Jul 25

Ein schöner Sonntag vormittag und eigentlich wollte der Blogger mal seinen Senf zum Thema Netzneutralität kund geben. Aber die schrecklichen Bilder der Massenpanik der gestrigen Loveparade in Duisburg wollen ihm nicht aus dem Kopf. Auch wenn es schon einige Jahre her ist, hat er ja selbst die Loveparade besucht.  Und so gibt es den ersten Telkotalk-Beitrag, der so gar nicht mit Telekommunikation zu hat. Auf dem ersten Blick.

Mittlerweile sind 19 Todesfälle zu beklagen und mehr als 340 Verletzte – darunter noch einige in Lebensgefahr. Was letztendlich der genaue Auslöser für diese Massenpanik war, ist noch unklar. Zu widersprüchlich sind die Aussagen, was sich an und in der Unterführung abgespielt hat. Völlig unklar ist, ob die Besucher, die von Zäunen auf andere Besucher fielen, auf das Gelände wollten oder es aus Platzangst schon wieder verlassen wollten.

Klar ist lediglich: Das Gelände war für die 1,4 Millionen erwarteten Besucher viel zu klein.  Der einzige Zugang durch diese Unterführung hat dazu geführt, dass zum Zeitpunkt des Unglückes nur ca 500.000 Menschen auf dem Gelände waren und noch sehr viele Besucher nicht auf das Gelände gelangten. Der einzige Zugang hat auch dazu geführt, dass sich die Besucher nicht auf das ganze Gelände gleichmäßig verteilten, sondern in der Nähe der Unterführung blieben, wo es gefährlich eng wurde. Noch bevor das Unglück geschah, wollten daher viele Tausend Menschen das Gelände wieder verlassen. Was aber nur durch diese eine Unterführung ging, denn es gab auch keinen weiteren Ausgang.

Was genau geschah, werden Polizei und Staatsanwaltschaft sicherlich akribisch ermitteln. Jeder, der schon mal in einem Bundesligastadion war oder an Open Air Konzerten teilnahm, kann sich aber vorstellen, das nur ein Zugang schon bei nur 100.000 Besuchern ein gefährliches Nadelöhr ist. Erwartet wurden hier aber 1,4 Millionen Besucher. Und so hat es Warnungen im Vorfeld nicht gemangelt. Sicherlich wird man Ende einen Schuldigen ermitteln und evtl. sogar rechtlich belangen.

Der eigentlich Schuldige ist aber der Senat in Berlin. Durch seine völlig überzogenen finanziellen Forderungen (Kosten der Stadtreinung) und Auflagen mußte die Loveparade ja die Hauptstadt verlassen und ins Ruhrgebiet ausweichen. Die vom Senat geforderten Millionenbeträge für die Kosten der Stadtreinigung kann ein Veranstalter, der keine Eintrittsgelder kassiert, nicht aufbringen.

Den Angehörigen gilt heute das ganze Mitgefühl. Und so zündet der Blogger traurig ein Teelicht an und pfeift leise „Somewhere over the rainbow“. Er stellt sich die fetten Beats von Marushas Version dieses Kinderliedes vor und wünscht sich, dass die Opfer ihren Platz am anderen Ende des Regenbogens finden.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , ,

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