Okt 31

Während die Poltik sich noch nicht endgültig durchgerungen hat, die Zwangsrouter endlich abzuschaffen, liefert Vodafone (Kabel Deutschland) erneut handfeste Argumente für eine Abschaffung. Das WLAN der Kabelrouter CBN CH6640E0 und Hitron CVE-30360 ist hochgradig unsicher. Kunden, die ein Technicolor TC 7200 erhalten haben, sind von diesem Problem nicht betroffen. Möglicherweise sind aber Kunden anderer kleinerer Kabelanbieter betroffen, sofern sie eines dieser beiden Geräte von Ihrem Anbieter bezogen haben. weiterlesen »

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , , ,

Feb 02

Zugegeben: Die Überschrift „Wallenhorster Verhältnisse“ stand bislang eher für Mißstände im Rathaus. Hier soll es aber nur um die Internetversorgung des Ortes Wallenhorst im Norden Osnabrücks gehen.

weiterlesen »

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , , ,

Dez 07

Nach einem umfangreichen Formware-Update für die Easyboxen der Reihen 300, 400, 600 und 800 mit Produktionsdatum bis August 2011 glaubte man bei Vodafone, die Lücken im WLAN endgültig geschlossen zu haben. Entstanden waren diese, da der Hersteller die Standfardpasswörter und WPS-Pin mit einem patentierten Algorithmus aus der MAC-Adresse gewann. Da Patente öffentlich einsehbar sind, war zum Knacken nicht einmal Reverse-Engeneering erforderlich. Sogar das BSI warnte vor diesem Sicherheitsrisiko. Das „Knacken“ des WLAN Hunderttausender Vodafone-Kunden war mit den passenden Tools kinderleicht und in Sekundenbruchteilen möglich. weiterlesen »

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , ,

Jan 28

Nur wenige Tage nach der „Facebook-Revolution“ wurde Ägypten nahezu vollständig „abgeschaltet“.

Am 27.1.2011 ca 23:30 MEZ ging Ägypten nahezu vollständig offline. Ca 3500 BGP-Routen (Border Gateway Protocol) wurden innerhalb kürzester Zeit von den ägyptischen Providern zurückgezogen. Dadurch ist das Land quasie aus dem Internet verschwunden. Lediglich der Provider Noor Data Networks, der unter anderem die ägyptische Börde zu seinen Kunden zählt, hat einen Großteil seiner Routen nicht zurückgezogen und ist noch teilweise erreichbar.

Versuche, das Internet und die Gefahren aus dem Internet mit einem Schlag aus dem Land zu verbannen, gab es mehrfach in den letzten Jahren. 2007 etwa durchtrennten burmesische Militärs in einer Verzweifelungstat einfach die Telefon- und Internetkabel des Landes. Eine recht wirkungslose und dumme Aktion, wie sie später merkten, weil Telefonat und SMS natürlich auch über Funk transportiert werden können und wurden. Zensur im Netz dagegen ist vielen Ländern der Welt üblich. Keineswegs nur in China.

Dieser Fall ist anders: Hier hat keine staatliche Behörde den Schalter umgelegt, Kabel gekappt oder Zensur-Server installiert. Hier haben Provider in einer konzertierten Aktion sich selbst offline gesetzt. Angeblich auf Anweisung der Regierung, wie z.B. Vodafone in einer knappen Presseerklärung mitteilte.  Inzwischen gibt es aber deutliche Hinweise, dass dies nicht der vollen Wahrheit entspricht. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zu folge gab es zuvor eine geheime Sitzung aller großen Telekommunikationsanbieter, auf der beschlossen wurde, im Falle einer Eskalation die Telekommunikationskanäle des Landes zu schließen. Die Zeitung beruft sich auf die ägyptischen Tageszeitung „al-Shorouk“.  Auch Spiegel Online vermutet „vorrauseilendem Gehorsam“ der großen Provider und führt den kleinen Provider Noor Data Networks an, der bislang offenbar ohne staatlichen Druck seine Verbindungen ins internationale Internet nicht kappte. Neben Vodafone Egypt muss auch der ägyptische Marktführer Mobinil erwähnt werden, der mehrheitlich (71%) der France Telecom gehört und ca 30 Millionen Kunden (von insgesamt ca 60 Millionen Kunden) bedient und eine Netzabdeckung von 99% des Landes bietet. Auch Mobinil hat sein mobiles Internet ohne Widerstand (nach derzeitiger Nachrichtenlage) abgeschaltet.

