Apr 02

So, der März ist schon wieder um. Wir haben CeBIT, die ipad2-Premiere und das Beben in Japan gut überstanden. In Deutschland haben wir nun die Wende zum Atom-Ausstieg, was die Grünen und AMD freuen würde. Die Grünen, weil sie mehr als 30 Jahre für den Atom-Ausstieg kämpfen, die Chipschmiede, weil sie mit der Bobcat-Plattform endlich eine leistungsfähige Atom-Konkurrenz hat.

Aber war das alles im März? Nein!

Die Bundenetzagentur hat die TAL-Entgelte neu reguliert. Von 10,20 ging es hinuter auf 10,08, bei Einspeisung am KVZ sind es künftig 7,17 Euro, also satte 4 Cent weniger. Und doch geht von dieser Entscheidung, die auf den ersten Blick so belanglos ist, ein wichtiges Signal aus: Eigene Infrastruktur lohnt sich weiterhin. Allerdings können die neuen TAL-Entgelte allerdings nicht sofort verbindlich in Kraft treten, weil zunächst ein nationales Konsultations- und ein EU-weites Konsolidierungsverfahren zu den Entscheidungsentwürfen durchgeführt werden müsse. Die endgültige Festlegung erfolgt dann rückwirkens zum 1. April 2011.

Auch wenn es der VATM gebetsmühlenartig verneint: Hohe TAL-Entgelte fördern den  Wettbewerb der Technologien und schützen die Investitionen in eigene Infrastruktur. Reine Reseller ohne eigene Technik müssen tiefer in die Tasche greifen und verspüren so vielleicht eher Lust, doch in neue Technik zu investieren. Damit und nur damit kommt der Breitbandausbau in Bewegung. Ohne diese Maßnahmen würde der LTE-Ausbau in vielen Gegenden auf längere Sicht der letzte Ausbau in die Breitbandversorgung sein. Dabei ist schon heute klar, dass mittel- und langfristig nur die Glasfaser die benötigten Bandbreiten anliefern kann. LTE ist da so wie die Atomenergie nur eine Brückentechnologie und sollte nur für wenge Jahre mit einem klarem Ausstiegzeitpunkt verwendent werden.

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Jan 02

Das neue Jahr ist keine zwei Tage alt und in der Bundesliga gab es schon den ersten Trainerwechsel. Ganz so schnell ist unsere Telekommunikationsbranche nicht, aber auch dort stehen dieses Jahr wichtige Entscheidungen an. Entscheidungen, mit denen die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden.

Aber der Reihe nach: In diesem Jahr wird eine Vorentscheidung auf dem Smartphonemarkt fallen. Mehr als 50% aller dieses Jahr verkauften Mobiltelefone werden Smartphones sein. Auf diesem Markt geht es zunehmend nicht nur um Marktanteile bei den Geräten, sondern um die Betriebssysteme und die zugehörenden App-Markets. Platzhirsch war hier im vergangenen Jahr Apple. Das iPhone4 verkaufte sich trotz technischer Probleme besser als je zuvor. Auf dem Markt der Betriebssysteme ist jedoch Googles Android der neue Star. Googles Open Source-System hat im letzten Jahr Apples Absätze in vielen Ländern deutlich überflügelt – besonders stark in den USA. Allerdings verteilt sich der Erfolg auf viele Hersteller – allen voran HTC, Samsung, Sony-Ercisson und Motorola, denen mit Android-Telefonen das Comeback aus der Krise gelang. Stabil mit im Markt ist RIM mit seinem Blackberry-System. Kritisch wird es für Nokia. Hier setzt man weiter auf Symbian und das noch unfertige Meego. Die Kundschaft erwartet aber in den Oberklassegeräten mehr, als Symbian zu leisten vermag. Gerüchte zum Jahreswechsel brachten Nokia daher auch schon mit Microsoft in Verbindung. Windows Phone 7 auf Nokia Handies könnte sowohl für Nokia als auch für Microsoft der rettende Durchbruch sein. Für Microsoft wird 2011 zum Schicksalsjahr – flopt Windows Phone 7, dann ist Microsoft raus aus diesem Markt. Und das ist durchaus möglich.

