Jan 01

Wieder ist ein Jahr vorbei. Grund genug, kurz innezuhalten. Was war, was wir kommen?

Natürlich kann man nicht alle Ereignisse und Trends erahnen. Das ist auch besser so. Wer konnte sich auch nur im Traum eine Katastrophe wie in Japan vorstellen? Ein schweres Erdbeben, ein gigantischer Tsunami und die Kernschmelze in drei Reaktoren des Atomkraftwerks in Fukushima. Seit dem ist der Atom-Ausstieg Konsens und die Strompreise steigen wegen der Mehrkosten für regenerativ erzeugten Strom auch in den nächsten Jahren weiter an. Man braucht daher keine Kristallkugel, um zu erkennen, dass „Green IT“ oder wenigstens besonders sparsame IT auch 2012 ein Hauptthema sein wird. Selbst wenn man den Umweltaspekt außen vor läßt, bei den zu erwartenden Strompreisen lohnt der Invest in sparsamere Technik allemal.

Bei den Mobilfunkherstellern wird es spannend. Schafft der einstige Branchenprimus Nokia mit dem Fokus auf Windows Phone die Wende?  Viele Experten halten die Festlegung auf Windows Phone und die enge Bindung an Microsoft für einen schweren Fehler, der Nokia die Existenz kosten könnte. Außerdem bleiben die zahlreichen Patent- und Geschmacksmusterklagen, die man als Apple gegen den Rest der Mobile-Welt zusammenfassen könnte. Die Kunden haben längst entschieden und greifen immer mehr zu Android statt Apples IOS. Aber Apple wird mit einem guten zweiter Platz sicherlich auch leben können. Für RIMs Blackberry wird sicherlich auch in Zukunft die Business-Nische bleiben. Und für Windows Phone? Da ist es fraglich, ob für Microsoft noch Platz am Markt ist. Aktuell ist der Markanteil von Windows Phone geringer als der von Samsungs eigenem System BADA. Beide liegen abgeschlagen unter 2%.

Kommen wir zum Datenschutz. Im Jahr 2011 hatten wir diverse Skandale, die es bin in die Abendnachrichten der großen TV-Sender geschafft haben.  Da wurden Sony Millionen Datensätze aus mehreren Netzwerken gestohlen. Rewe wurden die Kundendaten einer Bildertauschbörse entwendet. Und erst vor wenigen Tagen wurden der US-Sicherheitsfirma Strafor Kreditkarten gestohlen. Dagegen ist die Erkenntnis, das facebook gelöschte Daten doch nicht löscht, fast schon harmlos. Ein Student aus Österreich hatte eine Datenauskunft angefordert und nach längerem Tauziehen bekommen. Ausgedruckt wären es mehr als 1500 Seiten Papier gewesen, was facebook nur über diese eine Person alles gespeichert hat.

2012 muss das Jahr des Datenschutzes werden. Datenschutz hinsichtlich der Selbstbestimmung der Bürger, was mit ihren Daten passiert und wer eigentlich wieviel speichern darf. Der Blogger hat im vergangenen Jahr bei einigen SPAM-Mails mal eine Datenauskunft eingefordert und war sehr irritiert, zu welchen Nachtzeiten er an Gewinnspielen teilgenommen haben soll und diese sogar per Opt-IN betätigt habe. Besonders irritierte ihn die Tatsache, mit welchen Providern er das gemacht haben soll. Und dass am Ende immer wieder die gleichen Firmen diese Gewinnspiele technisch abgewickelt haben, macht die Sache nicht glaubwürdiger, sondern zu einem Fall für die Staatsanwaltschaft.

