einem gepflopten Windows Vista kam das sehr erfolgreiche Windows 7 und nach Windows 8 wird ein Windows 9 eben wieder Geld in die Kasse spülen. Aber Nokia? Nach dem engen Schulterschluss mit Microsoft scheint man auf Modelle mit Android verzichten zu wollen und setzt alle Hoffnungen auf Windows Phone. Hat Nokia die Finanzkraft, um einen Flop von Windows 8 zu überleben? Oder geht es mit Windows 8 schnurstracks in die Pleite?

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Feb 28

Experten sind sich seit längerem einig, das auf dem Smartphone-Markt langfristig nur drei Systeme Bestand haben werden. Auch darüber, dass Android der Marktführer sein wird, herrscht Einigkeit. Schon dann aber differieren die Meinungen der Herren Analysten. Die einen sehen Apples IOS bei stabilen 20 bis 25%, die anderen sehen Windows Mobile langfristig in dieser Größenordnung und Apple nur bei 5%. Was aber, wenn der lachende Dritte ein Neuling aus bekanntem Hause ist?

Zwar schon im Sommer 2011 angekündigt, aber nun im Rahmen des MobileWordCongreess in Barcelona erstmals gezeigt: Die Mozilla Foundation wirft ihren Hut in den Ring. „Boot to Gecko“ heißt das System mit Linux-Unterbau und einem Browser als einziger Applikation im klassischen Sinne.  All das, was man derzeit als APP für sein Smartphone nachladen muss, wird hier über HTML5-Webseiten erledigt. Möglich macht das der Gecko, die Renderingmachine hinter Browsern wie Firefox, Netscape und einem Dutzend anderer Browser.

Ganz neu ist diese Idee nicht, letzten Endes steck auch hinter Googles Chrom (als Betriebssystem) genau dieser Ansatz. Google setzt aber im Telefonbereich auf sein äußerst erfolgreiches Android, das allerdings immer häufiger zum Streitpunkt unzähliger Patent- und Geschmacksmusterklagen wurde. Android wird durch immer mehr Lizenzgebühren für die Hersteller der Geräte immer teurer. Insbesondere die Netzbetreiber interessieren sich aber für günstige Geräte für ihre Kunden.

So auch bei Boot to Gecko, das nun offen von der Telefonica unterstützt wird. Neben Vodafone und Telekom gehört Telefonica zu den ganz großen Global Playern bei den Mobilfunknetzbetreibern. Weitere namhafte Unterstützer sind der Chiphersteller Qualcomm und Adobe.

Wann die ersten Geräte mit Boot to Gecko erhältlich sind, ist noch völlig offen. Sollte sich ein solches System aber am Markt etablieren, wird es für Windows Mobile bei dern derzeitigen Marktanteilen des Microsoft-Produktes zunehmend schwerer, sich am Markt zu behaupten.

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Feb 04

Endlich hats auch Apple erwischt. Wenn auch vorerst nur einige Stunden. Aber der Reihe nach:

Nachdem Apple in der Vergangenheit einige für Nichtjuristen kaum nachvollziehbare Vertriebsverbote für das Samsung Galaxy Tab erringen konnte, hat sich in der vergangenen Woche das Blatt gewendet. Motorola konnte vor dem Landgericht München wegen Verletzung von Mobilfunkpatenten ein Vertriebsverbot für alle ipads mit 3G Modul und die älteren iphones 3G, 3GS und 4 erwirken. Das Vertriebsverbot galt nur für den Apple Onlineshop und nicht für das neue iphone 4S, weil das zum Zeitpunkt der Klage noch nicht auf dem Markt war. Apple hatte jedoch bereits gestern nachmittag mitgeteilt, dass der Vollzug dieses Urteils vom OLG Karlsruhe ausgesetzt worden sei. Seit werden die vom Vertriebsverbot betroffenen Geräte seit heute auch wieder online angeboten.