Der Run auf die Smartphones bedeutet auch einen Run auf mobile Datendienste. Wurden im vergangenen Jahr die LTE-Frequenzen versteigert, so gilt es dieses Jahr, die Netze in Betrieb zu nehmen. E-Plus ist hier im ländlichen Raum nur Zaungast, denn man hat ja keine Frequenzen im 800 MHz-Band ersteigert. Und die Nachfrage nach mobilen Datendiensten kann E-Plus in eine Krise stürzen. Denn die mobielen Datendienste wurden in der Vergangenheit nur spärlich und mit geringen Kapazitäten ausgebaut. Dank des geringeren Invests in das Netz (im Vergleich zu den Marktbegleitern) hat riesige Gewinne erwirtschaftet und auch mit den vielen Discounterkunden gut verdient. Nun haben aber auch die Kunden der Discountermarken Smartphones und fragen Datendienste nach. E-Plus hat hier große Ausbaumaßnahmen angekündigt und es wird auch harte Arbeit werden, will man den Rückstand zu den anderen Netzen auch nur verkürzen.

Festnetz: Hier wird immer klarer erkennbar, dass ADSL und ADSL2+ Auslaufmodelle sind. Kurzfristig ist VDSL für die Telefonfirmen die Übergangstechnik zur Glasfaser, die direkt im Gebäude des Kunden endet. Die Kabelfirmen haben es besser, die Kapazitäten des TV-Kabel sind noch nicht ausgereizt. Und die Kunden laufen zu Tausenden zum Internet aus dem TV-Kabel über. Bei den DSL-Anbietern konnten nur noch die Telekom, Alice/O2 und Vodafone einen Zuwachs an DSL-Kunden vermelden. Die anderen Anbieter treten auf der Stelle oder verlieren gar Kunden. Dieser Trend wird sich 2011 noch verschäften. Die Kunden verlangen nach immer schnelleren Leitungen und immer häufiger nach IPTV-Lösungen. Nur die Telekom und Alice bieten IPTV an. Vodafone hat zwar einen Relaunch von IPTV angekündigt, aber mit dem Einstellen der Arcor-Dienste ging wertvolle Zeit und viel Know How verloren. Und so könnte Vodafone im Festnetz auch zukünftig zu den Verlieren gehören. Auf der Verliererseite waren 2010 schon Schwergewichte wie 1&1 oder Versatel.

Im IT-Bereich ist die Cloud in aller Munde. Nicht nur weil Microsoft damit für Windows 7 wirbt. Der Boom von Netbooks und Tablet-PC mit schwachbrüstiger Hardware läßt allerlei Softwareangebote aus dem Netz spriessen. Mit dem Spieleserver im Netz und einem Videostream zum eigenen PC kann der eigene Mittelklasse-PC mit veralteter Grafikkarte Spiele in Auflösungen spielen, die sonst nur mit den aktuellen und teuren Grafikkarten möglich waren. Und der Jahresbeitrag für so einen Dienst ist nicht teurer als ein aktuelles PC-Spieles. Sehr zum Nachteil der Grafikkartenhersteller

Tablet-PC werden 2011 der Renner sein. Neben dem Riesenerfolg vom Apple iPad konnte Samsung mit seinem 7″ Galaxy Pad einen Achtungserfolg verbuchen – mehr als 600.000 verkaufte Geräte. Zur CeBIT werden unzählige Notebook-Schmieden ihre PADs vorstellen. Und auch hier läuft der Kampf Android gegen Apples iOS. Microsofts Windows 7 ist derzeit aussen vor. Es ist erstens zu teuer und es braucht zweitens viel zu viel Rechenleistung. Viele der bislang vorgestellten Tablets lief mit eher schwachbrüstigen, aber sehr sparsamen Prozessoren mit ARM-Technolgie, für die Microsoft gar kein Windows anbieten kann. Auch hier könnte Microsoft dieses Jahr eine vorentscheidende Schlappe einstecken.

Satelliten-DSL: Trotz oder gerade wegen LTE wird sich auch beim Satelliten DSL etwas tun. Nach dem erfolgreichen Start des KA-Sat von Eutelsat in den letzten Tagen des alten Jahres wird es ab Frühjahr 2011 Satelliten DSL in nie gekannten Geschwindigkeiten geben. Brancheninsider gehen von Geschwindigkeiten von bis zu 20 MBit zu Preisen von monatlich deutlich unter 100 Euro aus. Aktuell kosten 2MBit via Astra2Connect bei der Telekom knappe 40 Euro und das ist schon ein Kampfpreis, den die Telekom auch nur gewährt, wenn man außerdem einen Festnetzanschluss mitbucht.