2012 muss das Jahr der Datensicherheit werden. Wenn ein Kunde einem renomierten Unternehmen wie z.B. Sony seine Kreditkartendaten anvertraut, um Spiele und andere Dienste zu bezahlen, dann muss er sicher sein dürfen, dass seine Daten gut geschützt sind. Bei Sony wird man dies sicherlich mit allen Kräften sicherstellen, aber wie sieht bei anderen Firmen aus? Auf zahlreichen Webseiten klaffen Sicherheitslücken. Es gibt Hunderte von Untergrundforen, in denen Exploits zu Software, die auf vielen Servern läuft, gehandelt oder offen gepostet werden. Bekannte Sicherheitslücken bei Standardpaketen wie joomla, typo3 oder WordPress werden oft nur wenige Stunden nach Bekanntwerden in großem Umfang genutzt. Nicht mit Dummenjungenstreichen, wie es z.B.  einmal dem FC Schalke 04 vor dem Revierderby passierte, sondern meist von Kriminellen, die diese Server hacken, um damit SPAM zu versenden, Phishing Attacken zu starten oder Besuchern Trojaner unterzuschieben. Da sind längst keine Einzelkämpfer mehr am Werk, die man leicht an der bleichen Haut erkennt, weil sie nie das Tageslicht sehen. Es sind gut organisierte Banden am Werk, die mit modernen Methoden und arbeitsteilig arbeiten und daher kaum zu fassen sind. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt werden kann, dann werden Cyberkriminelle bald mehr Geld machen als Drogenkartelle oder Waffenschieber.

Wie man sich schützen kann? 100% sicherlich nie, aber halten Sie ihre Software und natürlich ihren Virenscanner immer aktuell. Seien Sie sparsam mit dem „Verteilen“ von persönlichen Daten und ganz besonders bei Konto- oder Kreditkartennummern. Verwenden Sie Antivirensoftware, die auch die Mails und den Webdatenverkehr mit überwacht. Das kostet zwar Performance, bietet aber mehr Schutz, z.B. vor dreisten Erpressungstrojanern wie dem UKash/BKA-Trojaner.

Was sonst noch 2012 passieren wird? Der HSV wird wieder nicht Deutscher Meister, sondern die Bayern machen es wieder mal. Und im Sommer wird ein neuer Europameister ausgespielt und Deutschland hat gute Chancen auf das Endspiel. Und die Bundesnetzagentur will neue Verordnungen auf den Weg bringen und dafür sorgen, dass Kunden bei Rufnummernportierung wirklich nur wenige Stunden ohne Anschluss sind.

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

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Jun 05

Die Nachrichtenlage um den Bezahlsender Sky kommt nicht zur Ruhe. Erst am 25.5.2011 hatte die Münchener Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume von Sky sowie weitere 20 Wohnungen und Büros in Deutschland und Luxemburg durchsucht. Ermittelt werde wegen falscher Abozahlen in den Bilanzen 2007 und dem 1. Halbjahr 2008, wo es nach Angaben der BAFIN um eine „Schönung“ von 600.000 Abos geht. Daher werde nach Angaben der Münchener Staatsanwaltschaft gegen drei Exmanager des Senders wegen Kapitalanlagebetrugs, Marktmanipulation und unrichtiger Darstellung ermittelt.

Nun legt der Spiegel nach und berichtet von fragwürdigen Methoden der Kundengewinnung. Laut Bericht des Spiegel schickt der Sender an Bundesliga-Samstagen verdeckter Ermittler in Cafes, Bars und Kneipen, um zu ermitteln, ob dort mit geborgter Sky-Karte Fußball gezeigt werde.  Ertappte Wirte würden von einer Kanzlei angeschrieben und zur Zahlung einer „Strafe“ (Schadensersatz) von 3000,- Euro aufgefordert. Die Summe verringert sich auf 300,- Euro, wenn der Wirt ein Sky-Abo für seinen Betrieb abschließt. Wie moralisch diese Praktik ist, mag jeder für sich entscheiden.

Aus dem Raum Augsburg kamen aber Meldungen, wonach mehrere Wirte nachweislich gar kein TV-Gerät in den Gasträumen aufgestellt haben. Einer der beschuldigten Wirte hat seinerseits Anzeige gegen falsche Beschuldigungen erstattet.  Während Sky-Sprecher Wolfram Winter von Beweisen für valide juristische Vorgänge spricht, kam es in Augsburg zu mehreren erfundenen Fußballübertragungen eines der verdeckten Ermittlers.

