Feb 28

Experten sind sich seit längerem einig, das auf dem Smartphone-Markt langfristig nur drei Systeme Bestand haben werden. Auch darüber, dass Android der Marktführer sein wird, herrscht Einigkeit. Schon dann aber differieren die Meinungen der Herren Analysten. Die einen sehen Apples IOS bei stabilen 20 bis 25%, die anderen sehen Windows Mobile langfristig in dieser Größenordnung und Apple nur bei 5%. Was aber, wenn der lachende Dritte ein Neuling aus bekanntem Hause ist?

Zwar schon im Sommer 2011 angekündigt, aber nun im Rahmen des MobileWordCongreess in Barcelona erstmals gezeigt: Die Mozilla Foundation wirft ihren Hut in den Ring. „Boot to Gecko“ heißt das System mit Linux-Unterbau und einem Browser als einziger Applikation im klassischen Sinne.  All das, was man derzeit als APP für sein Smartphone nachladen muss, wird hier über HTML5-Webseiten erledigt. Möglich macht das der Gecko, die Renderingmachine hinter Browsern wie Firefox, Netscape und einem Dutzend anderer Browser.

Ganz neu ist diese Idee nicht, letzten Endes steck auch hinter Googles Chrom (als Betriebssystem) genau dieser Ansatz. Google setzt aber im Telefonbereich auf sein äußerst erfolgreiches Android, das allerdings immer häufiger zum Streitpunkt unzähliger Patent- und Geschmacksmusterklagen wurde. Android wird durch immer mehr Lizenzgebühren für die Hersteller der Geräte immer teurer. Insbesondere die Netzbetreiber interessieren sich aber für günstige Geräte für ihre Kunden.

So auch bei Boot to Gecko, das nun offen von der Telefonica unterstützt wird. Neben Vodafone und Telekom gehört Telefonica zu den ganz großen Global Playern bei den Mobilfunknetzbetreibern. Weitere namhafte Unterstützer sind der Chiphersteller Qualcomm und Adobe.

Wann die ersten Geräte mit Boot to Gecko erhältlich sind, ist noch völlig offen. Sollte sich ein solches System aber am Markt etablieren, wird es für Windows Mobile bei dern derzeitigen Marktanteilen des Microsoft-Produktes zunehmend schwerer, sich am Markt zu behaupten.

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Jan 02

Das neue Jahr ist keine zwei Tage alt und in der Bundesliga gab es schon den ersten Trainerwechsel. Ganz so schnell ist unsere Telekommunikationsbranche nicht, aber auch dort stehen dieses Jahr wichtige Entscheidungen an. Entscheidungen, mit denen die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden.

Aber der Reihe nach: In diesem Jahr wird eine Vorentscheidung auf dem Smartphonemarkt fallen. Mehr als 50% aller dieses Jahr verkauften Mobiltelefone werden Smartphones sein. Auf diesem Markt geht es zunehmend nicht nur um Marktanteile bei den Geräten, sondern um die Betriebssysteme und die zugehörenden App-Markets. Platzhirsch war hier im vergangenen Jahr Apple. Das iPhone4 verkaufte sich trotz technischer Probleme besser als je zuvor. Auf dem Markt der Betriebssysteme ist jedoch Googles Android der neue Star. Googles Open Source-System hat im letzten Jahr Apples Absätze in vielen Ländern deutlich überflügelt – besonders stark in den USA. Allerdings verteilt sich der Erfolg auf viele Hersteller – allen voran HTC, Samsung, Sony-Ercisson und Motorola, denen mit Android-Telefonen das Comeback aus der Krise gelang. Stabil mit im Markt ist RIM mit seinem Blackberry-System. Kritisch wird es für Nokia. Hier setzt man weiter auf Symbian und das noch unfertige Meego. Die Kundschaft erwartet aber in den Oberklassegeräten mehr, als Symbian zu leisten vermag. Gerüchte zum Jahreswechsel brachten Nokia daher auch schon mit Microsoft in Verbindung. Windows Phone 7 auf Nokia Handies könnte sowohl für Nokia als auch für Microsoft der rettende Durchbruch sein. Für Microsoft wird 2011 zum Schicksalsjahr – flopt Windows Phone 7, dann ist Microsoft raus aus diesem Markt. Und das ist durchaus möglich.