Und zum Schluss noch einmal das Bezahlfernsehen. Neben Sky haben wir ja auch noch HD+ im Rennen. Im November letzten Jahres sind die ersten 12Monatabos ausgelaufen. Zahlen, wie viele Kunden der ersten Stunde nach ihren freien 12 Monaten wirklich gezahlt haben, gibt es bislang nicht. Insgesamt hat man den Eindruck, dass der großen Durchbruch bei den verkauften Geräten bislang ausblieb. Die Zukunft von Sky bleibt spannend. Die drohende Zahlungsunfähigkeit wurde mit einer Kapitalaufstockung verhindert. Mit einer großen Rabattschlacht konnten auch erstmals seit Jahren Neukunden in größerem Umfang gewonnen werden. Aber neben dem klassischen Free-TV hat man auch zunehmend Konkurrenz aus dem Internet. Neben den IPTV Angeboten der Telekom und Alice wären hier Youtube und Maxdome zu nennen. Den ungleichen Kampf „Premium-Abo“ gegen kostenlose oder „Pay-per-View“ Angebote wird Sky nicht gewinnen können. Und das Internet ist aktuelle dabei, den Sprung auf den Fernseher zu vollziehen. Beinahe jedes größere aktuelle TV-Gerät ab 500 Euro hat schon einen Internet-Anschluss. Wer braucht da noch Sky?

Freuen wir uns also auf ein Jahr 2011 mit so vielen spannenden (Vor-)Entscheidungen wie schon lange nicht mehr.

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Nov 28

Der DSL-Markt ist heiß umkämpft, wie jeder unschwer erkennen kann, der abends einen der Privatsender schaut. Die großen Anbieter kämpfen nach wie vor über den Preis um die Kunden.

Der Marktanteil von DSL schrumpft indes. Zwar steigen die absoluten Anschlusszahlen noch leicht, aber immer mehr Neukunden entscheiden sich für Internet via TV-Kabel. Das wird billiger und schneller angeboten.  Und die Kunden schauen zunehmend nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern bestellen auch die teureren, superschnellen Angebote mit 60 oder gar 100 Mbit/s.

Konkret konnte Kabel Deutschland nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn 180.000 neue Internet-Kunden gewinnen und dürfte am Jahresende über 1,1 Millionen Internet-Kunden haben. Unitymedia steht dem kaum nach und vermeldet 150.000 Neukunden seit Jahresanfang. Auch bei Kabel-BW gibt es reichlich Zulauf – stolze 90.000 Neukunden seit Jahresanfang.

Zum Vergleich: Bei den klassischen DSL-Anietern konnten nur die Telekom (plus 340.000) , Alice/o2 (plus 30.000 in Q3, kein Wert seit Jahresanfang verfügbar) und Vodafone (plus 80.000) Zuwächse bei den DSL-Kunden verbuchen. Bei 1&1 sank die Zahl der Kunden trotz aufwendiger vertrauensbildender Maßnahmen leicht um 30.000 alleine im letzten Quartal. Bei Versatel hingegen nimmt der Kundenschwund schon bedrohliche Formen an – seit Mitte 2009 verlor man ca 80.000 Kunden und zählt nur noch 630.000 Privatkunden im Bestand.

Offenbar können die Kabelanbieter mit ihrer Kombination aus höheren Geschwindigkeiten und attraktiven Preisen bei vielen Privatkunden punkten. Zwar sind Geschwindigkeiten jenseits von VDSL 50.000 auch immer Kabel noch die Ausnahme und nicht die Regel, aber schon die eigentlich immer verfügbaren 20.000 bis 30.000 liegen deutlich über dem, was der Durchschnittskunde mit DSL bekommen kann. Den Kabelanbietern gehört die Zukunft – das ist nicht nur eine Einschätzung von Fachleuten, sondern eine Erkenntnis, die offenbar schon im Markt angekommen ist. Speziell die Wettbewerber der Telekom müssen sich dringend überlegen, wie und womit sie in 10 Jahren Geld verdienen wollen. Sonst werden die beiden Branchenverbände BREKO und VATM noch zu Clubs der Toten Telefonfirmen.