Zuvor hatte Apple vor dem Landgericht München bereits beim Versuch, auch für Samsungs neues Galxy Tab 10.1N ein Vertriebsverbot u erwirken, eine schallende Niederlage kassiert. Die Richter lehnten ein solches Verbot aufgrund der Verletzung eines Patentes nicht nur ab, sondern wurden in den Medien auch mit der Aussage zitiert, das „dass sich eine derartige Technik bereits vor Einreichen des Patens auf dem Markt befand. Deshalb könne das Patent für ungültig erklärt werden“. (Quelle: onlinekosten.de Newsmeldung „Apple vs. Samsung: Galaxy Tab 10.1N darf bleiben„)

Auf  den nach wie vor schwelenden Streit um die Verletzung eines Geschmacksmusters von Apple in Düsseldorf hat dieses Urteil zwar direkt keine Wirkung, aber auch dort argumentiert Samsung ja damit, dass es ähnliche Designs weitaus früher gegeben habe, u.a. in Sciencefiction Filmen aus den 80er Jahren.

Im Streit zwischen Motorola und Apple geht es dagegen um UMTS-Patente, deren Berechtigung unbestritten ist. Da diese Patente allerdings zum UMTS-Standard gehören, ist Motorola verpflichtet, diese zu „fairen Bedingungen“ zu lizensieren und genau darum geht es. Dem Konzern, der nach Analystenberechnungen mehr als 100 Dollar pro iphone verdienen soll, war bislang der von Motorola geforderte Preis zu hoch und man hat die Patente einfach ohne zu zahlen genutzt. Diese Praktik ist definitiv nicht zur Nachahmung, z.B. an der Tankstelle oder im Apple Store, empfohlen, auch wenn man den Eindruck hat, dass der geforderte Preis unfair und zu hoch sei.

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Dez 31

Kurz nach Weihnachten meldeten sowohl Apple als auch Google Rekordzahlen an neu aktivierten iphone bzw. Android-Smartphones oder Tablet-PC mit IOS oder Android. Insgesamt 7,5 Millionen Geräte sind Heiligabend und am 1. Weihnachtstag aktiviert worden. Der Anteil der Android-Geräte fiel etwas höher als der Geräte mit IOS, aber dieser Trend ist ja nicht neu. Schließlich melden alle Marktanalysten seit einiger Zeit eine Marktführerschaft für Android.

Nun meldet jedoch crn unter Berufung auf Kantar Worldpanel ComTech, dass der Trend hier in Europa keineswegs einheitlich ist. In Deutschland und in Frankreich habe Apple inzwischen Absatzprobleme. Demnach sei der Marktanteil in Q4 in Deutschland von 27 auf 22% gefallen, in Frankreich auf 20%. In Großbritannien konnte Apple dagegen mit dem iphone 4s punkten und den Marktanteil von 21 auf 31% erhöhen. Mehr als 60% aller in Deutschland verkauften Smartphones ist ein Android-Gerät. Besonders beliebt war Samsungs Galaxy S2.

Die Analysten glauben, dass die zahlreichen preiswerteren Geräte und die Herstellervielfalt der Grund für den Erfolg von Android und den Mißerfolg von Apple seien. Aber diese Vielfalt gibt es in anderen Ländern Europas auch, kann also nicht der alleinige Grund für die Entwicklung sein.

Ich glaube eher, dass sich das Image von Apple gewandelt hat. Eine Erfahrung, die auch Nokia schmerzlich mache mußte, als in Bochum das Nokiawerk geschlossen wurde und die Belegschaft vor laufenden Kameras vergeblich um ihre Arbeitsplätze kämpfte. Damals brach der Absatz von Nokia-Telefonen in Deutschland dramatisch ein. Bei Apple ist es der Patent- und Geschmacksmusterkrieg, der das Unternehmen in ein schiefes Licht rückt. Besonders unverständlich das von Apple erwirkte Verkaufsverbot des Samsung Galaxy Tab 10.1 aufgrund einer Geschmacksmusteranmeldung, bei der sich jeder Nichtjurist fragt, wieso man so etwas anmelden konnte und Richter solche Urteile fällen. Samsung hat es gut verstanden, sich hier in der Opferrolle zu präsentieren. Die Hinweise auf ähnlich gestaltete Geräte in Sciencefiction-Filmen der 80er Jahre des letzten Jahrtausends haben zwar die Richter nicht überzeugt, aber viele User der Netzgemeinde schon. Und da dieser Rechtsstreit vor deutschen Gerichten es mehrfach in die deutschen TV-Nachrichten der Primetime schaffte, waren die juristischen Siege von Apple gleichzeitig fette Imageunfälle. Durch die Berichterstattung haben auch weniger Interessierte erfahren, dass es Geräte gibt, gegen die Apple nichts mehr tun kann als vor Gericht zu ziehen. Quasie verboten gute Geräte. Logisch, dass die dann jeder haben will.

