Nov 22

Nachdem Vodafone-Chef Vittorio Colao Anfang des Monates bei der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen andeutete, das Kunden für besonders schnelles mobiles Internet auch extra zahlen sollen, legt nun Telekom-Chef Rene Obermann nach. In einem Interview mit „Zeit online“ forderte er ein Ende der Scheindiskussion über die Netzneutralität. „Wer eine zusätzliche Leistung in Anspruch nimmt, also als Kunde bestmögliche Bandbreite garantiert haben will, zahlt dann auch ein bisschen mehr“ wird der Manager zitiert. Klingt harmlos und einleuchtend, ist aber der Ausstieg aus der Netzneutralität und der Einstieg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft beim mobilen Internet.

Und wer sich die Ergebnisse der LTE-Versteigerungen mal genau anguckt, der sieht hier den Schlüssel zu den Zwei-Klassen-Netzen. Aus dieser Option macht eine Telekom keinen Hehl. Die LTE-Frequenzen im Gigahertz-Bereich eröffnen in den Städten den Aufbau von Citynetzen für „Besserzahler“. Ganz ohne böse Verletzung der Netzneutralität oder Priorisierung bestimmter Inhalte oder Nutzer. Wer mehr zahlt und ein passendes Endgerät hat, kann dann eben die Turbofrequenz nutzen, alle anderen nutzen die anderen, überlasteten Frequenzen. Ich bin mir sicher, dass es so kommen wird und die beiden Marktführer in fünf Jahren „Premiumprodukte“ auf dieser technischen Basis anbieten werden. Mit dieser Lösung wird der Schein der Netzneutralität gewahrt und man hat dennoch das Produkt für die Besserzahler.

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Nov 08

Gut 10 Tage nach Fall des iphone-Monopols poltert Herr Thorsten Dirks, Chef bei eplus, gegenüber dem Handelsblatt gegen das iphone. Zuvor hat auch eplus mit Apple verhandelt, sich aber wohl nicht zu Mindestabnahmemengen bereit erklären wollen. Und so wird er nun mit den Worten „Apple wird in zwei Jahren beim Marktanteil nicht mehr da sein, wo sie heute sind“ zitiert. Natürlich wächst der Marktanteil von Android schneller als der von Apple, die Absatzzahlen von Apple sind aber dennoch sehr beeindruckend. Der gleiche Thorsten Dirks hatte dem iphone ja schon bei Apples Markteintritt Bedeutungslosigkeit attestiert und lag damit unbestritten daneben.

Auch die Aussage Dirks zu LTE „Das ist doch nur etwas für die Egos der Manager“ darf man stark bezweifeln. LTE wird unzweifelhaft in der Fläche eine gegenüber UMTS deutlich verbesserte Versorgung ermöglichen. Allerdings könnte LTE in der Tat für eplus unwichtig sein – denn der grüne Mobilfunkanbieter hat aufgrund seines schlechten UMTS-Ausbaus kaum Vertragskunden im Datenbereich. Und deshalb wird auch die vor 14 Tagen aufgestellte Behauptung, eplus werde Ende 2012 das „beste Netz für den Massenmarkt“ sein, von vielen Marktkennern mit lauten Lachen quittiert. Das Wachstum der letzten Jahre konnte eplus nur mit einem enorm großen Anteil von Prepaid-Produkten über diverse Discountmarken realisieren. Damit lastet man sicherlich das vorhandene Sprachnetz ordentlich aus und sorgt für klingelnde Münze, zielt aber nicht auf die wichtigen Kunden, die an höherwertigen Datendiensten interessiert sind und dafür auch bereit sind, etwas auszugeben. Oder will man bei eplus am Ende lieber preisbewußte statt qualitätsbewußte Kunden haben? Kunden, die wegen 100 Euro Unterschied auf ein iphone verzichten und lieber ein Android-Handy kaufen?

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Okt 30

Wie wirbt Apple so zutreffend beim Iphone 4: „Das ändert alles. Wieder einmal.