Der Run auf die Smartphones bedeutet auch einen Run auf mobile Datendienste. Wurden im vergangenen Jahr die LTE-Frequenzen versteigert, so gilt es dieses Jahr, die Netze in Betrieb zu nehmen. E-Plus ist hier im ländlichen Raum nur Zaungast, denn man hat ja keine Frequenzen im 800 MHz-Band ersteigert. Und die Nachfrage nach mobilen Datendiensten kann E-Plus in eine Krise stürzen. Denn die mobielen Datendienste wurden in der Vergangenheit nur spärlich und mit geringen Kapazitäten ausgebaut. Dank des geringeren Invests in das Netz (im Vergleich zu den Marktbegleitern) hat riesige Gewinne erwirtschaftet und auch mit den vielen Discounterkunden gut verdient. Nun haben aber auch die Kunden der Discountermarken Smartphones und fragen Datendienste nach. E-Plus hat hier große Ausbaumaßnahmen angekündigt und es wird auch harte Arbeit werden, will man den Rückstand zu den anderen Netzen auch nur verkürzen.

Festnetz: Hier wird immer klarer erkennbar, dass ADSL und ADSL2+ Auslaufmodelle sind. Kurzfristig ist VDSL für die Telefonfirmen die Übergangstechnik zur Glasfaser, die direkt im Gebäude des Kunden endet. Die Kabelfirmen haben es besser, die Kapazitäten des TV-Kabel sind noch nicht ausgereizt. Und die Kunden laufen zu Tausenden zum Internet aus dem TV-Kabel über. Bei den DSL-Anbietern konnten nur noch die Telekom, Alice/O2 und Vodafone einen Zuwachs an DSL-Kunden vermelden. Die anderen Anbieter treten auf der Stelle oder verlieren gar Kunden. Dieser Trend wird sich 2011 noch verschäften. Die Kunden verlangen nach immer schnelleren Leitungen und immer häufiger nach IPTV-Lösungen. Nur die Telekom und Alice bieten IPTV an. Vodafone hat zwar einen Relaunch von IPTV angekündigt, aber mit dem Einstellen der Arcor-Dienste ging wertvolle Zeit und viel Know How verloren. Und so könnte Vodafone im Festnetz auch zukünftig zu den Verlieren gehören. Auf der Verliererseite waren 2010 schon Schwergewichte wie 1&1 oder Versatel.

Im IT-Bereich ist die Cloud in aller Munde. Nicht nur weil Microsoft damit für Windows 7 wirbt. Der Boom von Netbooks und Tablet-PC mit schwachbrüstiger Hardware läßt allerlei Softwareangebote aus dem Netz spriessen. Mit dem Spieleserver im Netz und einem Videostream zum eigenen PC kann der eigene Mittelklasse-PC mit veralteter Grafikkarte Spiele in Auflösungen spielen, die sonst nur mit den aktuellen und teuren Grafikkarten möglich waren. Und der Jahresbeitrag für so einen Dienst ist nicht teurer als ein aktuelles PC-Spieles. Sehr zum Nachteil der Grafikkartenhersteller

Tablet-PC werden 2011 der Renner sein. Neben dem Riesenerfolg vom Apple iPad konnte Samsung mit seinem 7″ Galaxy Pad einen Achtungserfolg verbuchen – mehr als 600.000 verkaufte Geräte. Zur CeBIT werden unzählige Notebook-Schmieden ihre PADs vorstellen. Und auch hier läuft der Kampf Android gegen Apples iOS. Microsofts Windows 7 ist derzeit aussen vor. Es ist erstens zu teuer und es braucht zweitens viel zu viel Rechenleistung. Viele der bislang vorgestellten Tablets lief mit eher schwachbrüstigen, aber sehr sparsamen Prozessoren mit ARM-Technolgie, für die Microsoft gar kein Windows anbieten kann. Auch hier könnte Microsoft dieses Jahr eine vorentscheidende Schlappe einstecken.

Satelliten-DSL: Trotz oder gerade wegen LTE wird sich auch beim Satelliten DSL etwas tun. Nach dem erfolgreichen Start des KA-Sat von Eutelsat in den letzten Tagen des alten Jahres wird es ab Frühjahr 2011 Satelliten DSL in nie gekannten Geschwindigkeiten geben. Brancheninsider gehen von Geschwindigkeiten von bis zu 20 MBit zu Preisen von monatlich deutlich unter 100 Euro aus. Aktuell kosten 2MBit via Astra2Connect bei der Telekom knappe 40 Euro und das ist schon ein Kampfpreis, den die Telekom auch nur gewährt, wenn man außerdem einen Festnetzanschluss mitbucht.