Ein weiterer Aspekt ist die wichtigste Neuerung des iphone 4s, der Sprachassistent SIRI. SIRI soll wahre Wunder vollbringen, aber so richtig rund läuft er nur in englisch. In Deutschland und Frankreich sprechen die Kunden aber kein Englisch und die Sprachanpassung wurde nicht zu 100% vorgenommen, s0 dass der Funktonsumfang kleiner ist und viele Deutsche und Franzosen daher kein Interesse an SIRI haben.

Sollte Googles Majel gleich in allen wichtigen Sprachen funktionieren, dann wird es noch schwerer für Apple. Inbesondere auch, weil Samsung das neue Galaxy S3 im Aril 2012 vorstellen will, also vermutlich vor der Premiere eines neuen iphone5, aber genau in dem Zeitfenster, in dem die Verträge vieler iphone4-Kunden der ersten Monate verlängerbar sind. Ein klug gewählter Zeitpunkt. Tschüss iphone…

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Apr 27

Was für eine Woche für den Datenschutz oder sollte man besser schon Datensorglosigkeit sagen?

Erst die große Aufregung über Apples obskure Positionsdatenbank auf iphones, ipads und auch unverschlüsselt auf dem PC, wenn man sein Mobilgerät mit itunes synchronisiert hat. So völlig neu war die Datenbank mit Positionsdaten von WLAN- und UMTS-Sendern nicht, allerdings hatte Apple bislang auch US-Abgeordneten auf Nachfrage verschwiegen, dass diese Daten auch einen Zeitstempel enthalten.

Und nun der Gau. Nein, sicherlich sogar ein Supergau. Sony´s Playstation Network wurde gehackt. Und der oder die Täter haben Kundendaten von ca 77 Millionen Teilnehmern klauen können. Wie genau das passieren konnte, ist noch unbekannt. Sony läßt diesen Fall auch extern untersuchen.

Die Folgen dieses Datenklaus sind gravierend. Im günstigsten Fall sind nur die Adressen und Mailadressen von 77 Millionen Kunden im Umlauf. Die Kundenpasswörter waren verschlüsselt gespeichert. Aber dieser Schutz ist schwach, wenn kurze Passwörter verwendet wurden. Für die betroffenen Kunden, die evtl. das gleiche Passwort auch für andere Dienste genutzt haben, heißt es nun, so schnell wie möglich alle Passwörter zu ändern. Viel schwerwiegender sind die Kreditkartendaten, die ein Teil der Kunden im Playstationntwork hinterlegt hat. Diese Kunden haben nun ein schwerwiegendes Problem. Zwar kann man in Mißbrauchsfällen die Beträge zurückfordern, aber wie sollen sie nun verhalten? Melden sie Ihrer Bank das Problem und lassen die Karte sperren, so bleiben sie vermutlich auf den Kosten für eine Ersatzkarte sitzen. Melden Sie den Diebstahl der Daten nicht, könnte die Bank ihnen in späteren Schadensfällen vertragsbrüchiges Verhalten vorwerfen und die Regulierung des Schadens verweigern. Sony informiert aktuell die Kunden des Playstation Networks und sollte sich für die Kreditkartenkunden schnell eine kulante Lösung einfallen lassen. Für Sony kam nach den Erdbeben in Japan nun das ganz persönliche Beben, das sie möglicherweise mit dem Versuch, sämtliche Geräte mit modifizierter Firmware von Network auszuschließen, erst angeregt haben.