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Nov 22

Nachdem Vodafone-Chef Vittorio Colao Anfang des Monates bei der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen andeutete, das Kunden für besonders schnelles mobiles Internet auch extra zahlen sollen, legt nun Telekom-Chef Rene Obermann nach. In einem Interview mit „Zeit online“ forderte er ein Ende der Scheindiskussion über die Netzneutralität. „Wer eine zusätzliche Leistung in Anspruch nimmt, also als Kunde bestmögliche Bandbreite garantiert haben will, zahlt dann auch ein bisschen mehr“ wird der Manager zitiert. Klingt harmlos und einleuchtend, ist aber der Ausstieg aus der Netzneutralität und der Einstieg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft beim mobilen Internet.

Und wer sich die Ergebnisse der LTE-Versteigerungen mal genau anguckt, der sieht hier den Schlüssel zu den Zwei-Klassen-Netzen. Aus dieser Option macht eine Telekom keinen Hehl. Die LTE-Frequenzen im Gigahertz-Bereich eröffnen in den Städten den Aufbau von Citynetzen für „Besserzahler“. Ganz ohne böse Verletzung der Netzneutralität oder Priorisierung bestimmter Inhalte oder Nutzer. Wer mehr zahlt und ein passendes Endgerät hat, kann dann eben die Turbofrequenz nutzen, alle anderen nutzen die anderen, überlasteten Frequenzen. Ich bin mir sicher, dass es so kommen wird und die beiden Marktführer in fünf Jahren „Premiumprodukte“ auf dieser technischen Basis anbieten werden. Mit dieser Lösung wird der Schein der Netzneutralität gewahrt und man hat dennoch das Produkt für die Besserzahler.

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Nov 21

Dem Stammleser ist es sicherlich sofort aufgefallen: Telkotalk hat ein neues Design. Das neue, vom Hintergrundbild etwas an OS X von Apple angelehnte Template ist insgesamt frischer und lebendiger. So wie die Branche, um die es hier geht.

Neu ist auch ein klein wenig Werbung von Congstar. Die Tochter der Telekom gefällt durch ihr frisches, jugendliches Image und durch unkomplizierte Produkte zu sehr fairen Preisen. Wer da noch seine Telekommunikationsbedürfnisse beim Kaffeeröster oder Drogeriemarkt deckt, ist echt selbst schuld.

Schreibt einfach mal, wie Euch dieses Design gefällt. Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Gruß Holger

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Okt 30

Wie wirbt Apple so zutreffend beim Iphone 4: „Das ändert alles. Wieder einmal.

Und das stimmt sogar. Seit vergangenem Donnerstag ist das Iphone-Monopol der Telekom gefallen und seit sinken auch die Preise für die Geräte. War das Iphone als EU-Import bis vor wenigen Tagen kaum unter 800 Euro bei den diversen Import-Shop zu beschaffen, verkündigte O2 Ende letzter Woche den Preis 649,- Euro für die 16GB-Version. Zahlbar wahlweise sofort oder ohne Aufpreis in 24 Monaten. Im Apple-Shop wird dieser Preis seit Donnerstag sogar noch einmal unterboten – dort sind nur 629 Euro zu berappen.

Zum Gerät selbst ist nicht viel zu sagen: Es ist ein Iphone und technisch gibt es mindestens ein halbes Dutzend Android-Geräte, die dem neuen Iphone 4 in praktisch allen Belangen überlegen sind. Der ärgste Wettstreiter um die Gunst der Käufer dürfte im Moment Samsungs Galaxy S I9000 mit seinem 4″ Display sein. Das Display des Samsung ist ein organisches LED-Display der 4. Generation aus eigener Fertigung und derzeit das beste Display am Markt. Bei dieser Art von Displays herrscht im Moment große Knappheit und Samsung verfügt derzeit über die einzige Fertigungsstätte mit nennenswertem Ausstoß. Die produzierten Displays reichen aber nicht einmal für Samsungs Eigenbedarf – was zu Lieferengpässen bei den Telefonen führt.