Und zum Schluss noch einmal das Bezahlfernsehen. Neben Sky haben wir ja auch noch HD+ im Rennen. Im November letzten Jahres sind die ersten 12Monatabos ausgelaufen. Zahlen, wie viele Kunden der ersten Stunde nach ihren freien 12 Monaten wirklich gezahlt haben, gibt es bislang nicht. Insgesamt hat man den Eindruck, dass der großen Durchbruch bei den verkauften Geräten bislang ausblieb. Die Zukunft von Sky bleibt spannend. Die drohende Zahlungsunfähigkeit wurde mit einer Kapitalaufstockung verhindert. Mit einer großen Rabattschlacht konnten auch erstmals seit Jahren Neukunden in größerem Umfang gewonnen werden. Aber neben dem klassischen Free-TV hat man auch zunehmend Konkurrenz aus dem Internet. Neben den IPTV Angeboten der Telekom und Alice wären hier Youtube und Maxdome zu nennen. Den ungleichen Kampf „Premium-Abo“ gegen kostenlose oder „Pay-per-View“ Angebote wird Sky nicht gewinnen können. Und das Internet ist aktuelle dabei, den Sprung auf den Fernseher zu vollziehen. Beinahe jedes größere aktuelle TV-Gerät ab 500 Euro hat schon einen Internet-Anschluss. Wer braucht da noch Sky?

Freuen wir uns also auf ein Jahr 2011 mit so vielen spannenden (Vor-)Entscheidungen wie schon lange nicht mehr.

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Okt 11

Das ist rekordverdächtig: Microsoft hat via Twitter nicht weniger als 49 Patches für den Oktober-Patchday am 12. angekündigt. Davon sollen 4 Patches Lücken stopfen, die als kritisch eingestuft werden. Die genaue Liste wird es natürlich erst am Dienstag geben, wenn Micrsoft gegen Abend deutscher Zeit die Patches freigibt.

Über eins täuscht die schiere Zahl der Patches hinweg: Microsoft hat den Spitzenplatz bei den zu stopfenden Sicherheitlücken schon vor vielen Jahren an Oracle (inklusive SUN) abgeben müssen. Und nach Angaben des letzten Secunia Halbjahresberichtes 2010 hat nun Apple hier die ungeliebte Marktführerschaft errungen. Das Glück vieler Apple Kunden ist es wohl nur, dass nach wie vor die Mehrzahl der Kriminellen Windows angreifen, weil etwa 10 mal so viele Rechner mit Windows laufen als mit Apples Systemen. Vielfach wird auch behauptet, die Lecks bei Apple seien weniger kritisch, allerdings bestehen hieran angesichts neuester Erkenntnisse über Lücken bei älteren Ipods/Iphones inzwischen Zweifel. Während Microsoft seit Jahren offen angibt, welche Lücken geschlossen werden, ist Apple bei diesen Angaben sehr viel zugeknöpfter. Noch schlimmer: Apple hat in der Vergangenheit einige sehr kritische Fehler viel zu spät gepatcht. So zum Beispiel beim DNS-Bug, von dem im Jahr 2008 praktisch alle DNS betroffen waren und der in einer konzertierten Aktion am 8.7.2008 nach einem Vierteljahr Vorbereitungszeit (der Fehler wurde im März erstmals entdeckt) von praktisch allen betroffenen Herstellern mit Ausnahme Apples gepatcht wurde.

Zum Microsoft Patchday: Microsoft patcht Windows (alle supporteten Versionen) und die gängigen Anwendungsprogramme typischerweise immer am zweiten Dienstag eines Monats. Aufgrund der Zeitverschiebung sind die Patches hier in Deutschland erst zum Abend hin verfügbar.  „Ausser der Reihe“ werden  sehr kritische Fehler „gepatcht“, deren Behebung keinen Aufschub mehr duldet, weil z.B. schon Angriffe im Umlauf, die diesen Fehler ausnutzen. Manchmal werden aber auch einige Tage vor dem Patchday vorbereitende Patches verteilt, z.B. ein neuer Update-Loader. Mit dem Patchday kommt Microsoft den Usern und insbesondere den Firmenkunden entgegen, die ihre Rechner nicht automatisch die Updates einspielen lassen möchten. Insbesondere bei privater Nutzung ist es jedoch sehr empfehlenswert, Windows automatisch die Updates einspielen zu lassen. Die Gefahr, durch versäumte Updates angreifbar zu werden, ist einfach zu groß.

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