Die Süddeutsche Zeitung wirft speziell Vodafone Egypt vor, schon länger die „Regierungslinie“ zu fahren. Ausgerechnet der Konzern, der hier in Deutschland schon mit Werbesprüchen wie „Du bist nicht auf der Welt, um zu schweigen“ oder „Wer mehr erlebt, hat mehr zu sagen“ auf Kundenfang ging. Ein Paradoxon, das auf der Webseite Metronault.de

humorvoll verarbeitet wurde.

Wohl jeder Leser kennt die „Gefällt mir“ Buttons von Facebook. Einen „Gefällt mir nicht“ Button gibt es noch nicht, sonst könnte man Vodafone bequem per Mausklick mitteilen, wie man über so eine Firmenpolitik denkt.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , ,

Jan 02

Das neue Jahr ist keine zwei Tage alt und in der Bundesliga gab es schon den ersten Trainerwechsel. Ganz so schnell ist unsere Telekommunikationsbranche nicht, aber auch dort stehen dieses Jahr wichtige Entscheidungen an. Entscheidungen, mit denen die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden.

Aber der Reihe nach: In diesem Jahr wird eine Vorentscheidung auf dem Smartphonemarkt fallen. Mehr als 50% aller dieses Jahr verkauften Mobiltelefone werden Smartphones sein. Auf diesem Markt geht es zunehmend nicht nur um Marktanteile bei den Geräten, sondern um die Betriebssysteme und die zugehörenden App-Markets. Platzhirsch war hier im vergangenen Jahr Apple. Das iPhone4 verkaufte sich trotz technischer Probleme besser als je zuvor. Auf dem Markt der Betriebssysteme ist jedoch Googles Android der neue Star. Googles Open Source-System hat im letzten Jahr Apples Absätze in vielen Ländern deutlich überflügelt – besonders stark in den USA. Allerdings verteilt sich der Erfolg auf viele Hersteller – allen voran HTC, Samsung, Sony-Ercisson und Motorola, denen mit Android-Telefonen das Comeback aus der Krise gelang. Stabil mit im Markt ist RIM mit seinem Blackberry-System. Kritisch wird es für Nokia. Hier setzt man weiter auf Symbian und das noch unfertige Meego. Die Kundschaft erwartet aber in den Oberklassegeräten mehr, als Symbian zu leisten vermag. Gerüchte zum Jahreswechsel brachten Nokia daher auch schon mit Microsoft in Verbindung. Windows Phone 7 auf Nokia Handies könnte sowohl für Nokia als auch für Microsoft der rettende Durchbruch sein. Für Microsoft wird 2011 zum Schicksalsjahr – flopt Windows Phone 7, dann ist Microsoft raus aus diesem Markt. Und das ist durchaus möglich.

Der Run auf die Smartphones bedeutet auch einen Run auf mobile Datendienste. Wurden im vergangenen Jahr die LTE-Frequenzen versteigert, so gilt es dieses Jahr, die Netze in Betrieb zu nehmen. E-Plus ist hier im ländlichen Raum nur Zaungast, denn man hat ja keine Frequenzen im 800 MHz-Band ersteigert. Und die Nachfrage nach mobilen Datendiensten kann E-Plus in eine Krise stürzen. Denn die mobielen Datendienste wurden in der Vergangenheit nur spärlich und mit geringen Kapazitäten ausgebaut. Dank des geringeren Invests in das Netz (im Vergleich zu den Marktbegleitern) hat riesige Gewinne erwirtschaftet und auch mit den vielen Discounterkunden gut verdient. Nun haben aber auch die Kunden der Discountermarken Smartphones und fragen Datendienste nach. E-Plus hat hier große Ausbaumaßnahmen angekündigt und es wird auch harte Arbeit werden, will man den Rückstand zu den anderen Netzen auch nur verkürzen.