Noch ist völlig unklar, welche Motive hinter dem Angriff stecken und ob die Daten das eigentliche Ziel des Angriffes waren. Andererseits spielt es auch keine Rolle, die Daten existieren nun in den Händen Unbefugter und es ist zu befürchten, dass sie früher oder später in kleinen Tranchen in Umlauf geraten, also an andere Kriminelle verkauft werden. Keine schönen Aussichten. Willkommen im Jahr 2011, im Jahr der Datensorglosigkeit…

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Apr 02

Alljährlich verleiht der FoeBuD e.V. in Bielefeld die Big Brother Awards – die Negativpreise für Datenkraken. Am gestrigen Abend des 1. April war es wieder soweit und auch diesmal gab es namhafte Preisträger.

In der Kategorie Kommunikation gab es gleich zwei Preisträger und beide sind gute Bekannte. Der erste Preis ging an die Facebook Deutschland GmbH, der die Preisverleiher unterstellen, mit systematischen Datenschutzverstößen Milliarden zu verdienen. Facebook war auch bei einem Drittel der Besucher der Veranstaltung der Favorit. Der zweite Preis in dieser Kategorie ging Apple, was auch nicht besonders überrascht. Apples Telefone sind ja bekanntlich teure Statusobjekte und wer die Geräte zu mehr als zum Telefonieren nutzen wolle, werde nach Ansicht der Preisverleiher erpresst, zweifelhaften Datenschutzbestimmungen zuzustimmen. Ob überhaupt jemand die auf dem Telefon-Display immerhin 117 Seiten lange Abhandlung liest, darf doch bezweifelt werden.

In der Kategorie Politik fand der Preis mit Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann einen würdigen Preisträger. Herr Schünemann, der schon in der Vergangenheit mit haarsträubenden Vorschlägen wie etwa dem Einsatz einer filternden Zugangssoftware für Kunden niedersächsicher Provider auf sich aufmerksam macht, hat sich den Preis mit dem ersten Einsatz einer Überwachungsdrohne „verdient“. Während der Proteste anläßlich der Castor-Transporte im November 2010 soll insgesamt viermal eine Überwachungsdrohne zum Einsatz gekommen sein. Anders als auf öffentlichen Plätzen, wo eine Videoüberwachung offen stattfindet und auch ausgeschildert sein muss, geschieht der Drohneneinsatz unangekündigt und oft von den Überwachten auch unbemerkt.

Etwas überraschend ging der Preis in Kategorie Technik an die Modemarke Peutery für den Einsatz von RFID-Etiketten. Die Etiketten an der Kleidung sind mit dem Hinweis „Don´t remove this Label“ (Etikett nicht entfernen) gekennzeichnet und können auch nach dem Kauf jahrelang berühlungslos und vom Träger unbemerkt ausgelesen werden.

Natürlich wurde auch der bevorstehende Zensus 2011 mit einem Award bedacht. Die weiteren Awards gingen in der Kategorie Arbeitswelt an den deutschen Zoll und die Daimler AG. Last but not least ergatterte noch der Verlag für Wissen und Information aus Starnberg den Preis in der Kategorie Verbraucherschutz. Der Verlag läßt Schulen in seinem Namen Büchergutscheine verteilen, für die man als Gegenleistung Adressdaten der Empfänger abgreift. Die Einbindung der Schulen in den wirtschaftlichen Adresshandel wird als mißbräuchlich betrachtet.

Die Details zu den Preisträgern können auf der Webseite des FoeBuD e.V. nachgelesen werden.

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Jan 02

Das neue Jahr ist keine zwei Tage alt und in der Bundesliga gab es schon den ersten Trainerwechsel. Ganz so schnell ist unsere Telekommunikationsbranche nicht, aber auch dort stehen dieses Jahr wichtige Entscheidungen an. Entscheidungen, mit denen die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden.