Und das stimmt sogar. Seit vergangenem Donnerstag ist das Iphone-Monopol der Telekom gefallen und seit sinken auch die Preise für die Geräte. War das Iphone als EU-Import bis vor wenigen Tagen kaum unter 800 Euro bei den diversen Import-Shop zu beschaffen, verkündigte O2 Ende letzter Woche den Preis 649,- Euro für die 16GB-Version. Zahlbar wahlweise sofort oder ohne Aufpreis in 24 Monaten. Im Apple-Shop wird dieser Preis seit Donnerstag sogar noch einmal unterboten – dort sind nur 629 Euro zu berappen.

Zum Gerät selbst ist nicht viel zu sagen: Es ist ein Iphone und technisch gibt es mindestens ein halbes Dutzend Android-Geräte, die dem neuen Iphone 4 in praktisch allen Belangen überlegen sind. Der ärgste Wettstreiter um die Gunst der Käufer dürfte im Moment Samsungs Galaxy S I9000 mit seinem 4″ Display sein. Das Display des Samsung ist ein organisches LED-Display der 4. Generation aus eigener Fertigung und derzeit das beste Display am Markt. Bei dieser Art von Displays herrscht im Moment große Knappheit und Samsung verfügt derzeit über die einzige Fertigungsstätte mit nennenswertem Ausstoß. Die produzierten Displays reichen aber nicht einmal für Samsungs Eigenbedarf – was zu Lieferengpässen bei den Telefonen führt.

Interessanter sind schon die Tarife, die von den Telekom-Wettbewerbern für das Iphone geschnürt wurden. Bei Vodafone gibts keine Überraschungen – es sind die altbekannten „Superflat“-Tarife. Mehr Abwechslung dagegen bei O2. Neben dem O2 o mit Datenflat gibt es neue Tarife mit und ohne Laufzeit.

Auffallende Zurückhaltung bei eplus: Hier scheint nach einem Vorstoß mit dem „alten“ 3GS im Sommer keine neue Iphone-Vermarktung geplant zu sein. Die Netzbetreiberhomepage verweist zum Bezug der Telefone noch auf den myistore-Shop, der für das Iphone 4 16GB heute (30.10.2010) stolze 899 Euro verlangt. Wir erinnern uns, der Apple Webstore verlangt 629 Euro…

Und was hat sich nun geändert: Unterm Strich gar nicht so viel, wie viele gehofft haben. Das Iphone  4 ist nun offiziell und frei in Deutschland erhältlich, was den Preis auf das Niveau anderer europäischer Nachbarn gedrückt hat. Apple verkauft seine Geräte aber weltweit zu recht stolzen Preisen und die Apple Fans zahlen diese Preise, so wie viele Fans die (zu) teuren Trikots Ihrer Lieblingsfußballstars bezahlen. An dem Tarifgefüge hat sich zumindest bei den D-Netzen wenig geändert. Neu ist eben die Möglichkeit, ein Iphone in den günstigeren E-Netzen zu nutzen, wo eben O2 (E2-Lizenz) mit einem ordentlichen Netzausbau lockt. Der Iphone-Käufer darf ja nicht vergessen, dass er ein Telefon mit insgesamt eher mäßigem Empfang nutzt. Insbesondere beim Iphone 4 ist bekanntermaßen auf das richtige Halten des Gerätes zu achten, damit nicht zu Gesprächsabbrüchen kommt.

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Jun 29

Logo versatelNach den Gerüchten, versatel könnte sich für die angeschlagene Primacom interessieren, kam heute abend eine kleine Überraschung aus der Konzerzentrale. Versatel verkauft die Versatel Kabel GmbH für 66 Millionen Euro an den französischen Finanzinvestor Chequers Capital. Mit dem Verkauf wurde außerdem ein Wholesale-Vertrag über die Bereitstellung der Netzebene-3-Leistungen auf Basis der vorhandenen Netzinfrastruktur vereinbart. Dieses Wholesale-Geschäft beinhaltet für die Versatel AG ein Umsatzvolumen von rund 9 Millionen Euro.

Damit unterstreicht das Unternehmen nach eigene Ansicht die Strategie der Fokussierung auf das B2B-Geschäft, um in diesem Segment den Wettbewerbsvorteil – das eigene Netz – noch intensiver zu nutzen. Mit dem Verkauf verschafft sich der Telekommunikationsanbieter die nötige Flexibilität für eine umfassende Stärkung des B2B-Geschäfts.

