Jul 15

Trotz schärferer Gesetze werden Deutsche immer häufiger durch Telefon-SPAM belästigt. Sei es durch Bandansagen, die dem Angerufenen mitteilen, er habe gewonnen und solle bitte zur Einlösung des Gewinns eine 0900er RUfnummer anrufen oder durch echte Mitarbeiter, die z.B. vorgeben, bei der ARD zu arbeiten und einem die frohe Kunde eines Gewinns von 330 Euro bei einem Gewinnspiel der ARD überbringen wollen. Wie selbstverständlich wird gefragt, ob der Gewinner sein Konto bei der Sparkasse oder der Volksbank habe – schließlich möchte man den Gewinn ja schnell überweisen. Auch beim Blogger rief diese „ARD“ vor einigen Wochen an. Dank CTI-Software auf dem Rechner konnte die Rufnummer 032223321806 des Anrufers mit Hilfe von Google schnell als bekannte Nummer enttarnt werden.

Bei so vielen bekannten Fällen fragt sich der Verbraucher, warum nichts passiert. Telkotalk hat sich an die ARD gewandt, die in diesen Fällen auch ganz selbstverständlich von Betrugsversuchen spricht.

In der Stellungsnahme der Zuschauerredaktion heißt es weiter  „Das Landeskriminalamt Berlin ist zwischenzeitlich ebenfalls aktiv. Sie werden sicher Verständnis haben, dass es hinsichtlich der Strafverfolung mehr als problematisch ist, diese nur auf Basis von Berichten von Anrufen vorzunehmen. Wir vertrauen weiterhin auf das Justizsystem und die betrauten Instanzen und hoffen, dass die Anrufe bald aufhören.

Das klingt irgendwie wenig hoffnungsvoll. Natürlich sind der ARD selbst die Hände gebunden. Solange die strafverfolgenden Behörden nicht einmal den Täter ermitteln, kann man gegen diese weder straf- noch zivilrechtlich vorgehen. Und genau das ist der wunde Punkt in Deutschland.

In einem Artikel der FAZ wird am 10. Juli berichtet, dass die Bundesnetzagentur die Staatsanwaltschaften scharf kritisiert. Die Verfahren würden zu häufig eingestellt und die wirtschaftliche Dimension der Fälle völlig unterschätzt. Zudem sitzen die Hintermänner immer häufiger im Ausland und agieren mit deutschen Strohmännern und Briefkastenfirmen. Daher fordert die Bundesnetzagentur nun die Schaffung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass der Telefon-SPAM trotz teilweiser innerhalb weniger Tage erwirkten Abschaltungen von 0900er Rufnummern und Inkassoverboten für diese Nummern weiterhin äußerst lukrativ sein muss, da sich die Fälle immer mehr häufen. Immer mehr Verbraucher wenden sich mit Beschwerden diesbezüglich an die Netzagentur, die zum Ende diesen Jahres mit der Rekordzahl von 70.000 Beschwerden rechnet.

Liebe Frau Aigner: Natürlich ist Facebook eine „böse“ Webseite und wenn man sich dort publikumswirksam abmeldet, weil der Datenschutz eher nicht vorhanden ist, dann findet Telkotalk das ok. Aber es wäre wünschenswert, wenn auch den Telefonbetrügern das Leben schwerer gemacht wird. An den angedrohten Strafmassen kann es nicht mehr liegen, die sind schon recht hoch. Aber solange niemand ernsthaftes Interesse an der Durchsetzung des geltenden Rechts zeigt, sind all diese schönen Verbraucherschutzgesetze zahnlose Tiger. Also Frau Aigner, auf gehts, stoppen Sie das Treiben der Telefon-Betrüger! Zeigen Sie den Verbrauchern, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist, der seine Bürger vor allzu offensichtlichen Betrügereien schützt!

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , ,

Hinterlasse ein Kommentar

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.