Festnetz: Hier wird immer klarer erkennbar, dass ADSL und ADSL2+ Auslaufmodelle sind. Kurzfristig ist VDSL für die Telefonfirmen die Übergangstechnik zur Glasfaser, die direkt im Gebäude des Kunden endet. Die Kabelfirmen haben es besser, die Kapazitäten des TV-Kabel sind noch nicht ausgereizt. Und die Kunden laufen zu Tausenden zum Internet aus dem TV-Kabel über. Bei den DSL-Anbietern konnten nur noch die Telekom, Alice/O2 und Vodafone einen Zuwachs an DSL-Kunden vermelden. Die anderen Anbieter treten auf der Stelle oder verlieren gar Kunden. Dieser Trend wird sich 2011 noch verschäften. Die Kunden verlangen nach immer schnelleren Leitungen und immer häufiger nach IPTV-Lösungen. Nur die Telekom und Alice bieten IPTV an. Vodafone hat zwar einen Relaunch von IPTV angekündigt, aber mit dem Einstellen der Arcor-Dienste ging wertvolle Zeit und viel Know How verloren. Und so könnte Vodafone im Festnetz auch zukünftig zu den Verlieren gehören. Auf der Verliererseite waren 2010 schon Schwergewichte wie 1&1 oder Versatel.

Im IT-Bereich ist die Cloud in aller Munde. Nicht nur weil Microsoft damit für Windows 7 wirbt. Der Boom von Netbooks und Tablet-PC mit schwachbrüstiger Hardware läßt allerlei Softwareangebote aus dem Netz spriessen. Mit dem Spieleserver im Netz und einem Videostream zum eigenen PC kann der eigene Mittelklasse-PC mit veralteter Grafikkarte Spiele in Auflösungen spielen, die sonst nur mit den aktuellen und teuren Grafikkarten möglich waren. Und der Jahresbeitrag für so einen Dienst ist nicht teurer als ein aktuelles PC-Spieles. Sehr zum Nachteil der Grafikkartenhersteller

Tablet-PC werden 2011 der Renner sein. Neben dem Riesenerfolg vom Apple iPad konnte Samsung mit seinem 7″ Galaxy Pad einen Achtungserfolg verbuchen – mehr als 600.000 verkaufte Geräte. Zur CeBIT werden unzählige Notebook-Schmieden ihre PADs vorstellen. Und auch hier läuft der Kampf Android gegen Apples iOS. Microsofts Windows 7 ist derzeit aussen vor. Es ist erstens zu teuer und es braucht zweitens viel zu viel Rechenleistung. Viele der bislang vorgestellten Tablets lief mit eher schwachbrüstigen, aber sehr sparsamen Prozessoren mit ARM-Technolgie, für die Microsoft gar kein Windows anbieten kann. Auch hier könnte Microsoft dieses Jahr eine vorentscheidende Schlappe einstecken.

Satelliten-DSL: Trotz oder gerade wegen LTE wird sich auch beim Satelliten DSL etwas tun. Nach dem erfolgreichen Start des KA-Sat von Eutelsat in den letzten Tagen des alten Jahres wird es ab Frühjahr 2011 Satelliten DSL in nie gekannten Geschwindigkeiten geben. Brancheninsider gehen von Geschwindigkeiten von bis zu 20 MBit zu Preisen von monatlich deutlich unter 100 Euro aus. Aktuell kosten 2MBit via Astra2Connect bei der Telekom knappe 40 Euro und das ist schon ein Kampfpreis, den die Telekom auch nur gewährt, wenn man außerdem einen Festnetzanschluss mitbucht.