Anders ausgedrückt: Man braucht das Geld, um in anderen Bereichen weitere Investitionen tätigen zu können. Aktuell wird der Fokus auf B2B-Produkte sowie auf das Wholesale-Geschäft gelegt. Dabei waren auch diese Bereiche im dirkten Vergleich 2008/2009 ebenso rückläufig wie das Privatkundengeschäft.

Die Strategie der versatel AG waren in den letzten Jahren sehr wechselhaft. Plante man 2005 nach der Fusion der Versatel Deutschland mit der Tropolys-Gruppe noch den Aufstieg zur Nummer 2 im deutschen Festnetzgeschäft, so wendete sich das Blatt nach dem Börsengang und dem Absturz der Aktie. Mögliche Zukäufe wie z.B. von AOL wurden vermutlich aus finanziellen Gründen nicht realisiert. Stattdessen überraschte man 2008 mit dem Kauf zwei kleiner Netzebene-4-Kabelanbieter. Nun also wurde das Abenteuer Kabel-TV beendet und dieser Geschäftszweig wieder verkauft und so wie es aussieht, ohne größere Verluste.

Nun also die Strategie weg vom nervigen, kaum Marge bringenden Privatkunden hin zum Geschäftskunden. Doch auch dieses Terrain ist heiß umkämpft und mit Vodafone ist ein Wettbewerber im Haifischbecken, der aktuell sehr preisagressiv auftritt. Erschwerend kommt hinzu, das die Globalplayer am Geschäftskundenmarkt mit einem eigenen Mobilfunknetz aufwarten können und so sinnvolle runde Pakete anbieten können. Versatel kann hier nur eine Kooperation mit eplus aufweisen – ein Netz, dessen Ausbau insbesondere bei UMTS einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Und da sind wir bei den Gemeinsamkeiten von eplus und versatel: Beides sind Netzbetreiber, die zwar kleine Gewinne abwerfen, das aber auf Kosten des Wachstums und des Netzausbaus. Beide haben es versäumt, sich den Anforderungen der nächsten Jahre zu stellen und die Weichen auf weiteren Erfolg zu stellen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass beide auf einen großen Investor warten, der bereit ist, viel Geld in die Hand zu nehmen. Nur so einer ist derzeit am deutschen Markt nicht in Sicht. Und so steht man bei Versatel vor dem Trümmerhaufen der Fehler aus den vergangenen Jahren. Durch das lange Festhalten an ISDN hat man den Aufbau eines leistungsfähigen All-IP-Netzes lange versäumt. Die Betriebskosten sind im direkten Vergleich zu den Marktbegleitern Vodafone und Alice deutlich höher. Und dazu der Nachteil, ein Regionalcarrier zu sein, während die Marktbegleiter dank All-IP bundesweit anbieten können.

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Jun 26

Seit zwei Tagen (seit dem 24.6.2010) ist das neue IPhone4 auf dem Markt und es soll sich bereits mehr als 1 Millionen mal verkauft haben. Über Sinn oder Unsinn eines Apple-Produkte zu sinnieren, ist zwecklos. Das ist schlimmer wie die Glaubensfrage zwischen Christen und Muslime.  Sei´s drum, die Dinger sehen stylisch aus und glänzen durch Funktion und überhöhte Preise.

Beim IPhone4 droht Apple nun ein ernsteres Fiasko. Bereits am ersten Tag tauchten Meldungen über Gesprächabbrüche und schlechtem Empfang während des Telefonierens.  Besonders dann, wenn man es während des Gespräches in die linke Hand nehme. Von Apple war darauf sofort zu hören, dass sei „eine Gegebenheit des Lebens bei jedem Mobiltelefon“ und man möge es wie bei jedem Mobiltelefon vermeiden, die Antenne mit der Hand abzudecken.

