Jul 22

Wie am vergangenen Wochenende bekannt wurde, muss die Telekom nun mehr Kreuzverteiler aufstellen, damit Wettbewerber einen besseren Zugang zum vorhandenen Kabelnetz erhalten. Nach den Plänen der Bundesnetzagentur soll die verbleibende Strecke zwischen dem Kreuzverteiler und den Hausanschlüssen so kurz sein, dass eine Mindestgeschwindigkeit von 30Mbit/s erreicht werden kann. Je nach Kabelquerschnitt entspricht das einer Länger von 200 bis 300 Meter.

Zustande kam die Entscheidung nach erfolglosen Verhandlungen zwischen der Telekom und dem Wettbewerber EWEtel, der sich daraufhin Anfang Juni mit vier Forderungen an die Bundesnetzagentur wandte und einen Regulierungsantrag beantragte. Drei dieser Forderungen gab die Bundesnetzagentur nun statt:

1. Verkürzung der letzten Meile durch zusätzliche KVZ. Dadurch soll eine Mindestgeschwindigkeit von 30Mbit/s in Download- und 5Mbit/s in Upload-Richtung realisierbar sein.

2. KVZ-Tal Durchleitung. Dies soll den Telekom-Wettbewerbern ermöglichen, eine Leitung auch dann buchen zu können, wenn die Leitung vom KVZ mit DSLAM aus noch durch einen weiteren KVZ läuft.

3. Umlegung von „historischen“ Leitungswegen auf den kürzesten Weg. Es kommt vor, dass Gebäude aus historischen Gründen mit einem längeren Kabel angeschlossen sind, als es die aktuelle Verkabelung erfordert. Das kann z.B. passieren, wenn Häuser, die früher alleine standen, nun am Rande einer neuen Siedlung sind, für die eine neuere und kürzere Versorgung gebaut wurde. In solchen Fällen soll die Zuführung geändert werden.

Alle drei Maßnahmen sind in diesem Artikel von teltarif ausführlich beschrieben. Ein vierter Vorschlag der entgegengesetzten Versorgung wurde von den Bundesnetzagentur abgelehnt, da man das Störpotentialal zu hoch einstufte.

Die Regulierung wurde erwartungsgemäß von allen Wettbewerbern der Telekom begrüßt, während die Telekom naturgemäß wenig Begeisterung zeigte.

 

Was bedeutet diese Anordnung in der Praxis?

Die Telekom wird den inzwischen ohnehin eingeschränkten FTTH Ausbau in einigen Stadtzentren ganz stoppen und statt dessen noch mehr auf FTTC mit VDSL und später G.Fast setzen. G.Fast wird bei einer Leitungslänge von ca 250m zukünftig Geschwindigkeiten von bis zu 1000Mbit/s ermöglichen. Das Kupferkabel wird mit dieser Technik der Glasfaser noch sehr lange Paroli bieten können.

Im ländlichen Raum können nun viele Bürger auf einen besseren Ausbau hoffen, Ob nun durch die Telekom oder einen Wettbewerber, dürfte den meisten Kunden, die WWW aktuell mit „WirWartenWeltweit“  übersetzen müssen, total egal sein. Wettbewerb belebt auch hier das Geschäft.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , , , , ,

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