Interessanter sind schon die Tarife, die von den Telekom-Wettbewerbern für das Iphone geschnürt wurden. Bei Vodafone gibts keine Überraschungen – es sind die altbekannten „Superflat“-Tarife. Mehr Abwechslung dagegen bei O2. Neben dem O2 o mit Datenflat gibt es neue Tarife mit und ohne Laufzeit.

Auffallende Zurückhaltung bei eplus: Hier scheint nach einem Vorstoß mit dem „alten“ 3GS im Sommer keine neue Iphone-Vermarktung geplant zu sein. Die Netzbetreiberhomepage verweist zum Bezug der Telefone noch auf den myistore-Shop, der für das Iphone 4 16GB heute (30.10.2010) stolze 899 Euro verlangt. Wir erinnern uns, der Apple Webstore verlangt 629 Euro…

Und was hat sich nun geändert: Unterm Strich gar nicht so viel, wie viele gehofft haben. Das Iphone  4 ist nun offiziell und frei in Deutschland erhältlich, was den Preis auf das Niveau anderer europäischer Nachbarn gedrückt hat. Apple verkauft seine Geräte aber weltweit zu recht stolzen Preisen und die Apple Fans zahlen diese Preise, so wie viele Fans die (zu) teuren Trikots Ihrer Lieblingsfußballstars bezahlen. An dem Tarifgefüge hat sich zumindest bei den D-Netzen wenig geändert. Neu ist eben die Möglichkeit, ein Iphone in den günstigeren E-Netzen zu nutzen, wo eben O2 (E2-Lizenz) mit einem ordentlichen Netzausbau lockt. Der Iphone-Käufer darf ja nicht vergessen, dass er ein Telefon mit insgesamt eher mäßigem Empfang nutzt. Insbesondere beim Iphone 4 ist bekanntermaßen auf das richtige Halten des Gerätes zu achten, damit nicht zu Gesprächsabbrüchen kommt.

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Okt 12

Anfang 2009 vereinbarte die Telekom neben einer Kooperation mit Arcor in zwei Städten auch eine Kooperation mit der Oldenburger EWE Tel. Gegenstand dieser Vereinbarung war der gegenseitige Zugang zu den Netzen und der Ausbau der Infrastruktur in 9 norddeutschen Städten mit einer einheitlichen Technik. Während die Telekom in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Stade VDSL bereitstellen wollte, sollte die Telekommunikationstochter des Energieversorgers EWE die Städte Leer, Vechta, Cloppenburg, Aurich und Delmenhorst ausbauen. Nun wurde das offenbar nie vertraglich fixierte Vorhaben zu Grabe getragen. Besonders überraschend sind die vom Delmenhorster Kreisblatt recherchierten Gründe:

Neben den nach wie vor unsicheren regulatorischen Vorgaben durch die Bundesnetzagentur wird von der EWE der zeitraubende Abstimmungsprozess als großes Hindernis benannt. Der dritte Grund sei die Konzentration des Regionalcarriers auf die Fläche im ländlichen Raum. Die EWE Tel hat sich in der Vergangenheit mehrfach um den Ausbau mit schnellen Verbindungen beworben und den Zuschlag erhalten. So wurde im Landkreis Oldenburg die Anbindung von 12.000 Haushalten mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket realisiert oder z.B. in den Gemeinden Stuhr und Weyhe, die zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Mehr Breitband fürs Land“ gehören.  Angesichts dieser reichlich geförderten Projekte erscheine nun der ungeförderte Ausbau einer Stadt wie Delmenhorst unattraktiv. „. „Geschwindigkeit und Umfang des Netzausbaus in Delmenhorst müssen neu besprochen werden.“ wird EWE Tel-Sprecher Christian Bartsch zitiert.

Sollten hier die Förderungen der öffentlichen Hand für ländliche Bereiche dazu führen, dass der Ausbau in anderen, weniger ländlichen Gebieten gestoppt oder verzögert wird? Die Äusserungen der EWE geben allen Grund zur Annahme, das in der Oldenburger Firmenzentrale Gedanken dieser Richtung nicht fremd sind.

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Apr 25
Ortsschild Vehrte

Vehrte, Gemeinde Belm, Landkreis Osnabrück

Endlich DSL in Vehrte!

