Mai 15

Hatten Kritiker nicht schon lange vor der Datenkrake Google gewarnt? Zwar hatte facebook sich in den letzten Wochen größte Mühe gegeben, sich mit allerlei Maßnahme zum Feind Nr.1 aller Datenschützer zu machen, aber nun schlägt der Suchmaschinengigant zurück.

Nach hartnäckigem Bohren der Hamburger Datenschützer gab google heute zu, nicht nur Position, Kanal, SSID und Mac-Adressen privater WLAN-Netze gespeichert zu haben, sondern auch “Payload”.  Also Nutzdaten.  Also Mails, Webseiten usw. Und das seit 2007, also seit die ersten Autos für Streeview durch die Straßen der Welt fahren.

Damit hat Google die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen. Natürlich schreibt man sofort, die sei ein unbeabsichtigter Fehler und die Aufzeichnung von Payload gar nicht beabsichtigt gewesen. Und man habe ja nur Fragmente erwischt, da man alle 0,2 Sekunden den Kanal gewechselt habe. Das mag sogar alles zutreffen. Dass es allerdings drei Jahre lang niemand gemerkt hat, dass man bei den Streetview-Fahrten riesige Datenmengen Payload aufzeichnete und speicherte, erscheint schwer vorstellbar.

Googles Firmenmotto “Don´t be evil” hat heute doch einen heftigen Kratzer erlitten. Google hat in den letzten Wochen scheibchenweise das zugegeben, was sich nicht mehr leugnen liess. Natürlich werden nun die Kritiker gleich loswettern, sie haben es doch schon immer gewußt. Nein, liebe Kritiker, habt ihr nicht. Das systematische Aufzeichnen von Nutzdaten privater WLANs in mehr als 30 Ländern der Welt hat sich niemand vorstellen können.

Und die Konsequenzen? Die Bussgelder, die deutsche Datenschützer verhängen können, bewegen sich im Bereich bis zu 250.000 €. Für einen globalen Konzern wie Google sind das Beträge aus der Portokasse. Der mögliche Imageschaden wiegt schwerer. Gerade jetzt, wo Google mit dem Handy-Betriebssystem “Android” immer mehr in das Privatleben von Millionen Handynutzer eindringt. Möchten Sie ein Handy haben, von dem Sie nicht wissen, ob und was es alles so “nach Hause” zu Mama Google übermittelt? Dank GPS in den Telefonen sind da viele Dinge denkbar. Der Autor ist im Moment jedenfalls froh, ein Wunderwerk koreanischer Lötkunst ohne Android zu nutzen. Sicher ist sicher…

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Okt 14

Ein Update zum Inkassoserver mit Mail-Schluckauf:

Die Presseabteilung von Acoreus Collection Services hat sich natürlich nicht gemeldet. Aber meine Anfrage offenbar ahnungslos an einen Mitarbeiter der IT weitergeleitet, der dann ganz offen antwortete:

Bei dem Webserver gab es aber ein Problem mit dem Versenden der E-Mails. Diese E-Mails wurden dann nach einem Neustart des Servers alle auf einmal und mit Verspätung versand. Das Problem auf dem Web-Server ist nun inzwischen behoben wurden.

Fantastisch. Das Problem bestand mindestens seit dem 31.8.2009. Und es ist schon am 27.9.2009 entdeckt worden. Das hat also nicht mal einen Monat gedauert! Wobei aus dem Statement nicht klar wird, ob der Serverneustart überhaupt wegen des Mailproblems erfolgte.

Da stellt sich mir doch die Frage, ob jemand beim Server ,der zum Schuldnerportal des Unternehmens gehört, regelmäßig in die Logfiles schaut? Oder ob man glaubt, dass alles in Ordnung sei, solange bei heise.de nicht steht, man sei gehackt worden? Natürlich wurde auch diese Frage an die Presseabteilung weitergeleitet. Und natürlich hat sie die auch nach gut einer Woche nicht geantwortet.

Immerhin hat die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen nach nur 8 Tagen eine Eingangsbestätigung verschickt.

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