Aber der Reihe nach: In diesem Jahr wird eine Vorentscheidung auf dem Smartphonemarkt fallen. Mehr als 50% aller dieses Jahr verkauften Mobiltelefone werden Smartphones sein. Auf diesem Markt geht es zunehmend nicht nur um Marktanteile bei den Geräten, sondern um die Betriebssysteme und die zugehörenden App-Markets. Platzhirsch war hier im vergangenen Jahr Apple. Das iPhone4 verkaufte sich trotz technischer Probleme besser als je zuvor. Auf dem Markt der Betriebssysteme ist jedoch Googles Android der neue Star. Googles Open Source-System hat im letzten Jahr Apples Absätze in vielen Ländern deutlich überflügelt – besonders stark in den USA. Allerdings verteilt sich der Erfolg auf viele Hersteller – allen voran HTC, Samsung, Sony-Ercisson und Motorola, denen mit Android-Telefonen das Comeback aus der Krise gelang. Stabil mit im Markt ist RIM mit seinem Blackberry-System. Kritisch wird es für Nokia. Hier setzt man weiter auf Symbian und das noch unfertige Meego. Die Kundschaft erwartet aber in den Oberklassegeräten mehr, als Symbian zu leisten vermag. Gerüchte zum Jahreswechsel brachten Nokia daher auch schon mit Microsoft in Verbindung. Windows Phone 7 auf Nokia Handies könnte sowohl für Nokia als auch für Microsoft der rettende Durchbruch sein. Für Microsoft wird 2011 zum Schicksalsjahr – flopt Windows Phone 7, dann ist Microsoft raus aus diesem Markt. Und das ist durchaus möglich.

Der Run auf die Smartphones bedeutet auch einen Run auf mobile Datendienste. Wurden im vergangenen Jahr die LTE-Frequenzen versteigert, so gilt es dieses Jahr, die Netze in Betrieb zu nehmen. E-Plus ist hier im ländlichen Raum nur Zaungast, denn man hat ja keine Frequenzen im 800 MHz-Band ersteigert. Und die Nachfrage nach mobilen Datendiensten kann E-Plus in eine Krise stürzen. Denn die mobielen Datendienste wurden in der Vergangenheit nur spärlich und mit geringen Kapazitäten ausgebaut. Dank des geringeren Invests in das Netz (im Vergleich zu den Marktbegleitern) hat riesige Gewinne erwirtschaftet und auch mit den vielen Discounterkunden gut verdient. Nun haben aber auch die Kunden der Discountermarken Smartphones und fragen Datendienste nach. E-Plus hat hier große Ausbaumaßnahmen angekündigt und es wird auch harte Arbeit werden, will man den Rückstand zu den anderen Netzen auch nur verkürzen.

Festnetz: Hier wird immer klarer erkennbar, dass ADSL und ADSL2+ Auslaufmodelle sind. Kurzfristig ist VDSL für die Telefonfirmen die Übergangstechnik zur Glasfaser, die direkt im Gebäude des Kunden endet. Die Kabelfirmen haben es besser, die Kapazitäten des TV-Kabel sind noch nicht ausgereizt. Und die Kunden laufen zu Tausenden zum Internet aus dem TV-Kabel über. Bei den DSL-Anbietern konnten nur noch die Telekom, Alice/O2 und Vodafone einen Zuwachs an DSL-Kunden vermelden. Die anderen Anbieter treten auf der Stelle oder verlieren gar Kunden. Dieser Trend wird sich 2011 noch verschäften. Die Kunden verlangen nach immer schnelleren Leitungen und immer häufiger nach IPTV-Lösungen. Nur die Telekom und Alice bieten IPTV an. Vodafone hat zwar einen Relaunch von IPTV angekündigt, aber mit dem Einstellen der Arcor-Dienste ging wertvolle Zeit und viel Know How verloren. Und so könnte Vodafone im Festnetz auch zukünftig zu den Verlieren gehören. Auf der Verliererseite waren 2010 schon Schwergewichte wie 1&1 oder Versatel.