Vehrte? Kennen Sie nicht? Ok, der Ortsteil Vehrte der Gemeinde Belm ist nicht der Nabel der Welt.  Zwar hat Vehrte einen Bahnhof, aber planmäßige Züge halten hier schon länger nicht mehr. Und da ein Großteil der Ortes auch vom DSL abgeschnitten war, ging es in Vehrte auch ganz beschaulich zu. Noch fataler im Belmer Ortsteil Icker. Denn in Icker gab es aufgrund der Kabellänge gar kein DSL. Nur im Ortsteil Belm war DSL flächendeckend verfügbar.

Seit dem 26.2.2010 wird das geändert. An diesem Tag war Spatenstich zur Aufrüstung des Ortsnetzes. Stolz nahm der Bürgermeister Wellmann mit zahlreichen Vertretern der Telekom den Spaten in die Hand. Die Gemeinde Belm sichert der Telekom eine gewisse Kundenzahl und gibt einen Zuschuss zum Ausbau, wenn die tatsächlichen Kundenzahlen unter den projektierten Zahlen liegen. Derartige Absprachen sind nicht unüblich und sorgen für eine attraktive Gemeinde.

Und die Kunden freuts. Ab Juni können sie DSL von der Telekom bekommen. Allerdings können viele Kunden seit 1.4. auch Internet über den Kabel Deutschland Anschluss bekommen. Der Kabelnetzbetreiber wurde von der Gemeinde Belm offenbar völlig übersehen. Seit Anfang 2010 im nahen Osnabrück die Exklusivrechte der Primacom ausliefen, hat der Kabelnetzbetreiber begonnen, das Osnabrücker Kabelnetz rückkanaltauglich auszubauen und für High Speed Internet und Phone vorzubereiten. Mit in die Ausbauarbeiten einbezogen wurden die Kabelnetze der umliegenden Gemeinden Belm und Hasbergen, die von Osnabrück aus versorgt wurden. Auch hier verzögerte der lange Winter die Bauarbeiten, so dass man erst zum 1.4. den Ausbau beenden konnte.

Und während die Telekom noch fleißig Glasfaser verlegt und baut, sind die ersten Kunden von Kabel Deutschland schon online. Das hat sich Bürgermeister Wellmann sicherlich anders vorgestellt – droht doch nun der DSL-Ausbau das Gemeindesäckel stärker zu belasten als gedacht.

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

KVZ an der Lechtinger-Straße, am Parkplatz des Landgasthauses Kortlüke

Unterdessen baut die Telekom fleißig auf. Dieses Bild entstand am 22.4. an der Lechtiger Straße auf der Höhe des Parkplatzes vom Landgasthaus Kortlüke. Telefonkabel und Glasfaser kommen vom Gattberg rüber. In diesen Scränken werden in den nächsten Tagen ein neuer Kreuzverteiler sowie die Outdoor-DSLAMs installiert. Die Größe der Installation lassen die Vermutung zu, dass hier auch ein Übergabekreuzverteiler installiert sind. Der Wettbewerber Vodafone könnte z.B. diesen KVZ kostengünstig per Glasfaser von der nahen Bahnstrecke Osnabrück-Bremen erreichen.

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Apr 24

Nein, auch Telkotalk hat keine Insiderinformationen aus den Chefetagen. Der Amerikaner Brian Sullivan leitet ja erst seit Anfang April 2010 den Bezahlsender Sky – Deutschlands unterhaltsamstes Millionengrab. Man muss jedoch kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch er am Ende scheitern wird.

Aber vorher versucht uns Herr Sullivan mit markigen Sprüchen in einem Interview mit der FAZ uns Konsumenten zu erklären, wie billig Sky doch eigentlich sei und das wir Konsumenten bislang nur zu doof waren, das zu kapieren.

Und er erklärt uns das ganz anschaulich: „Der Einstiegspreis für Sky von 16,90 Euro im Monat ist umgerechnet billiger als eine Tasse Kaffee am Tag„. Das mag stimmen, wenn man die teuerste Sorte Edelpads konsumiert. 30 Tassen Filterkaffee sind in Deutschland deutlich günstiger als 16,90€ – auch wenn man hochpreisige Premiummarken bevorzugt.