Das ist sicherlich richtig und doch scheint es nur die halbe Wahrheit zu sein. Kein beliebiges Mobiltelefon benutzt blanken, offen berührbaren Edelstahl als Antenne. Beim IPhone4 wird bekanntlich ein Teil des Edelstahlrahmens als Antenne genutzt. Präzise gesagt, für UMTS ist es der untere Teil des Rahmens. Und den berührt man sehr leicht, wenn man das Telefon während des Telefonierens in die Hand nimmt, was ja die meisten Nutzer mit ihrem Gerät machen. Das direkte Berühren beider Antennenenden (unisolierter Edelstahl!) verstimmt natürlich sofort die Antenne und den Sendeschwingkreis und hat in vielen Fällen den sofortigen Abbruch der UMTS-Verbindung zur Folge. In den meisten Fällen gelingt dann noch der reibungslose Handover ins normale GSM-Netz, so dass es nicht zum Gesprächsabbruch kommt. Aber eben nicht immer.

Die Redaktion von Onlinekosten.de hat ein kleines Video gedreht, das sehr schön diese Problematik zeigt. Apple empfiehlt vorsorglich schon mal die Verwendung einer Schutzhülle. Klar, das verhindert den leitenden Kontakt zur Antenne. Und böse Zungen unken bereits, es wird bald ein App geben, dass dem IPhone4-Besitzer das „richtige“ Halten seiner Neuerwerbung zeigt.

Lieber Steve Jobs: Seit Erfindung mobiler drahtloser Kommunikationseinrichtungen ist es üblich, die Antennen am oberen Gehäuseende anzubringen. Ok, das war lange bevor es eine Firma Apple Computer gab. Sogar lange bevor es Apple Records gab. Aber auch bei neuen UMTS-Handies ist dies üblich. Nicht, weil man das schon immer so gemacht hat, sondern weil man dort die geringste Abdeckung durch den Nutzer erwarten darf. Der faßt sein Mobilgerät eher in der Mitte oder unten an. Und das der menschliche Körper ein prima Leiter ist, sollte auch bekannt sein. Physik, 5. Klasse…

Wie Apple das Problem langfristig löst, wird spannend. Per Firmwareupdate kann man diese Fehlkonstruktion nicht beheben. Und der Blogger ist froh, so ein „normales“ Gerät eines etablierten Herstellers sein Eigen zu nennen. Das sieht zwar vielleicht nicht so schön aus, aber man darf es einfach wie man mag in der Hand halten, wenn man damit telefoniert. Sogar in der linken Hand, Herr Jobs.

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Mai 23

In dieser Woche endete die Versteigerung von Frequenzen der Bundesnetzagentur für die 4. Mobilfunkgeneration, besser bekannt unter dem Namen LTE. Das Ergebnis überraschte eigentlich niemanden: Im reichweitenstarken 800MHz Band (digitale Dividende) gab E-Plus auf. Das 800MHz-Band ist der Freuenzbereich, mit dem man hofft, die zahlreichen weißen Flecken auf der Landkarte der Breitbandversorgung endlich tilgen zu können. Aus diesem Geschäft hat sich nun E-Plus zurückgezogen.

Schon beim UMTS-Standard hält sich E-Plus vornehm zurück und erfüllt gerade so die Auflagen der 3G-Lizenz. Dort wo man versorgt, stehen den Kunden lediglich 384KBit/s zur Verfügung. Die Datenturbos HSDPA und HSUPA werden nur einer Handvoll Städte angeboten.

Bei LTE ist E-Plus bei den Frequenzen hoher Reichweite eben nicht dabei. Die neue Strategier lautet also „Mut zur Lücke“. Man wird die Versorgung in den Städten zum Discounterpreis anbieten müssen, um sich vom Wettbewerb absetzen zu können. Doch an der Preisschraube hatte zuletzt schon O2 kräftig gedreht. Discountpreise bei einer Versorgung, die der Versorgung der beiden Big Player des deutschen Marktes nur unwesentlich nachsteht. Da bleibt für E-Plus wenig Platz. Schon in der Vergangenheit wurde das Netz zunehmend durch eigene und fremde Discountmarken wie Aldi-Talk, blau.de, Klarmobil oder Simyo ausgelastet. Und mit denen kann man nur Geld verdienen, wenn man wenig Geld in den Netzausbau investiert. So wie in den letzten beiden Jahren bei E-Plus geschehen. Aber das wird nicht mehr lange gut gehen. KPN wird sich in den nächsten 2 Jahren entscheiden müssen, ob sie E-Plus aufgeben (Insolvenz oder Verkauf zum Ramschpreis) oder sehr viel Geld für den Netz-Ausbau in die Hand nehmen wollen. Und selbst dann wäre E-Plus immer noch nur ein Stadtfunker…

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Okt 14

Fast 10 Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Frequenzen im August 2000 plant die Bundesnetzagentur für das 2. Quartal 2010 die bislang größte Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Versteigert werden sollen unter anderem Frequenzen der sogenannten „digitalen Dividende“.