Und zum Schluss noch einmal das Bezahlfernsehen. Neben Sky haben wir ja auch noch HD+ im Rennen. Im November letzten Jahres sind die ersten 12Monatabos ausgelaufen. Zahlen, wie viele Kunden der ersten Stunde nach ihren freien 12 Monaten wirklich gezahlt haben, gibt es bislang nicht. Insgesamt hat man den Eindruck, dass der großen Durchbruch bei den verkauften Geräten bislang ausblieb. Die Zukunft von Sky bleibt spannend. Die drohende Zahlungsunfähigkeit wurde mit einer Kapitalaufstockung verhindert. Mit einer großen Rabattschlacht konnten auch erstmals seit Jahren Neukunden in größerem Umfang gewonnen werden. Aber neben dem klassischen Free-TV hat man auch zunehmend Konkurrenz aus dem Internet. Neben den IPTV Angeboten der Telekom und Alice wären hier Youtube und Maxdome zu nennen. Den ungleichen Kampf „Premium-Abo“ gegen kostenlose oder „Pay-per-View“ Angebote wird Sky nicht gewinnen können. Und das Internet ist aktuelle dabei, den Sprung auf den Fernseher zu vollziehen. Beinahe jedes größere aktuelle TV-Gerät ab 500 Euro hat schon einen Internet-Anschluss. Wer braucht da noch Sky?

Freuen wir uns also auf ein Jahr 2011 mit so vielen spannenden (Vor-)Entscheidungen wie schon lange nicht mehr.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Nov 28

Der DSL-Markt ist heiß umkämpft, wie jeder unschwer erkennen kann, der abends einen der Privatsender schaut. Die großen Anbieter kämpfen nach wie vor über den Preis um die Kunden.

Der Marktanteil von DSL schrumpft indes. Zwar steigen die absoluten Anschlusszahlen noch leicht, aber immer mehr Neukunden entscheiden sich für Internet via TV-Kabel. Das wird billiger und schneller angeboten.  Und die Kunden schauen zunehmend nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern bestellen auch die teureren, superschnellen Angebote mit 60 oder gar 100 Mbit/s.

Konkret konnte Kabel Deutschland nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn 180.000 neue Internet-Kunden gewinnen und dürfte am Jahresende über 1,1 Millionen Internet-Kunden haben. Unitymedia steht dem kaum nach und vermeldet 150.000 Neukunden seit Jahresanfang. Auch bei Kabel-BW gibt es reichlich Zulauf – stolze 90.000 Neukunden seit Jahresanfang.

Zum Vergleich: Bei den klassischen DSL-Anietern konnten nur die Telekom (plus 340.000) , Alice/o2 (plus 30.000 in Q3, kein Wert seit Jahresanfang verfügbar) und Vodafone (plus 80.000) Zuwächse bei den DSL-Kunden verbuchen. Bei 1&1 sank die Zahl der Kunden trotz aufwendiger vertrauensbildender Maßnahmen leicht um 30.000 alleine im letzten Quartal. Bei Versatel hingegen nimmt der Kundenschwund schon bedrohliche Formen an – seit Mitte 2009 verlor man ca 80.000 Kunden und zählt nur noch 630.000 Privatkunden im Bestand.

Offenbar können die Kabelanbieter mit ihrer Kombination aus höheren Geschwindigkeiten und attraktiven Preisen bei vielen Privatkunden punkten. Zwar sind Geschwindigkeiten jenseits von VDSL 50.000 auch immer Kabel noch die Ausnahme und nicht die Regel, aber schon die eigentlich immer verfügbaren 20.000 bis 30.000 liegen deutlich über dem, was der Durchschnittskunde mit DSL bekommen kann. Den Kabelanbietern gehört die Zukunft – das ist nicht nur eine Einschätzung von Fachleuten, sondern eine Erkenntnis, die offenbar schon im Markt angekommen ist. Speziell die Wettbewerber der Telekom müssen sich dringend überlegen, wie und womit sie in 10 Jahren Geld verdienen wollen. Sonst werden die beiden Branchenverbände BREKO und VATM noch zu Clubs der Toten Telefonfirmen.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , ,

Nov 22

Nachdem Vodafone-Chef Vittorio Colao Anfang des Monates bei der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen andeutete, das Kunden für besonders schnelles mobiles Internet auch extra zahlen sollen, legt nun Telekom-Chef Rene Obermann nach. In einem Interview mit „Zeit online“ forderte er ein Ende der Scheindiskussion über die Netzneutralität. „Wer eine zusätzliche Leistung in Anspruch nimmt, also als Kunde bestmögliche Bandbreite garantiert haben will, zahlt dann auch ein bisschen mehr“ wird der Manager zitiert. Klingt harmlos und einleuchtend, ist aber der Ausstieg aus der Netzneutralität und der Einstieg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft beim mobilen Internet.