Im IT-Bereich ist die Cloud in aller Munde. Nicht nur weil Microsoft damit für Windows 7 wirbt. Der Boom von Netbooks und Tablet-PC mit schwachbrüstiger Hardware läßt allerlei Softwareangebote aus dem Netz spriessen. Mit dem Spieleserver im Netz und einem Videostream zum eigenen PC kann der eigene Mittelklasse-PC mit veralteter Grafikkarte Spiele in Auflösungen spielen, die sonst nur mit den aktuellen und teuren Grafikkarten möglich waren. Und der Jahresbeitrag für so einen Dienst ist nicht teurer als ein aktuelles PC-Spieles. Sehr zum Nachteil der Grafikkartenhersteller

Tablet-PC werden 2011 der Renner sein. Neben dem Riesenerfolg vom Apple iPad konnte Samsung mit seinem 7″ Galaxy Pad einen Achtungserfolg verbuchen – mehr als 600.000 verkaufte Geräte. Zur CeBIT werden unzählige Notebook-Schmieden ihre PADs vorstellen. Und auch hier läuft der Kampf Android gegen Apples iOS. Microsofts Windows 7 ist derzeit aussen vor. Es ist erstens zu teuer und es braucht zweitens viel zu viel Rechenleistung. Viele der bislang vorgestellten Tablets lief mit eher schwachbrüstigen, aber sehr sparsamen Prozessoren mit ARM-Technolgie, für die Microsoft gar kein Windows anbieten kann. Auch hier könnte Microsoft dieses Jahr eine vorentscheidende Schlappe einstecken.

Satelliten-DSL: Trotz oder gerade wegen LTE wird sich auch beim Satelliten DSL etwas tun. Nach dem erfolgreichen Start des KA-Sat von Eutelsat in den letzten Tagen des alten Jahres wird es ab Frühjahr 2011 Satelliten DSL in nie gekannten Geschwindigkeiten geben. Brancheninsider gehen von Geschwindigkeiten von bis zu 20 MBit zu Preisen von monatlich deutlich unter 100 Euro aus. Aktuell kosten 2MBit via Astra2Connect bei der Telekom knappe 40 Euro und das ist schon ein Kampfpreis, den die Telekom auch nur gewährt, wenn man außerdem einen Festnetzanschluss mitbucht.

Und zum Schluss noch einmal das Bezahlfernsehen. Neben Sky haben wir ja auch noch HD+ im Rennen. Im November letzten Jahres sind die ersten 12Monatabos ausgelaufen. Zahlen, wie viele Kunden der ersten Stunde nach ihren freien 12 Monaten wirklich gezahlt haben, gibt es bislang nicht. Insgesamt hat man den Eindruck, dass der großen Durchbruch bei den verkauften Geräten bislang ausblieb. Die Zukunft von Sky bleibt spannend. Die drohende Zahlungsunfähigkeit wurde mit einer Kapitalaufstockung verhindert. Mit einer großen Rabattschlacht konnten auch erstmals seit Jahren Neukunden in größerem Umfang gewonnen werden. Aber neben dem klassischen Free-TV hat man auch zunehmend Konkurrenz aus dem Internet. Neben den IPTV Angeboten der Telekom und Alice wären hier Youtube und Maxdome zu nennen. Den ungleichen Kampf „Premium-Abo“ gegen kostenlose oder „Pay-per-View“ Angebote wird Sky nicht gewinnen können. Und das Internet ist aktuelle dabei, den Sprung auf den Fernseher zu vollziehen. Beinahe jedes größere aktuelle TV-Gerät ab 500 Euro hat schon einen Internet-Anschluss. Wer braucht da noch Sky?

Freuen wir uns also auf ein Jahr 2011 mit so vielen spannenden (Vor-)Entscheidungen wie schon lange nicht mehr.

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Nov 21

Dem Stammleser ist es sicherlich sofort aufgefallen: Telkotalk hat ein neues Design. Das neue, vom Hintergrundbild etwas an OS X von Apple angelehnte Template ist insgesamt frischer und lebendiger. So wie die Branche, um die es hier geht.

Neu ist auch ein klein wenig Werbung von Congstar. Die Tochter der Telekom gefällt durch ihr frisches, jugendliches Image und durch unkomplizierte Produkte zu sehr fairen Preisen. Wer da noch seine Telekommunikationsbedürfnisse beim Kaffeeröster oder Drogeriemarkt deckt, ist echt selbst schuld.

Schreibt einfach mal, wie Euch dieses Design gefällt. Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Gruß Holger

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