Weiter poltert er „…dennoch kommt der wahre Fußballfan an Sky nicht vorbei, wenn er alle Spiele live, in voller Länge, und viele sogar in bester HD-Qualität sehen will.“ Wollen wir Fußballfans das wirklich? Natürlich ist die Qualität der Liveberichterstattungen gestiegen und man sieht schon lange im TV mehr und besser als im Stadion. Aber der „wahre Fußballfan“ ist mindestens alle 14 Tage im Stadion, weil er eine Dauerkarte seines Lieblingsvereins hat. Was nützt ihm das teure Sky-Abo und die Möglichkeit, alle Spiele in HD zu sehen, wenn er im Stadion steht? Richtig, nichts! In der Fankurve steht allenfalls die Live-Berichterstattung auf dem Handy hoch im Kurs, damit man jederzeit weiß, was in den anderen Stadien gerade los ist. Und wer verkauft sowas? Die Telekom.

In der Fankurve weiß man aber auch, wem man die Abendspiele in der Liga verdankt. Die späten Spiele sind bei den Fans nicht wirklich beliebt – Samstag abends kommt man mit der Bahn kaum noch vom Auswärtspiel heim. Aber die Abendspiele müssen ja sein, damit der Sky-Kunde mehr Fußball gucken kann. Herr Sullivan, wundern Sie sich daher nicht, wenn man in den Fankurven der Liga gar nicht gut auf Sky zu sprechen ist.  Mit platten Rechnungen wie „Alle Fußballspiele kosten dann weniger als der einmalige Stadionbesuch“ gewinnt man in deutschen Stadien keine Freunde…

Wir Fans mochten Arena und Arenas bodenständige Preise. Der eine oder andere Fan freundet sich mit Liga Total! an. Manche sind auch noch Premiere-Kunde. Sky? Nein, Sky ist in den Köpfen noch nicht angekommen. Die Telekom hat das auch gelernt. Nach der Umstellung von der Post auf Telekom wurden viele Kunden von den weiteren Firmierungen wie T-Online, T-Com und T-Home verwirrt und haben lieber bei Arcor oder 1&1 unterschrieben. Jetzt gibts nur noch die Telekom Deutschland und jetzt kommen die Kunden vielleicht wieder. Denn bei Telekom gibts Liga Total! Unter dem Namen kann sich auch Opa Gehrke was vorstellen. Sky? Achja, so heißen doch ca 200 Supermärkte der Coop. Fernsehen? Klar, Fernseher verkaufen die bei Sky auch.

Also Herr Sullivan, wie wäre es mit einem Besuch im Stadion? Nicht abgeschottet in einer VIP-Kabine, sondern richtig mitten unter den Fans. Mit Bier und der obligatorischen Stadioncurrywurst. Wenn Sie danach zu Hause ankommen, dann werden Sie wissen, wieviel Sky der Fan braucht. Die anderen Spiele laufen dann schon in der Sportschau. Oder man ruft sie aus der Bibliothek bei Liga Total ab. Jederzeit, das ist Vorsprung durch Technik. Technik, von der Sky sich selbst durch den Bruch mit der Telekom abgekoppelt hat.

Es gab Anfang der 90er Jahre eine Umfrage, nach der ein Duchrschnittsbürger bereit sei, insgesamt ca 60 DM im Monat für Fernsehen auszugeben. Von diesen 60DM gingen seinerzeit fast die Hälfte schon an die GEZ. Ein evtl. vorhandener Kabelanschluss schlug mit weiteren 16 bis 20 DM zu Buche. Der Rest wurde in Videotheken getragen. Die Summen, die deutsche Konsumenten für Bezahlfernsehen auszugeben bereit sind, mögen sich im Laufe der Zeit geändert haben. Aber sie waren nie besonders hoch. Daher hat Premiere zu keinem Zeitpunkt Geld verdienen können. Und inzwischen gibt es für Premiere/Sky auch noch Wettbewerb durch IPTV-Anbieter und HD+. Wie Herr Sullivan da Geld verdienen will, wird er selber noch nicht wissen.

Wie wirbt Sky gerade? „Es ist Zeit für besonderes Fernsehen„. Stimmt – die WM steht vor der Tür und die gibt es erstmals in HD. Im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Ohne Aufpreis.