Und wer sich die Ergebnisse der LTE-Versteigerungen mal genau anguckt, der sieht hier den Schlüssel zu den Zwei-Klassen-Netzen. Aus dieser Option macht eine Telekom keinen Hehl. Die LTE-Frequenzen im Gigahertz-Bereich eröffnen in den Städten den Aufbau von Citynetzen für „Besserzahler“. Ganz ohne böse Verletzung der Netzneutralität oder Priorisierung bestimmter Inhalte oder Nutzer. Wer mehr zahlt und ein passendes Endgerät hat, kann dann eben die Turbofrequenz nutzen, alle anderen nutzen die anderen, überlasteten Frequenzen. Ich bin mir sicher, dass es so kommen wird und die beiden Marktführer in fünf Jahren „Premiumprodukte“ auf dieser technischen Basis anbieten werden. Mit dieser Lösung wird der Schein der Netzneutralität gewahrt und man hat dennoch das Produkt für die Besserzahler.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , ,

Okt 30

Wie wirbt Apple so zutreffend beim Iphone 4: „Das ändert alles. Wieder einmal.

Und das stimmt sogar. Seit vergangenem Donnerstag ist das Iphone-Monopol der Telekom gefallen und seit sinken auch die Preise für die Geräte. War das Iphone als EU-Import bis vor wenigen Tagen kaum unter 800 Euro bei den diversen Import-Shop zu beschaffen, verkündigte O2 Ende letzter Woche den Preis 649,- Euro für die 16GB-Version. Zahlbar wahlweise sofort oder ohne Aufpreis in 24 Monaten. Im Apple-Shop wird dieser Preis seit Donnerstag sogar noch einmal unterboten – dort sind nur 629 Euro zu berappen.

Zum Gerät selbst ist nicht viel zu sagen: Es ist ein Iphone und technisch gibt es mindestens ein halbes Dutzend Android-Geräte, die dem neuen Iphone 4 in praktisch allen Belangen überlegen sind. Der ärgste Wettstreiter um die Gunst der Käufer dürfte im Moment Samsungs Galaxy S I9000 mit seinem 4″ Display sein. Das Display des Samsung ist ein organisches LED-Display der 4. Generation aus eigener Fertigung und derzeit das beste Display am Markt. Bei dieser Art von Displays herrscht im Moment große Knappheit und Samsung verfügt derzeit über die einzige Fertigungsstätte mit nennenswertem Ausstoß. Die produzierten Displays reichen aber nicht einmal für Samsungs Eigenbedarf – was zu Lieferengpässen bei den Telefonen führt.

Interessanter sind schon die Tarife, die von den Telekom-Wettbewerbern für das Iphone geschnürt wurden. Bei Vodafone gibts keine Überraschungen – es sind die altbekannten „Superflat“-Tarife. Mehr Abwechslung dagegen bei O2. Neben dem O2 o mit Datenflat gibt es neue Tarife mit und ohne Laufzeit.