Sky hat natürlich das Recht, Verstöße gegen die Geschäftsbedingungen, zu denen die Vorführung mithilfe eines Privatkundenabos sicherlich zählt, zu ahnden. Ob die Methode mit verdeckten Ermittlern imagefördernd und angemessen ist, das mag jeder für sich entscheiden. Die GEZ z.B. genießt ja auch nicht zuletzt wegen des „netten“ Aussendienstes eine ähnliche  Beliebtheit wie Zahnwurzelbehandlungen. Aber wenn eigenen Ermittler, die vermutlich Erfolgsprämien bekommen, anfangen, Verstöße wegen einer Erfolgsprämie zu erfinden, dann wird es kriminell.  Sky sollte sich von diesen Ermittlern schleunigst öffentlich distanzieren und die ganze Vorgehensweise auf den Prüfstand stellen. Sonst klingelt die Staatsanwaltschaft bald wieder an der Tür.

„Ich was Besseres“ heißt es in der aktuellen Werbung. Nein, das sehe ich nicht. Verdeckte Ermittler sind Methoden von Geheimdiensten, in seltenen Fällen auch bei der Kriminalpolizei. Wenn ein Fernsehsender zu solch drastischen Mitteln greift und seine Spitzel nicht mal richtig im Griff hat, dann sehe ich drin nicht Besseres. Mich erinnert das mehr an Stasimethoden als an besseres Fernsehen.

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Feb 26

Die reinen Zahlen für 2010 hatte Sky ja schon im Januar veröffentlicht. Diese Woche wurden in der Bilanzpressekonferenz die Visionen zu den Zahlen nachgereicht. So ist die Zahl der Abos auf 2,653 Millionen gestiegen, ein Plus von ca 183.000 im Vergleich zu 2009.

Laut Sky sei HD-Angebot der Grund für steigende Kundeninteresse. Rund 593.000 zahlende HD-Abonnenten soll Ende 2010 geben Hinzu kommen mehr als 300.000 Kunden, die eine HD fahige Settopbox haben und im Rahmen eines Angebot einige HD-Kanäle kostenlos schauen.

Der Umsatz ist 2010 um 8,4 Prozent auf 977,8 Millionen Euro gestiegen. Gestiegen ist aber auch der Verlust. Das Jahr 2010 wurde mit einem Rekordverlust von 268,6 Millionen Euro beendet. 2009 waren es „nur“ 262,7 Millionen Euro.

Man ist sich bei Sky aber sicher, einen Turnaround geschafft zu haben und erwartet für dieses Jahr bessere Zahlen. Dies soll mit innovativer Technik wie 3D und neuen Inhalten geschaffen werden. Derzeit wird ja pro Spieltag ein Bundesligaspiel in 3D übertragen. Neben der Bundesligaberichterstattung will man nun verstärkt mit eigenen Sportsendungen und einem eigenen Sportnachrichten-Kanal punkten. Dies könnte auch nötig sein, gibt es doch in der DFL Überlegungen, die Bundesliga zukünftig in Eigenregie zu produzieren, wie dies bei anderen Sportarten (z.B. Formel1) schon üblich ist. Der Fußball-Wettbewerber Telekom produziert für sein Liga-Total inzwischen auch eigene Sendungen und konnte dafür den bekannten Moderator Johannes B. Kerner gewinnen.

So wie es aussieht, konnte sich Sky-Chef Brian Sullivan trotz des für Sky turbolenten Jahres 2010 nun erst einmal etwas Luft verschaffen. Aber die Kritiker, die nach wie vor behaupten, dass ein Bezahlfernsehen nach britischem oder US-Vorbild in Deutschland nicht funktionieren wird, verstummen keineswegs. Durch die Integration des Internet und insbesondere zahlreicher Videoportale in die modernen Fernsehgeräte droht diesem Geschäftsmodell künftig kräftiger Gegenwind. Herr Sullivan tut gut daran, Strategien gegen Apple TV und ähnliche Portale zu entwickeln.

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Jun 19

Nach dem die Primacom Holding am 14. Juni 2010 Insolvenz anmelden mußte, ist das operative Geschäft vorerst gesichert. Nach Angaben des Unternehmens gab es in den vergangenen Tagen eine Einigung mit den Banken, die zum einen weitere 15 Millionen Euro Kredite gewähren und zum anderen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 15 Millionen Euro gestundet haben. Damit stehen aus Sicht der Geschäftsführung ausreichend finanzielle Mittel zur weiteren Verfolgung des Wachstumskurses des Unternehmens zur Verfügung.