Die Versteigerung im Jahre 2000 brachte dem Bund unerwartete Rekordeinnehmen von mehr als 100 Milliarden DM. Den beteiligten Unternehmen hingegen brachte es in erster Linie hohe Schulden und so blieben zwei Bieter am Ende auf der Strecke und bauten kein UTMS-Netz auf.

Ab 21. Oktober können sich potentielle Bieter bewerben. Und wir Zaungäste können uns schon mal auf den nächsten Frequenzpoker freuen. Hoffentlich wird es spannend und unterhaltsam, denn die Zeche zahlen garantiert wir als Verbraucher und Steuerzahler.

Noch nicht ganz klar ist es, was mit den neuen Frequenzen alles erlaubt sein wird. Die Frequenzen im Bereich um 8000 MHz haben eine recht hohe Reichweite und gelten als der Schlüssel zur drahtlosen Breitbandversorgung in Orten, die bislang als Weiße Flecken auf der DSL-Landkarte liegen. Zum Einsatz könnte hier der neue Standard LTE kommen. Denn das bislang in Deutschland genutzte UMTS funkt auf 2,1GHz und hat eine recht geringe Reichweite. LTE wird bereits im Testbetrieb genutzt, allerdings fehlt noch eine Standardisierung der Telefonie (Sprachübertragung) in diesem Standard.

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Okt 14

Sie sind in Deutschland beliebt wie in kaum einem anderen Land der Welt: Die Handies für einen Euro, dafür oft mit recht teuren Verträgen. Nach Meinung des neuen O2-Chefs Rene Schuster sei damit in absehbarer Zeit auch in Deutschland Schluss. In einem Interview der Tageszeitung Die Welt wird Schuster mit den Worten „Ich gehe davon aus, dass die Vertragsbindung und die Subventionierung der Handys vor dem Ende stehen“ zitiert. O2 hatte im Sommer den neuen Tarif O2O eingeführt, dessen Besonderheit der Kostenairback und die fehlende Laufzeit ist. Und O2 ist mit diesem Tarif sehr erfolgreich. Schuster spricht von 30 bis 40% mehr Neukunden und geht davon aus, dass auch die Mitbewerber auf dieses Modell aufspringen werden. Und Schuster prophezeit das Ende von Vertragsbindung und Handysubventionierung.

Kommt das irgendwem bekannt vor? Richtig, das gabs schon mehrmals. Am Anfang des Prepaid-Booms und dann noch mal in der Boomphase der Discounter. Und?

Genau: Tausende rennen z.B. in die T-Shops oder Mobilfunkläden, um sich die I-Phones, Blackberries und Smartfones zu holen. Für einen Euro. Mit Laufzeit. Und Optionen im Vertrag, die man Prepaid oder beim Discounter noch nicht bekommen kann.

Dabei nimmt es in Deutschland schon skurrile Formen an, wenn Motorroller mit Neppverträgen diverser Provider gebundelt werden. Ratenzahlung mit der Grundgebühr und Gesprächsgebühren, bei denem man nur staunen kann. Statt Mindestumsätze werden da Mindestnutzungen erfunden, um zu verhindern, dass solche Verträge als Schubladenverträge für den Provider unrentabel werden.

Übrigens glaubt Herr Schuster sich selbst auch nicht so ganz und bietet Handies zum Ratenkauftarif an. Die Anzahlung für das neue exklsive Palm Pre beträgt genau 1 Euro. Die restlichen 480 Euro zahlt der Kunde in 24 bequemen Monatsraten. Also eigentlich wie bei anderen Verträgen auch. Mit dem Unterschied, dass O2 mit seinem Geschäftsmodell den klassischen Fachhandel umgehen möchte. Für den ist der O2O-Tarif nämlich höchst uninteressant. So kann Herr Schuster aber sein Ziel, irgendwann die Marktführerschaft zu erringen, kaum erreichen.

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