Auffallende Zurückhaltung bei eplus: Hier scheint nach einem Vorstoß mit dem „alten“ 3GS im Sommer keine neue Iphone-Vermarktung geplant zu sein. Die Netzbetreiberhomepage verweist zum Bezug der Telefone noch auf den myistore-Shop, der für das Iphone 4 16GB heute (30.10.2010) stolze 899 Euro verlangt. Wir erinnern uns, der Apple Webstore verlangt 629 Euro…

Und was hat sich nun geändert: Unterm Strich gar nicht so viel, wie viele gehofft haben. Das Iphone  4 ist nun offiziell und frei in Deutschland erhältlich, was den Preis auf das Niveau anderer europäischer Nachbarn gedrückt hat. Apple verkauft seine Geräte aber weltweit zu recht stolzen Preisen und die Apple Fans zahlen diese Preise, so wie viele Fans die (zu) teuren Trikots Ihrer Lieblingsfußballstars bezahlen. An dem Tarifgefüge hat sich zumindest bei den D-Netzen wenig geändert. Neu ist eben die Möglichkeit, ein Iphone in den günstigeren E-Netzen zu nutzen, wo eben O2 (E2-Lizenz) mit einem ordentlichen Netzausbau lockt. Der Iphone-Käufer darf ja nicht vergessen, dass er ein Telefon mit insgesamt eher mäßigem Empfang nutzt. Insbesondere beim Iphone 4 ist bekanntermaßen auf das richtige Halten des Gerätes zu achten, damit nicht zu Gesprächsabbrüchen kommt.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , ,

Jun 29

Logo versatelNach den Gerüchten, versatel könnte sich für die angeschlagene Primacom interessieren, kam heute abend eine kleine Überraschung aus der Konzerzentrale. Versatel verkauft die Versatel Kabel GmbH für 66 Millionen Euro an den französischen Finanzinvestor Chequers Capital. Mit dem Verkauf wurde außerdem ein Wholesale-Vertrag über die Bereitstellung der Netzebene-3-Leistungen auf Basis der vorhandenen Netzinfrastruktur vereinbart. Dieses Wholesale-Geschäft beinhaltet für die Versatel AG ein Umsatzvolumen von rund 9 Millionen Euro.

Damit unterstreicht das Unternehmen nach eigene Ansicht die Strategie der Fokussierung auf das B2B-Geschäft, um in diesem Segment den Wettbewerbsvorteil – das eigene Netz – noch intensiver zu nutzen. Mit dem Verkauf verschafft sich der Telekommunikationsanbieter die nötige Flexibilität für eine umfassende Stärkung des B2B-Geschäfts.

Anders ausgedrückt: Man braucht das Geld, um in anderen Bereichen weitere Investitionen tätigen zu können. Aktuell wird der Fokus auf B2B-Produkte sowie auf das Wholesale-Geschäft gelegt. Dabei waren auch diese Bereiche im dirkten Vergleich 2008/2009 ebenso rückläufig wie das Privatkundengeschäft.

Die Strategie der versatel AG waren in den letzten Jahren sehr wechselhaft. Plante man 2005 nach der Fusion der Versatel Deutschland mit der Tropolys-Gruppe noch den Aufstieg zur Nummer 2 im deutschen Festnetzgeschäft, so wendete sich das Blatt nach dem Börsengang und dem Absturz der Aktie. Mögliche Zukäufe wie z.B. von AOL wurden vermutlich aus finanziellen Gründen nicht realisiert. Stattdessen überraschte man 2008 mit dem Kauf zwei kleiner Netzebene-4-Kabelanbieter. Nun also wurde das Abenteuer Kabel-TV beendet und dieser Geschäftszweig wieder verkauft und so wie es aussieht, ohne größere Verluste.

Nun also die Strategie weg vom nervigen, kaum Marge bringenden Privatkunden hin zum Geschäftskunden. Doch auch dieses Terrain ist heiß umkämpft und mit Vodafone ist ein Wettbewerber im Haifischbecken, der aktuell sehr preisagressiv auftritt. Erschwerend kommt hinzu, das die Globalplayer am Geschäftskundenmarkt mit einem eigenen Mobilfunknetz aufwarten können und so sinnvolle runde Pakete anbieten können. Versatel kann hier nur eine Kooperation mit eplus aufweisen – ein Netz, dessen Ausbau insbesondere bei UMTS einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Und da sind wir bei den Gemeinsamkeiten von eplus und versatel: Beides sind Netzbetreiber, die zwar kleine Gewinne abwerfen, das aber auf Kosten des Wachstums und des Netzausbaus. Beide haben es versäumt, sich den Anforderungen der nächsten Jahre zu stellen und die Weichen auf weiteren Erfolg zu stellen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass beide auf einen großen Investor warten, der bereit ist, viel Geld in die Hand zu nehmen. Nur so einer ist derzeit am deutschen Markt nicht in Sicht. Und so steht man bei Versatel vor dem Trümmerhaufen der Fehler aus den vergangenen Jahren. Durch das lange Festhalten an ISDN hat man den Aufbau eines leistungsfähigen All-IP-Netzes lange versäumt. Die Betriebskosten sind im direkten Vergleich zu den Marktbegleitern Vodafone und Alice deutlich höher. Und dazu der Nachteil, ein Regionalcarrier zu sein, während die Marktbegleiter dank All-IP bundesweit anbieten können.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , , ,

