Aug 02

1969 wurde mit dem Arpanet der Urahn des heutigen Internet in Betrieb genommen. Bereits 1971 war die E-Mail der wichtigste Dienst in diesem Netz. Aber wichtige Grundlagen des heutigen Internets wie z.B. das Protokoll TCP/IP existierten damals noch nicht. Erst Anfang der 83 wurden IPv4, ICMP und TCP eingeführt und die Voraussetzungen zur Zusammenschaltung von Netzen geschaffen.

Am 3. August 1984 war es dann auch in Deutschland soweit: Der deutsche Informatiker Michael Rotert empfing die erste E-Mail in Deutschland von Laura Breeden vom CSNET mit dem Betreff „Willkommen in CSNET!“. Wer mag, kann die ganze Willkommensmail von damals beim eco nachlesen. Das CSNET war eines der ersten Netze von Universitäten, das unabhängig vom US-Militär betrieben wurde.

Spam und Phishing-Mails gab es in den Anfangsjahren der Mail noch nicht. Der Preis pro übertragenem Megabyte war noch so hoch, dass eine Mail mit einer Größe von ca 5KB (eine locker beschriebene DIN A4 Seite) etwa 20 Pfennig kostete.  Neben dem universitärem Umfeld waren es in Deutschland einige Mailboxnetze wie z.B. MAUS, Z-Netz und später auch AmNet und einige Fido-Hubs, die ihren Usern über Gateways Zugang zu E-Mail ermöglichten. Erst später stellten Dienste wie AOL oder T-Online Ihren Nutzern Internet und E-Mail zur Verfügung.

21014 werden geschätzt allein in Deutschland 500 Milliarden E-Mails verschickt. Das werden etwa 7% mehr als im Vorjahr sein. Damit ist die E-Mail einer der am intensivsten genutzten Dienste im Internet. Der NSA-Überwachungsskandal hat der Beliebtheit nicht geschadet, allerdings würden deutschen Kunden nach Angaben von United Internet (GMX und web.de) verstärkt auf den Serverstandort achten und deutsche Angebote bevorzugen. Im Rahmen der Inititive E-mail-made in Germany hatten einige deutsche Anbieter ja zum 31. März diesen Jahres auch den Zwang zur Verschlüsselung beim Transport der E-Mails eingeführt, um potentiellen Abhörern die Arbeit zu erschweren.

geschrieben von Holger \\ tags: , , , , ,