Und irgendwann im Frühjahr nächsten Jahres ist es Zeit für einen Flieger der Herrn Sullivan zurück in seine Heimat bringt. Wenn nicht wieder Aschealarm ist. Und vielleicht hat er dann kapiert, dass Fernsehen in Deutschland anders funktioniert als in anderen Ländern. Und Fußball im Stadion immer noch am schönsten ist. In meinem Lieblingsstadion singt übrigens Lotto King Karl vor dem Spiel ein Lied, in dem es u.a. heißt „… schießt Geld dir keine Tore“

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Dez 05

Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche erwartet die Deutschen Telekom in den nächsten drei Jahren einen dramatischen Umsatzeinbruch im klassischen Festnetzgeschäft. Das Magazin beruft sich dabei auf eine mittelfristige Hochrechnung, die der Konzern für die Prognosen zur Verschmelzung von T-Home und T-Mobile vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. November erstellte. Statt 9,3 Milliarden Euro wie im Geschäftsjahr 2007 spülen die Telefonkunden (klassische Anschlüsse und Telefonieumsatz) demnach im Jahr 2012 nur noch 3,6 Milliarden Euro in die Kasse.

Damit verliert das klassische leitungsvermittelnde Telefonnetz (PSTN) weiter an Bedeutung. Während die großen Wettbewerber einen erheblichen Teil Ihrer DSL Kunden bereits mit sogenannten ALL-IP-Anschlüssen versorgen, wird bei der Telekom Telefonie und DSL noch klassisch in zwei Netzen getrennt. Zwar legen inzwischen immer mehr Kunden speziell aus dem geschäftlichen Umfeld Wert auf diese Trennung und die damit einhergehende höhere Gesprächsqualität. Umgekehrt sind aber immer weniger Privatkunden bereit, für diesen „Luxus“ einen Mehrpreis gegenüber den Wettbewerbern zu bezahlen. Die zweigleisige Technik erhöht natürlich die Betriebskosten des Netzes erheblich.  Dazu kommt noch, dass die Technik des Telefonienetzes im nächsten Jahrzehnt wieder erneuert werden müßte. Nach der großen Digitalisierungswelle der 90er Jahre findet sich in den Vermittlungsstellen immer mehr Technik, für die der Service vom Hersteller nach 15 oder 20 Jahren eingestellt wird.

Hinter vorgehaltener Hand ist immer wieder zu hören, das auch die Telekom plant, ab 2012 keine klassischen Analog- oder ISDN-Anschlüsse (PSTN) mehr zu schalten. Ein Migrationsszenario für Bestandskunden ist noch nirgends aufgetaucht. Denkbar ist aber auch, dass die nun offen liegenden wirtschaftlichen Zahlen dazu führen, dass der Weg zu ALL-IP oder NGN schneller eingeschlagen wird.

Einem Netztest der Zeitschrift Connect (Ausgabe 12/2009) zufolge haben ja mit O2 und Freenet ausgerechnet zwei Anbieter mit geringem Marktanteil die ALL-IP-Telefonie bereits gut im Griff. Die Marktführer haben hier noch Nachholbedarf.

Bei den Notrufen und Alarmanlagen besteht allerdings dringender Handlungsbedarf. Die Notrufleitung eines Fahrstuhles darf derzeit nicht in ALL-IP ausgeführt werden. Immerhin ist hier als Alternative zu PSTN noch GSM zulässig. Noch strenger die Vorgaben des VDS bei Alarmanlagen. Und nicht zu vergessen die vielen Notrufsysteme für alte, kranke und behinderte Menschen, die bislang auch nur in Ausnahmefällen über ALL-IP arbeiten.

Dazu kommen noch zigtausende von alten Kassensystemen und EC-Cashgeräten, die noch „echtes“ ISDN benötigen. Natürlich gibt es für diese Geräte längst modernen Ersatz, aber viele Geschäftsleute möchten die zur Jahrtausendwende teuer neu angeschafften Geräte nicht schon wieder ersetzen, nur weil der Telefonanbieter sein Netz umbaut.

Hier besteht noch erheblicher Denk- und Handlungsbedarf, bevor ALL-IP oder gar NGN reibungslos das „alte“ PSTN ablösen kann.

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