Apr 25
Ortsschild Vehrte

Vehrte, Gemeinde Belm, Landkreis Osnabrück

Endlich DSL in Vehrte!

Vehrte? Kennen Sie nicht? Ok, der Ortsteil Vehrte der Gemeinde Belm ist nicht der Nabel der Welt.  Zwar hat Vehrte einen Bahnhof, aber planmäßige Züge halten hier schon länger nicht mehr. Und da ein Großteil der Ortes auch vom DSL abgeschnitten war, ging es in Vehrte auch ganz beschaulich zu. Noch fataler im Belmer Ortsteil Icker. Denn in Icker gab es aufgrund der Kabellänge gar kein DSL. Nur im Ortsteil Belm war DSL flächendeckend verfügbar.

Seit dem 26.2.2010 wird das geändert. An diesem Tag war Spatenstich zur Aufrüstung des Ortsnetzes. Stolz nahm der Bürgermeister Wellmann mit zahlreichen Vertretern der Telekom den Spaten in die Hand. Die Gemeinde Belm sichert der Telekom eine gewisse Kundenzahl und gibt einen Zuschuss zum Ausbau, wenn die tatsächlichen Kundenzahlen unter den projektierten Zahlen liegen. Derartige Absprachen sind nicht unüblich und sorgen für eine attraktive Gemeinde.

Und die Kunden freuts. Ab Juni können sie DSL von der Telekom bekommen. Allerdings können viele Kunden seit 1.4. auch Internet über den Kabel Deutschland Anschluss bekommen. Der Kabelnetzbetreiber wurde von der Gemeinde Belm offenbar völlig übersehen. Seit Anfang 2010 im nahen Osnabrück die Exklusivrechte der Primacom ausliefen, hat der Kabelnetzbetreiber begonnen, das Osnabrücker Kabelnetz rückkanaltauglich auszubauen und für High Speed Internet und Phone vorzubereiten. Mit in die Ausbauarbeiten einbezogen wurden die Kabelnetze der umliegenden Gemeinden Belm und Hasbergen, die von Osnabrück aus versorgt wurden. Auch hier verzögerte der lange Winter die Bauarbeiten, so dass man erst zum 1.4. den Ausbau beenden konnte.

Und während die Telekom noch fleißig Glasfaser verlegt und baut, sind die ersten Kunden von Kabel Deutschland schon online. Das hat sich Bürgermeister Wellmann sicherlich anders vorgestellt – droht doch nun der DSL-Ausbau das Gemeindesäckel stärker zu belasten als gedacht.

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

Unterdessen baut die Telekom fleißig auf. Dieses Bild entstand am 22.4. an der Lechtiger Straße auf der Höhe des Parkplatzes vom Landgasthaus Kortlüke. Telefonkabel und Glasfaser kommen vom Gattberg rüber. In diesen Scränken werden in den nächsten Tagen ein neuer Kreuzverteiler sowie die Outdoor-DSLAMs installiert. Die Größe der Installation lassen die Vermutung zu, dass hier auch ein Übergabekreuzverteiler installiert sind. Der Wettbewerber Vodafone könnte z.B. diesen KVZ kostengünstig per Glasfaser von der nahen Bahnstrecke Osnabrück-Bremen erreichen.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , ,