Jun 26

Seit zwei Tagen (seit dem 24.6.2010) ist das neue IPhone4 auf dem Markt und es soll sich bereits mehr als 1 Millionen mal verkauft haben. Über Sinn oder Unsinn eines Apple-Produkte zu sinnieren, ist zwecklos. Das ist schlimmer wie die Glaubensfrage zwischen Christen und Muslime.  Sei´s drum, die Dinger sehen stylisch aus und glänzen durch Funktion und überhöhte Preise.

Beim IPhone4 droht Apple nun ein ernsteres Fiasko. Bereits am ersten Tag tauchten Meldungen über Gesprächabbrüche und schlechtem Empfang während des Telefonierens.  Besonders dann, wenn man es während des Gespräches in die linke Hand nehme. Von Apple war darauf sofort zu hören, dass sei „eine Gegebenheit des Lebens bei jedem Mobiltelefon“ und man möge es wie bei jedem Mobiltelefon vermeiden, die Antenne mit der Hand abzudecken.

Das ist sicherlich richtig und doch scheint es nur die halbe Wahrheit zu sein. Kein beliebiges Mobiltelefon benutzt blanken, offen berührbaren Edelstahl als Antenne. Beim IPhone4 wird bekanntlich ein Teil des Edelstahlrahmens als Antenne genutzt. Präzise gesagt, für UMTS ist es der untere Teil des Rahmens. Und den berührt man sehr leicht, wenn man das Telefon während des Telefonierens in die Hand nimmt, was ja die meisten Nutzer mit ihrem Gerät machen. Das direkte Berühren beider Antennenenden (unisolierter Edelstahl!) verstimmt natürlich sofort die Antenne und den Sendeschwingkreis und hat in vielen Fällen den sofortigen Abbruch der UMTS-Verbindung zur Folge. In den meisten Fällen gelingt dann noch der reibungslose Handover ins normale GSM-Netz, so dass es nicht zum Gesprächsabbruch kommt. Aber eben nicht immer.

Die Redaktion von Onlinekosten.de hat ein kleines Video gedreht, das sehr schön diese Problematik zeigt. Apple empfiehlt vorsorglich schon mal die Verwendung einer Schutzhülle. Klar, das verhindert den leitenden Kontakt zur Antenne. Und böse Zungen unken bereits, es wird bald ein App geben, dass dem IPhone4-Besitzer das „richtige“ Halten seiner Neuerwerbung zeigt.

Lieber Steve Jobs: Seit Erfindung mobiler drahtloser Kommunikationseinrichtungen ist es üblich, die Antennen am oberen Gehäuseende anzubringen. Ok, das war lange bevor es eine Firma Apple Computer gab. Sogar lange bevor es Apple Records gab. Aber auch bei neuen UMTS-Handies ist dies üblich. Nicht, weil man das schon immer so gemacht hat, sondern weil man dort die geringste Abdeckung durch den Nutzer erwarten darf. Der faßt sein Mobilgerät eher in der Mitte oder unten an. Und das der menschliche Körper ein prima Leiter ist, sollte auch bekannt sein. Physik, 5. Klasse…

Wie Apple das Problem langfristig löst, wird spannend. Per Firmwareupdate kann man diese Fehlkonstruktion nicht beheben. Und der Blogger ist froh, so ein „normales“ Gerät eines etablierten Herstellers sein Eigen zu nennen. Das sieht zwar vielleicht nicht so schön aus, aber man darf es einfach wie man mag in der Hand halten, wenn man damit telefoniert. Sogar in der linken Hand, Herr Jobs.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , ,

Hinterlasse ein Kommentar

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.