Nicht in allen Versorgungsgebieten wird diese Nachricht mit Freude zur Kenntnis genommen. Im Stadtgebiet von Osnabrück, wo seit Ende letzten Jahres die Exklusivvermarktungsrechte von Primacom endeten und nun Kabel Deutschland seit 1.4. selbst Kunden bedient, ist man auf Primacom gar nicht gut zu sprechen. Diverse anhängige Gerichtsverfahren zwischen Primacom und Kabel Deutschland blockieren vielen Kunden, deren Vermieter einen Vertrag mit der Primacom haben, nun die Buchung von Digital-TV oder Internet bei Kabel Deutschland. Nicht wenige hatten auf eine schnelle Pleite gehofft, um die WM in Digitalem HD erleben zu können.

Noch Anfang der Woche meldete die Primacom Holding am 14. Juni 2010 Insolvenz an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Hartwig Albers der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Die Kanzlei hat sich im Bereich der Insolvenzverwaltung einen gut Ruf erarbeitet und wickelt z.B. derzeit auch die Insolvenz der Prime Time Entertainment AG ab.

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Mai 13

PleitegeierNach einem Minus von 80 Millionen Euro im 1. Quartal 2009 meldet der Bezahlsender Sky nun einen Verlust von satten 97 Millionen Euro. Auch bei den Kundenzahlen herrscht Stillstand. Verglichen mit der Kundenzahl im Vorjahresquartal stieg die Zahl der Abo-Kunden um sagenhafte 1000 (in Worten: Eintausend) auf 2,47 Millionen Abo-Kunden im 1. Quartal 2010.  Angesichts dieser Zahlen ist unklar, wie der neue Chef Brian Sullivan das Ruder rumreißen möchte. Der Sender brennt aktuell zwar mit neuen Angeboten wie Sky+ (HD-Angebot) und einem IPAD-App ein Feuerwerk an Innovationen ab, aber der Erfolg scheint in weiter Ferne.  So empfängt Skys neuer HD-Receiver nicht die HD+ Programme der deutschen Privatsender und für die Kabelkunden gibt es noch gar kein passendes Gerät.  Eine „Aktivierungsgebühr“ zwischen 250 und 350 Euro machen das Leihgerät deutlich teurer als HD+ taugliche Sat-Receiver, die mit Preisen um die 200 Euro bislang auch kein Kassenschlager im Fachhandel waren.

Das zweite Quartal wird für Sky kaum besser werden. Die aktuelle TV-Werbekampagne kostet viel Geld und der nahende Sommer mit der WM als sportliches Großereignis liefert keine Kaufanreize zugunsten von Sky.  Telektalk bleibt bei der Einschätung, dass der aktuelle Chef Brian Sullivan kein Jahr an der Spitze von Sky bleibt.

Und Sky? Der Pleitegeier hat sich schon mal sein Besteck geholt…

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Apr 24

Nein, auch Telkotalk hat keine Insiderinformationen aus den Chefetagen. Der Amerikaner Brian Sullivan leitet ja erst seit Anfang April 2010 den Bezahlsender Sky – Deutschlands unterhaltsamstes Millionengrab. Man muss jedoch kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch er am Ende scheitern wird.

Aber vorher versucht uns Herr Sullivan mit markigen Sprüchen in einem Interview mit der FAZ uns Konsumenten zu erklären, wie billig Sky doch eigentlich sei und das wir Konsumenten bislang nur zu doof waren, das zu kapieren.

Und er erklärt uns das ganz anschaulich: „Der Einstiegspreis für Sky von 16,90 Euro im Monat ist umgerechnet billiger als eine Tasse Kaffee am Tag„. Das mag stimmen, wenn man die teuerste Sorte Edelpads konsumiert. 30 Tassen Filterkaffee sind in Deutschland deutlich günstiger als 16,90€ – auch wenn man hochpreisige Premiummarken bevorzugt.

Weiter poltert er „…dennoch kommt der wahre Fußballfan an Sky nicht vorbei, wenn er alle Spiele live, in voller Länge, und viele sogar in bester HD-Qualität sehen will.“ Wollen wir Fußballfans das wirklich? Natürlich ist die Qualität der Liveberichterstattungen gestiegen und man sieht schon lange im TV mehr und besser als im Stadion. Aber der „wahre Fußballfan“ ist mindestens alle 14 Tage im Stadion, weil er eine Dauerkarte seines Lieblingsvereins hat. Was nützt ihm das teure Sky-Abo und die Möglichkeit, alle Spiele in HD zu sehen, wenn er im Stadion steht? Richtig, nichts! In der Fankurve steht allenfalls die Live-Berichterstattung auf dem Handy hoch im Kurs, damit man jederzeit weiß, was in den anderen Stadien gerade los ist. Und wer verkauft sowas? Die Telekom.

In der Fankurve weiß man aber auch, wem man die Abendspiele in der Liga verdankt. Die späten Spiele sind bei den Fans nicht wirklich beliebt – Samstag abends kommt man mit der Bahn kaum noch vom Auswärtspiel heim. Aber die Abendspiele müssen ja sein, damit der Sky-Kunde mehr Fußball gucken kann. Herr Sullivan, wundern Sie sich daher nicht, wenn man in den Fankurven der Liga gar nicht gut auf Sky zu sprechen ist.  Mit platten Rechnungen wie „Alle Fußballspiele kosten dann weniger als der einmalige Stadionbesuch“ gewinnt man in deutschen Stadien keine Freunde…

Wir Fans mochten Arena und Arenas bodenständige Preise. Der eine oder andere Fan freundet sich mit Liga Total! an. Manche sind auch noch Premiere-Kunde. Sky? Nein, Sky ist in den Köpfen noch nicht angekommen. Die Telekom hat das auch gelernt. Nach der Umstellung von der Post auf Telekom wurden viele Kunden von den weiteren Firmierungen wie T-Online, T-Com und T-Home verwirrt und haben lieber bei Arcor oder 1&1 unterschrieben. Jetzt gibts nur noch die Telekom Deutschland und jetzt kommen die Kunden vielleicht wieder. Denn bei Telekom gibts Liga Total! Unter dem Namen kann sich auch Opa Gehrke was vorstellen. Sky? Achja, so heißen doch ca 200 Supermärkte der Coop. Fernsehen? Klar, Fernseher verkaufen die bei Sky auch.

Also Herr Sullivan, wie wäre es mit einem Besuch im Stadion? Nicht abgeschottet in einer VIP-Kabine, sondern richtig mitten unter den Fans. Mit Bier und der obligatorischen Stadioncurrywurst. Wenn Sie danach zu Hause ankommen, dann werden Sie wissen, wieviel Sky der Fan braucht. Die anderen Spiele laufen dann schon in der Sportschau. Oder man ruft sie aus der Bibliothek bei Liga Total ab. Jederzeit, das ist Vorsprung durch Technik. Technik, von der Sky sich selbst durch den Bruch mit der Telekom abgekoppelt hat.

Es gab Anfang der 90er Jahre eine Umfrage, nach der ein Duchrschnittsbürger bereit sei, insgesamt ca 60 DM im Monat für Fernsehen auszugeben. Von diesen 60DM gingen seinerzeit fast die Hälfte schon an die GEZ. Ein evtl. vorhandener Kabelanschluss schlug mit weiteren 16 bis 20 DM zu Buche. Der Rest wurde in Videotheken getragen. Die Summen, die deutsche Konsumenten für Bezahlfernsehen auszugeben bereit sind, mögen sich im Laufe der Zeit geändert haben. Aber sie waren nie besonders hoch. Daher hat Premiere zu keinem Zeitpunkt Geld verdienen können. Und inzwischen gibt es für Premiere/Sky auch noch Wettbewerb durch IPTV-Anbieter und HD+. Wie Herr Sullivan da Geld verdienen will, wird er selber noch nicht wissen.

Wie wirbt Sky gerade? „Es ist Zeit für besonderes Fernsehen„. Stimmt – die WM steht vor der Tür und die gibt es erstmals in HD. Im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Ohne Aufpreis.

Und irgendwann im Frühjahr nächsten Jahres ist es Zeit für einen Flieger der Herrn Sullivan zurück in seine Heimat bringt. Wenn nicht wieder Aschealarm ist. Und vielleicht hat er dann kapiert, dass Fernsehen in Deutschland anders funktioniert als in anderen Ländern. Und Fußball im Stadion immer noch am schönsten ist. In meinem Lieblingsstadion singt übrigens Lotto King Karl vor dem Spiel ein Lied, in dem es u.a. heißt „… schießt Geld dir keine Tore“

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